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Archiv für die Kategorie ‘Terror’

Bild hat die Kanzlerin zur Trauerfeier geprügelt. War gestern noch ihre Teilnahme an der Zeremonie für die in Kundus am Karfreitag gefallenen Soldaten nicht vorgesehen, ist es ihr heute “ein persönliches Anliegen”. In der Politik nennt man das “Gespür für Stimmungen”, im Hundesport “Bei Fuß” oder vielleicht auch neudeutsch “Agility”.

Gut, dass eine Kanzlerin den Hinterbliebenen bei dieser Gelegenheit auch mal in die Augen schauen muss. Hoffentlich hat sie gebührend Albträume. Unschön, dass sie von diesem Schmodderblatt dorthin getrieben werden musste, in dem Ernst Elitz sich im Pathos-Stakkato an die Soldaten wendet: “Ich kenne eure Verzweiflung. Ich bewundere euren Mut. Ihr kämpft gegen den Terror. Vor euch verneigt sich das Land.”

Ach komm! Die kämpfen, weil man es ihnen befiehlt. Einen Krieg, der keinen Sinn macht, der nichts erreicht hat und der unter gefälschten Vorzeichen begonnen wurde. Und den dann unser Verteidigungsminister wie zum Hohn einen umgangssprachlichen Krieg nennt. Da ist es fast egal, wie gut ausgerüstet die sind, die man dort verheizt. Das war es, was Margot Käßmann meinte mit “In Afghanistan ist nichts gut”, bevor sie dann unter “An Alkohol am Steuer ist nichts gut” abgelegt wurde.

Ruhm, Ehre, Kampf, Vaterland. Die Militarisierung der Politik geht voran. Umgangssprachlich nennt man das Scheiße. Bald wird man Mütter auffordern, dem Kampf gegen den Terror Soldaten zu gebären und neue Kriegerdenkmäler in die Ortskerne stellen. Und wir werden stolz sein, weil wir endlich Schulter an Schulter mit den USA, Frankreich, Italien und vielen anderen für die gute Sache sterben und töten dürfen. Der Tod ist ein Exportweltmeister aus Deutschland.

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Ja, ich bin Karnevalsflüchter. Erst am Aschermittwoch fängt für mich der Spaß wieder an. Gestern Abend hab ich einmal aus Versehen 3 Minuten durchs TV-Programm gezappt, schon war mein Verstand von gefühlten roten Pusteln übersät, akute Pappnasenallergie.

Erst reißt ein alter Mann einen alten Witz über seine Alte, dann kommt ein Tusch, ich zappe. Dann steht da Guido Cantz, ein vermeintlich nicht ganz so alter Mann, und reißt einen noch älteren Witz über seine Alte, Tusch, der Saal bricht unkontrolliert in einen kölschen Karnevalsschlager aus, Humorinkontinenz nach Noten. Ich zappe.

Margit Sponheimer, die unkaputtbare Zsa Zsa Gabor der Määänzer Fassenacht, moderiert irgendwas, was darauf hindeutet, dass gleich ein uralter Mann einen Fossilwitz über seine mumifizierte Gattin reißen könnte. Ich zappe. Da! Eine historische Aufnahme. Heinz Schenk, immerhin in Schwarz-Weiß. Alte Witze in Schwarz-Weiß sind charmant. Mensch, der hat ja schon in den Sechzigern gesprochen, als trüge er ein tschechisches Billiggebiss. Immerhin gereimt. Der Mann hat alles gereimt, was geht. Was nie von Heinz Schenk auf den Lippen getragen wurde, kann kein echter Reim sein.

Die Bütt ist eine Zeitmaschine. Wer immer sie betritt, kippt rückwärts aus der Gegenwart und landet in der Ursuppe des ältesten gemeinsamen Witznenners. Wer hat eigentlich diese Tuschs erfunden? Diese akustische Blindenschrift für alle, die den Witz nicht kommen sehen, diese Spaßbefehlsfanfare, mit der in Guantanamo wahrscheinlich gefoltert wurde? Ach, ich sollte mich nicht aufregen, ich habe goldene Zeiten vor mir: Ab übermorgen gibt es Berliner!!!

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Wir helfen euch aus dem Rock!

Die Sonne lacht, mein Herz geht auf: Es lösen sich die Scorpions auf!

Vielleicht hat das ja auch mit Westerwelles neustem Aussteigerprogramm zu tun. Viele hätten sich nicht aus fanatischer Überzeugung der Band angeschlossen, so der Außenminister zur “Bild am Sonntag”, sondern aus wirtschaftlicher Not. Ihnen könne er eine wirtschaftliche und soziale Perspektive bieten.

Er wolle diejenigen, die bereit sind, dem Hardrock abzuschwören, mit materiellen Anreizen zur Aufgabe des elektrischen Klampfens bewegen. Dabei seien allerdings “zwei rote Linien” zu beachten: Aussteiger müssten sich von jeder Zusammenarbeit mit Klaus Meine lossagen und nie wieder Gebrauch von jeglichem (gegen alle Genfer Konventionen verstoßenden) “Wind of change”-Gepfeife machen.

Es werde einen völlig neuen Ansatz zur Wiedereingliederung gealterter Hardrocker geben, so Westerwelle. Politiker aus der Union und von den Grünen warnten allerdings davor, den Musikterroristen zu viele Zugeständnisse zu machen.

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Wenn du mit klaffender Platzwunde auf der Stirn einem FDPler vor die Füße fällst und ihn um Hilfe bittest, wird er dann den Notarzt rufen, die Wunde selbst zusammentackern, oder dir eine Steuersenkung anbieten? Eben.

Manch Wüstenwanderer erinnert sich auch des Moments, als er am Rande des Nervenzusammenbruchs und inmitten der Sahara verzweifelt “Wasser!!!” rief und ihm am Horizont eine blaugelbe Fata Morgana in Form einer Westerwelle erschien, die ihm kein Glas des lebensrettenden Nasses anbot, sondern doch wieder nur mehr Brutto vom Netto.

Einmal Steuersenkungspartei, immer Steuersenkungspartei. Und wenn sie beim kommenden Dreikönigstreffen die Hosen runterlässt, dann wird sie sich auch dabei wieder stolz die Steuersätze um die Knöchel baumeln lassen.

Das mit den Bürgerrechten, stimmt, das ist auch noch ein liberales Thema. Aber eben nicht das der USA. Kannste nix machen. Ob Bankdaten oder Körperöffnungen, da ist bedingungslose Transparenz gefordert. Amerikareisende werden künftig nur noch fliegen dürfen, wenn sie vorher ihre DNA, eine Stuhlprobe und den Haustürschlüssel eingeschickt haben. Und das alles wegen radikalisierten Unterhosenträgern aus dem Jemen, dem ärmsten Land der arabischen Welt, denen ein Nacktscanner eh am Arsch vorbei geht. Vielleicht lässt Al Kaida sich ja mit Steuersenkungen beruhigen.

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Um morgen nicht im Silvester-Einkaufsgetümmel unterwegs zu sein, war ich heute im Vorsilvester-Einkaufsgetümmel. Alle waren auf Achse und auf der Suche nach Raketen, Rotkäppchensekt und Rucola. Es war so voll, dass ich unwillkürlich dachte: Wenn die an den Flughäfen wirklich Nacktscanner installieren, dann kann es nicht mehr lange dauern, bis die ersten Sicherheitsbeamten Amok laufen.

Nicht alles, was so rumläuft, sollte nacktgescannt werden. Und “Nacktscanner” ist auf den letzten Metern des Jahres noch mein Unwort 2009 geworden. Bald werden die ersten Passagiere nackt am Flughafen aufkreuzen, sicherheitshalber und Kosten dämpfend. Wer sich bisher Sorgen um den “gläsernen Bürger” gemacht hat, der darf jetzt schon mal gepflegt Angst vorm nackten Bürger entwickeln.

In einer Bild-online-Umfrage sind 50% der Leser fürs Nacktscannen, gut – das kennen sie ja vom Bild-Girl. Wer eh im Zustand geistiger Nacktheit durchs Leben gleitet, der lässt sich im Kampf gegen den Terror natürlich auch gerne weiter entblößen. Im Fernsehen hat man uns mit Big-Brother jahrelang drauf vorbereitet, dass jeder seine Rosette jederzeit in mehrere Kameras zu halten bereit sein muss, wenn er nicht als Spießer gelten will. Und jetzt wird es eben ernst.

Früher hieß es erotisch “Salz auf unserer Haut”, jetzt heißt es ganz technisch “Staat auf unserer Haut”. Was ich eigentlich sagen will: Danke! Danke an die nette Verkäuferin im Supermarkt, die mir noch hinterhergelaufen ist, um mich auf den nachgefüllten Rucola hinzuweisen. Nackt wär mir das nicht passiert.

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Da ist er wieder, der Ruf nach dem Nacktscanner. Natürlich kann ein solches Gerät mit den richtigen Leuten auf der richtigen Party ein großer Erfolg sein. Sein Nutzen zur Terrorabwehr am Flughafen scheint mir eher begrenzt.

Union und FDP wollen nacktscannen, aber nur, wenn dabei “die Intimsphäre gewahrt wird”. Mein lieber Herr Sicherheitspolitiker! Es gibt Leute, die haben Intimbereiche, in denen kann man ganze Völkerschlachten unterbringen.

Abgesehen davon gucken diese Scanner nicht unter die Haut. Und wie man Al Kaida kennt, findet sich bestimmt irgendein Fanatiker, der bereit ist, im Namen Allahs seine Bombe im Arsch zu transportieren.

Das heißt, vor Betreten des Flugzeugs müssten alle Passagiere einmal durch den Computertomografen. Das dauert Tage. In denen die bereits abgefertigten Kunden mit versiegelten Körperöffnungen in einem Hochsicherheitstrakt warten müssten. Und dann hat Al Kaida schon Kraniche dressiert. Sicherheit bleibt eine Illusion. Eine teure natürlich.

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Die fanatischen Vier

Der eine ist “narzisstisch, großspurig” und “immer modisch gekleidet”. Der andere ist “pubertär-trotzig” und “von Größenphantasien beseelt”. Wieder einer ist “eher brav” mit hoher “Leistungsmotivation” und Scheidungskind. Insgesamt sind die vier Jungs “völlig unterschiedliche Charaktere”.

Ist hier die Rede von “Take That”, “Tokio Hotel” oder gar der Führungsebene der Bayerischen Landesbank? Nein, es geht um die radikaltheologische Boygroup, die unter dem Namen “Sauerlandbomber” bekannt geworden ist. Psychiater bescheinigen ihren Mitgliedern jetzt die Abwesenheit krankhafter Persönlichkeitsstörungen. Sie sind schuldfähig, der ganz normale Wahnsinn eben.

Warum solche jungen Menschen mit großspurigen Phantasien und selbstverliebtem Leistungswillen ihr Heil nicht bei Dieter Bohlen suchen, sondern bei Al Kaida, das bleibt die Frage. Hat “Deutschland sucht den Superstar” versagt, wenn der Islamist die bessere Jugendarbeit macht?

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Friedenspfeifen

Oslo, 13:00 Uhr, die Moral sitzt:

“Wir sind weiter im Krieg und ich bin verantwortlich… Einige werden töten, andere werden getötet werden… Es steht fest: Das Böse existiert in der Welt. Zu sagen, dass der Einsatz des Militärs manchmal nötig ist, ist kein Aufruf zum Zynismus. Es ist die Wahrnehmung der Geschichte, der Unzulänglichkeiten der Menschheit und der Begrenztheit der Vernunft… Lasst uns nach einer Welt streben, wie sie sein sollte. Danach, dass der Funken des Göttlichen sprüht.”

Was wollen uns diese Worte sagen? Wo gehobelt wird, fallen Späne, und wo gebombt wird, fällt der Funke des Göttlichen? Die Welt ist böse und blöd, aber ich steh dazu und übernehm die Verantwortung? Ich wette, wenn man in einem Anfall von Wahnsinn und Experimentierfreude Saddam Hussein einen Friedensnobelpreis verliehen hätte, er hätte eine ganz ähnliche Rede zusammenbekommen. Vermutlich sogar auch George Bush, Adolf Hitler oder Schneewittchens Stiefmutter.

Spätestens ab heute ist Frieden auch nicht mehr, was er mal war. Friedfertig ist, wer einen gerechten Krieg führt. Und ein guter Mensch ist, wer Gründe hat, ein Arschloch zu sein. Die Nobelpreiskommission hat eine dicke, fette Dialektik-Bombe über dem gesunden Menschenverstand abgeworfen. Volltreffer.

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Die Gegenwart zeigt sich mal wieder von ihrer unappetitlichsten Seite. Gestern erwische ich beim Zappen eine Vorabend-Reality-Doku-Soap. Im ersten Moment bin ich froh, dass es um das Mieten von Wohnungen und Häusern geht, und nicht um den Alltag von Tierärzten. Da kann man nämlich manchmal beim Abendessen mitverfolgen, wie der Veterinär beherzt bis zum Kinn in den Kuh-Geburtskanal eintaucht, oder wie ein Hamster von seinem nicht laufradkompatiblen Hodentumor befreit wird. Ich weiß, man soll beim Essen nicht fernsehen.

Gestern ging es um Luxuswohnungen. Und den neusten Trend. Nach offenen Wohnküchen kommt jetzt das offene Wohnklo. Direkt in einer Ecke des Schlafzimmers. Weil es unglaublich sexy ist, seinem Partner beim Duschen zuzuschauen. Oder sich nachts mit Durchfall quasi das Traumreich zu kontaminieren. Scheißen diese Leute vor lauter Luxus Veilchen? Türen sind nicht nur Blickschutz, Türen können Nasen retten. Demnächst wird es ein Zeichen von Wohlstand sein, ins Zimmereck zu kacken und Heu drüber zu scharren.

Und heute früh lese ich dann in der Zeitung, dass sich terroristische Arschlöcher mittlerweile per Sprengstoffzäpfchen in die Luft sprengen. Von Handy aus gezündet. Das heißt dann für künftige Passagiere: Darmspiegelung oder Handyverbot. Letzteres würden die Business-Fluggäste nie mit sich machen lassen. Da kommt der Kampf gegen den Terror an seine Grenzen. Wahrscheinlich brauchen wir den gläsernen Passagier. Also nicht wegen dem Zäpfchen, sondern um sicherzustellen, dass er keine Islamisten kennt. Wer nicht nachweisen kann, dass sein Stammbaum Taliban-frei ist, bekommt ein gelbes “I” aufs Revers genäht und darf nach Übersee nicht mehr fliegen, sondern muss mit der Berliner S-Bahn hin. Unappetitlich, das alles.

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Drei blöde Ausreden

Der tscheschiche Ex-Premier Topolanek ist nackt auf den berühmten Privat-Party-Bildern bei Berlusconi zu sehen. Nackt und erigiert. Jetzt hat er zugeben, er sei tatsächlich auf diesen Aufnahmen zu sehen, allerding seien diese “eine Fotomontage”. Heißt das, er kriegt eigentlich schon lang keinen mehr hoch?

David Carradine hat sich vermutlich in seinem Hotelschrank totmasturbiert. Angeblich hat er seinem Sohn immer beigebracht “Tu im Leben nichts, wobei man dich nicht auch tot auffinden düfte”. Auch deshalb betreitet die Familie jetzt diese Todesursache und spricht vom tödlichen Rache-Akt einer Kung-Fu-Sekte. Klar. Klingt ja deutlich besser. Zumindest solange Masturbation nicht als Kampfsport gilt.

Der Möchtegernsauerlandwasserstoffbomber Yilmaz will gestehen. Seine Anwältin ist übrigens Ricarda Lang, auch bekannt aus der Sat1 Serie “Richter Alexander Holt”. Wie ist er nur an die gekommen? Zuviel ferngesehen? Seit wann dürfen Sat1-Reality-Komiker in einem wichtigen Terrorprozess auftreten? Egal. Zum Richter (nicht Alexander Holt, hoffentlich) hat Yilmaz gesagt: “Es ist mir egal, wie viel sie mir geben, ob 20 oder 30 Jahre. Ich möchte nur, dass das hier vorbeigeht. Mir ist echt langweilig”. Langweilig. Das kommt dabei raus, wenn Wohlstandsverwahrlosung auf Fundamentalismus trifft. Beleidigte Pimpfe, die sich für die Allah-RAF halten und ansonsten gut unterhalten werden wollen.

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