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Archive for the ‘Waffen’ Category

An etlichen Schulen in Nordrhein-Westfalen gibt es Schießstände und Übungsräume für Schützenvereine. Ist es das, was man eine praxisnahe Ausbildung nennt? Für einen Amoklauf der kurzen Wege?

Natürlich hat der Schießsport auch positive pädagogische Effekte, er trainiert das Konzentrationsvermögen und die kognitiven Fähigkeiten. Deshalb sollte er auch in den Kopfnoten berücksichtigt werden, oder in den Kopfschussnoten, vielleicht als Vermerk „Ballermann teilgenommen“.

Es gab sogar mal eine Unterschriftensammlung mit 90.000 Unterzeichnern für „Sportschießen im Schulsport“. Ich wäre auch für Panzerfahren, Landminenlegen und Waterboarding. Hauptsache, es hält die Kids von diesen gefährlichen Computerspielen ab.

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Klaus Jansen, Chef des Bundes Deutscher Kriminalbeamter nennt die Waffengesetzänderungen der Koalition einen „Kniefall vor der Waffenlobby“. Ich würde sagen: Vor der Waffenlobby sollte man nicht in die Knie gehen, die nutzt das doch sofort für einen Kopfschuss.

1,5 Millionen Sportschützen haben wir hierzulands. Das ist eine Armee. Im Landesinneren. 10 Millionen Waffen liegen legal in den Privathaushalten. Dort dürfen sie auch weiterhin bleiben. Das macht Pi mal Finger am Abzug 10 Knarren für jeden Saarländer. Nur mal so als Beispiel. Wie sicher fühlt sich das an???

Ändern wird sich da nix. Und auch die Großkaliber bleiben weiterhin Sportgerät, also quasi ein direkter Beitrag zur Volksgesundheit. Die ersten Papiere mit Gesetzesentwürfen waren noch knackig, aber dann setzte die Lobbyarbeit ein. Wolfgang Bosbach und Fritz Rudolf Körper, die das neue Waffengesetz zwischen der CDU und der SPD ausgehandelt haben, berichten, sie seien wochenlang zugemailt und gefaxt worden mit Forderungen der Waffenschützer („Ich bremse auch für Großkaliber“). Bosbach: „Der Widerstand ist organisiert, der Widerstand ist massiv“. Und bewaffnet. Das sind halt Argumente.

Schützen und Jäger sind gute Bürger, oft mit Einfluss und Geld, die sind zumindest lokal-politisch relevant. Welcher Politiker will da schon riskieren, als 12-Ender überm Kamin im Vereinsheim zu landen?

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Jetzt will die Regierung also Paintball verbieten. Dieses Räuber-und-Gendarm-Geballere mit Farbkugeln. Weil es „sittenwidrig das Töten simuliert“. Ganz im Gegensatz zu Schützenfesten. Da wird ja nicht nur geschossen, sondern auch noch komagesoffen. Also bleiben Schützenkönige Brauchtum. Und Paintballer sind Abschaum und potenzielle Amokläufer. Weil sie das, was sie tun, nüchtern tun, diese berechnenden Schweine.

Würde die Regierung Paintball ähnlich konsequent bekämpfen wie Kinderpornografie, müsste sie bloß vor den Spiel-Geländen Stoppschilder aufstellen und fertig. Dann könnten die harmlosen Bürger, die beinah aus Versehen auf die schiefe Baller-Bahn geraten wären, erschrocken umkehren und zu den Schützen gehen. Und die Paintballer würden ums Schild drum herum fahren. Aber überall wären Schilder und jeder könnte sehen, dass die Regierung gehandelt hat.

Kein Witz: Waffen und Waffenschränke sollen dann künftig mit biometrischen Systemen gesichert werden, damit nur schießen kann, wer den richtigen Finger dabei hat. Hey, wieder ein neuer Grund für die Einführung von Überwachungs-Highgtech! Ich aber sage euch: Erst wenn der letzte Waffenschrank videoüberwacht, biometriegesichert und onlinedurchsucht ist, werdet ihr merken, dass man Waffen auch einfach verbieten kann.

Die echten Waffen. Nicht die Paintballdinger, mit denen man sich in der Schule zum Horst macht, wenn man damit versucht, Amok zu laufen.

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Wenn das so stimmt, ist es ein Hammer: Dem Sondereinsatzkommando, das in Winnenden versucht hat, den Amokläufer zu stoppen, fehlte angeblich in der heißen Phase ein Hubschrauber, einer von acht. Weil damit der Ministerpräsident dringend eingeflogen werden wollte. Und wurde. Genehmigt vom Landespolizeipräsidenten.

Das heißt: Wenn du jemals in die Nähe eines durchgeknallten Sportschützen gerätst, dann kannst du froh sein, wenn dein Ministerpräsident grade im Urlaub ist, oder in Berlin festgehalten wird. Und wenn ein Hubschrauber über dich hinwegfliegt, dann ist es unter Umständen nicht das SEK für den finalen Rettungsschuss, sondern der MP für den finalen Rettungsgruß.

Wirklich sicher würde ich mich nur fühlen, wenn der örtliche Notfallplan vorsieht, im Katastrophenfall die Stadt und den Luftraum zur politikerfreien Zone zu erklären.

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Jetzt fordert der Philologenverband, „über eine Art Gefahrenzulage“ nachzudenken, weil der jüngste Amoklauf ja gezeigt habe, „dass Lehrer in ihrem Beruf immer öfter zu Hassobjekten werden“. Dass die meisten der Opfer Schüler waren, ist ihnen dabei mal ganz dezent wurscht, den philologischen Gierschlünden. Auch so macht man sich zum Hassobjekt, Freunde.

Klar sollten Pädagogen vielleicht angemessener bezahlt werden, das sollten Friseurinnen aber auch. Die fordern zu Zeit wenigstens keine Gefahrenzulage, nur weil 3 von 4 Amokläufern die Angewohnheit haben, sich gelegentlich die Haare schneiden zu lassen.

Da sag ich jetzt mal spontan: Liebe Extremphililogen, Zulage ist zur Zeit nicht drin. Wie wäre es mit einem schönen T-Shirt mit dem Aufdruck: „Bitte schießen sie nicht aufs Hassobjekt!“? Was ist das eigentlich für eine Wildwestmentalität, zu sagen: „Wenn ich mich schon abknallen lasse, dann wenigstens für mehr Brutto vom Netto?“. Mit dem Ansatz würde ich mich nicht für den Schuldienst bewerben, sondern lieber direkt bei der Fremdenlegion.

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„Wir müssen alles tun, dass Kinder nicht an Waffen kommen“, sagt die Kanzlerin. Tim K. war 17. Kurz vor volljährig. Dann wär er halt erst nächstes Jahr durchgeknallt, wenn Kinder nicht an Waffen kommen. Solange Erwachsene an Waffen kommen, sind Schulen nicht sicher. Ich fordere Umerziehungsprogramme für Sportschützen. Könnten die nicht lieber professionell Mikado spielen, Kirschkerne spucken oder meinentwegen kettenrauchen?

Grotesk ist ja der Streit, ob Tim K. in psychiatrischer Behandlung war, oder nicht. Die Eltern sagen: „nein“. Der Klinikchef sagt „ja“. Dass die Eltern das anders sehen, kann ich ja verstehen, wer wollte schon einen psychisch Kranken in seinem Haus haben, der deine Waffen befummelt und auch noch verwandt mit dir ist? Dass der Arzt öffentlich von „5 Behandlungsterminen auf ambulanter Basis“ spricht, versteh ich nicht. Was ist mit der ärztlichen Schweigepflicht? Gilt wohl nur für gute Menschen. Nicht für kranke.

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An amerikanischen Schulen wird geübt, wie man sich vor einem Amokläufer in Sicherheit bringt, statt Probe-Feueralarm gibt´s also regelmäßig Probe-Amokalarm. Dabei lernen potenzielle Gewalttäter natürlich auch gleich, in welchen Ecken sie dann bei ihrem großen Showdown genauer nachgucken müssen.

Die Polizei arbeitet intensiv mit den Schülern zusammen, das heißt, diese dürfen anonym per Schulhandy über „besonders verhaltensauffällige, gedemütigte, gewaltbereite Klassenkameraden informieren“. Ein Handy, mit dem man dem gedemütigten Mitschüler Hilfe rufen kann ist das nicht. Auch im Notfall gilt die Reihenfolge: Demütigen, petzen, ducken.

In Texas (wo sonst) sind die Lehrer teilweise schon bewaffnet und haben Schießunterricht bekommen. Die haben dann den Colt auf dem Pult liegen, tragen vermutlich einen Pädagogensherrifsstern und dürfen eigenhändig angeschossene Amokläufer noch im Klassenzimmer an den Galgen knüpfen. Und gegen die soziale Kälte an den Schulen kämpfen sie mit Metalldetektoren am Eingang. Bei versteinerten Herzen schlagen die natürlich nicht an.

P.S.: Vergleiche den Blogeintrag von April 2007

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