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Archive for the ‘USA’ Category

Als der alte Alan Greenspan noch Chef der US-Notenbank war, konnte er mit dem, was er sagte, die Börse in Aufregung versetzen. Noch mehr aber mit dem, was er nicht sagte oder mit der Art und Weise, wie er seine Pausenstulle neben die Aktentasche gelegt hat. Er war das Orakel von Wall Street. Wenn er seine Brille schief aufgesetzt, oder die Krawatte falsch geknotet hätte, wär der Dollar kollabiert.

Damals war er ein großer Fan der Idee, dass Steuersenkungen die Wirtschaft ankurbeln und damit dann auch der Mittel- und Unterschicht gut tun. Heute kann der Mann sich Altersweisheit leisten. „Das tun sie nicht“, sagt er inzwischen dazu. Und schert damit aus der Achse der Steuersenker aus, die von George Bush über Alan Greenspan bis zu Angela Merkel und Guido Westerwelle führt.

Er hat gesehen, wie eine solche Politik doch nur einseitig zu hohen Manager-Boni und steigenden Aktienkursen führt. Und er nährt die Hoffnung, dass auch für Merkel zumindest in den letzten Jahren ihrer vermutlich 30-jährigen Kanzlerschaft präsenile Erkenntnisprozesse nicht gänzlich auszuschließen sein werden.

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Aktion saubere Bank

Die US-Bank Goldman Sachs greift durch, zieht Konsequenzen und stellt ihr Geschäftsgebaren auf eine ganz neue Basis. Zumindest was die Flüche angeht. Mit dem Geld machen sie wahrscheinlich weiter wie bisher.

Aber die Mitarbeiter dürfen in den geschäftlichen Mails über schmutzige Geschäfte keine schmutzigen Wörter mehr in den Mund nehmen. Den kriegen sie jetzt digital mit Seife ausgewaschen, die Mails werden automatisch gefiltert und reklamiert. Im letzten Jahr hatten Mitarbeiter dubiose Transaktionen ihrer Firma noch schriftlich als „shitty deal“, also beschissenes Geschäft bezeichnet. Das geht jetzt so nicht mehr. Um den Schimpfwortfilter zu umgehen, müssten sie vermutlich „fäkal touchiertes Geschäft“ schreiben.

Die Chefs von Goldman Sachs dürfen dann auch nicht mehr als „Arschlöcher“ beschrieben werden, sondern höchstens noch als „wirbelsäulenabschließende Entsorgungsöffnung“. Die Kunden sind keiner „Wichser“ mehr, sondern bloß noch „Selbsthandanleger“, manchmal auch nur Selbsthandkleinanleger. Und die Geschäftspolitik ist dann auch nicht mehr zum „kotzen“, sondern höchstens noch zum „noch mal durch den Kopf gehen lassen“. So sorgt die Finanzkrise wenigstens für ein gutes Stück mehr sprachlicher Fantasie.

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Als die BP-Ölplattform „Deepwater Horizon“ ihren katastrophalen Unfall hatte, war der Alarm deaktiviert. Weil man verhindern wollte, dass die Crew „nachts um drei wegen eines Fehlalarms geweckt wird“. Ich sehr richtig vor mir, wie da abends der Reihe nach die Lichter aus gingen und sich alle zugerufen haben: „Gute Nacht, John-Boy, gute Nacht, Golf von Mexiko!“

Der Vorteil: Eine derartig ausgeschlafene Crew kann ein Bohrloch dann innerhalb von Monaten stopfen, wo man sonst Jahrzehnte bräuchte. Das sind schon echte Gutmenschen und Sensibelchen, diese BP-ler. Demnächst erzählen sie uns, der Alarm sei aus gewesen, weil man die Fische nicht erschrecken wollte. Und das Leck lässt man sprudeln, damit das Öl sich nicht zurückgewiesen und ungewollt fühlt.

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Es ist eine Katastrophe in der Katastrophe. Während BP seit 5 Wochen am Meeresboden in der Ölquelle rumstochert, legt der Konzern über Wasser ein Krisenmanagement an den Tag, gegen das ist Angela Merkel Superwoman und der Euro gerettet.

2,2 Millionen Liter der Chemikalie „Corexit“ hat man versprüht, um die Ölpest in den Griff zu kriegen. Ein Mittel, das laut BP-Manager Bob Dudley „im Prinzip so harmlos wie Spülmittel ist“. Bloß, dass jetzt die ersten Helfer krank werden, sich wie auf Droge fühlen und aus dem Nichts eine spontane Raucherlunge entwickeln. Versuch das mal mit Spülmittel.

Das Mittel war auch nach der Exxon-Valdez-Katastrophe eingesetzt worden, damals fanden dann Biologen Seelöwen und Otter, denen davon praktisch das Gehirn weggebrannt worden war. Was die Vermutung nahe legt, Bob Dudley habe das Zeug bei sich zu Hause gelagert.

Corexit wird übrigens von der Firma Nalco hergestellt. In deren Aufsichtsrat sitzt BP. Das sind gute Freunde. Und die Aktie von Nalco ist um 10% gestiegen. BP ist die Un-Firma des Jahres. Man sollte anderswo tanken, solange bis der nächste Mineralölkonzern den noch größeren Bockmist verzapft. Ach ja: Raider heißt jetzt Twix und BP ist Aral!

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Manche macht die Krise erst richtig geil. Hohe Mitarbeiter der US-Bankenaufsicht haben mitten in der Finanzkrise lieber während der Arbeit Pornos geschaut, als Banken beaufsichtigt. Einer hat sogar bis zu 8 Stunden pro Tag an seinem Bürocomputer verfolgt, was das Auf und Ab und die diversen Bewegungen der Kopulationsmärkte so machen.

Sind wir doch mal ehrlich: „Fanny Mae“ und „Freddy Mac“ klangen schon immer eher wie Pornodarsteller, als wie Banken. Und ist es dem Finanzaufseher zu verdenken, dass er grade in Zeiten der Krise gerne mal sieht, wie nicht nur wo was reingesteckt wird, sondern dabei auch noch richtig was rauskommt?

Großer Schaden wird nicht entstanden sein. Wer telefonisch bei einem dieser Bankenspanner Auskunft über den Zustand der Finanzmärkte eingeholt hat, dem wird das entsprechende Stöhnen am anderen Ende der Leitung eine deutliche Warnung gewesen sein. Wer immer nur Banken beobachtet, der ist halt irgendwann so viel Obszönität gewöhnt, dass er den Unterschied zwischen Subprime und Hardcore einfach nicht mehr sieht.

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Die Bundesanwaltschaft hat die Ermittlungen gegen Oberst Klein eingestellt. Weil er auch nach gewissenhafter Prüfung die Zivilisten vor lauter Taliban nicht gesehen und sich für einen „eng begrenzten Einsatz mit der geringstmöglichen Bombengröße und Anzahl entschieden hat“. Zwei Bomben hat er abwerfen lassen. Nachdem die amerikanischen Flieger ihn von 6 auf 2 runtergehandelt hatten.

Und weniger als 2 Bomben kann man ja nicht werfen. Das war bestimmt so ein günstiges 2:1 Sonderangebot im Gebinde. Außerdem hat der Oberst einen „direkten Feindkontakt“ und eine „unmittelbare Gefahrenlage“ herbeigelogen. Aber es ist ja Krieg. Und wo gehobelt wird, fallen auch Zivilisten. Dass Krieg ist, sieht man auch am vermehrten Lügenaufkommen.

Morgen steht Guttenberg vorm Kundus-Untersuchungsausschuss. Der hatte ja die Herren Schneider und Wichert entlassen, weil sie ihm in einem Gespräch wichtige Informationen vorenthalten haben sollen. Gutti sagt, er hat dafür zwei Zeugen. Schneider und Wichert sagen: Bei dem Gespräch war nur noch die Büroleiterin dabei, wir waren zu viert. Ja wie nun? Stand der zweite Zeuge hinterm Vorhang, im Kleiderschrank, oder hing er mit Saugnäpfen an der Decke? Bei Bill Clinton hätte man gesagt: Klar, der war unterm Schreibtisch!

Wie sollen die sich auf eine Informationslage einigen, wenn sie nicht mal wissen, zu wievielt sie sind? Hat der Minister zu einem gesagt: „Könnten Sie bitte mal kurz rausgehen, damit wir fünf zu viert sind?“ Wahrscheinlich auch nur, weil er nicht genug gleiche Kaffeetassen hatte.

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Weil die Kriegsbegeisterung der Deutschen in umgekehrt proportionalem Verhältnis zur Strahlkraft des Verteidigungsministers steht, hat sich die CIA jetzt in einem geheimen Papier Gedanken gemacht, wie man die Deutschen emotional neu für den Afghanistan-Einsatz erschließen könnte.

Eine Niederlage am Hindukusch führe nur zu mehr Terror, Rauschgift und Flüchtlingen in Deutschland. Halb so wild, werden viele sagen, Terror, Rauschgift und Flüchtlinge, das kennen wir, das waren die Sechziger, da war immerhin die Musik besser als heute.

Deshalb schlägt die CIA vor, mehr an positive Gefühle anzuknüpfen, und sei es an die Siegessäulen-erprobte Obamania. Wenn wir Obama so bewundern, wenn wir ihn für eine Lichtgestalt, ja gar für eine bessere Merkel halten, dann sei doch auch die Frage erlaubt, was wir eigentlich tun, um ihm zu helfen. Obamania ist keine kostenlose Hüpfburg, spätestens am Ausgang muss gezahlt werden.

Und schließlich empfiehlt das Papier, in den deutschen Medien Interviews mit afghanischen Frauen zu forcieren, damit aus den Truppenbewegungen eine Art Frauenbewegung wird. Also: Wenn demnächst Alice Schwarzer nach Kundus fliegt, um mit dem Schlachtruf „Yes we can!“ Mohnfelder und BHs niederzubrennen, dann ist hoffentlich allen klar, wie der Hase läuft. Im Zweifelsfalle Zickzack, damit er nicht getroffen wird.

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