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Archive for the ‘Terror’ Category

“Ich möchte die Bevölkerung bitten, in ihrem Umfeld wachsam zu sein und alles, was ihr verdächtig erscheint, der Polizei zu melden. Denn es gibt ernst zu nehmende Hinweise auf Anschläge in Europa… Wir haben keine konkrete Spur.” Sagt der Innenminister.

Und ich melde: Der Mann erscheint mir verdächtig. Das ist ja eine Terrororakelei wie aus der Glaskugel. Keine Spur, aber Hinweise. Nicht konkret, aber ernst zu nehmend. Bürger holt die Wäsche rein, es könnte was passieren, von dem wir vermuten, dass es unkonkret verdächtig ist. Holzauge sei wachsam und hüte dich vor einem ernstzunehmenden Umfeld. Sieben Bomben sind in diesem Bild.

Das ist eine Gefahrenmeldung wie für gemacht für Halloween, wenn der Innenminister jetzt vor meiner Haustür stünde und “Süßes oder Saures?” fragte, ich würde mich nicht wundern. Aber ihn natürlich konkret der Polizei melden.

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Da bin ich echt mal wieder baff, meine lieben Freunde vom atomverarbeitenden Gewerbe. Während die Kanzlerin noch überlegt, wie sie ihren Energiefreunden durch Laufzeitverlängerungen Milliarden in den Rachen werfen und dabei trotzdem irgendwie dunkelgrün wirken kann, während die Rede davon ist, dass die alten Meiler sicherheitstechnisch aufgerüstet werden sollen, damit sie auch einem abstürzenden Passagierflugzeug standhalten können, was macht Ihr da? Stellt mir ein Plakat in die Straße. Zum “Energietag 2010″. Mit dem Slogan “Da fliegen wir drauf”.

Jaissesdenn! Schön mit “Wann? 5. September, 10-18 Uhr!” und “Wo? Energiezentrum Biblis!”, also direkter kann man den Osama ja nicht einladen. Der muss nur dahin, wo die Luftballons hängen, wahrscheinlich helft Ihr ihm noch beim schwerkraftintensiven Rückwärtseinparken der Maschine. So verstrahlt wie Eure Werbeabteilung möchte ich mal sein.

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Weil die Kriegsbegeisterung der Deutschen in umgekehrt proportionalem Verhältnis zur Strahlkraft des Verteidigungsministers steht, hat sich die CIA jetzt in einem geheimen Papier Gedanken gemacht, wie man die Deutschen emotional neu für den Afghanistan-Einsatz erschließen könnte.

Eine Niederlage am Hindukusch führe nur zu mehr Terror, Rauschgift und Flüchtlingen in Deutschland. Halb so wild, werden viele sagen, Terror, Rauschgift und Flüchtlinge, das kennen wir, das waren die Sechziger, da war immerhin die Musik besser als heute.

Deshalb schlägt die CIA vor, mehr an positive Gefühle anzuknüpfen, und sei es an die Siegessäulen-erprobte Obamania. Wenn wir Obama so bewundern, wenn wir ihn für eine Lichtgestalt, ja gar für eine bessere Merkel halten, dann sei doch auch die Frage erlaubt, was wir eigentlich tun, um ihm zu helfen. Obamania ist keine kostenlose Hüpfburg, spätestens am Ausgang muss gezahlt werden.

Und schließlich empfiehlt das Papier, in den deutschen Medien Interviews mit afghanischen Frauen zu forcieren, damit aus den Truppenbewegungen eine Art Frauenbewegung wird. Also: Wenn demnächst Alice Schwarzer nach Kundus fliegt, um mit dem Schlachtruf „Yes we can!“ Mohnfelder und BHs niederzubrennen, dann ist hoffentlich allen klar, wie der Hase läuft. Im Zweifelsfalle Zickzack, damit er nicht getroffen wird.

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Bild hat die Kanzlerin zur Trauerfeier geprügelt. War gestern noch ihre Teilnahme an der Zeremonie für die in Kundus am Karfreitag gefallenen Soldaten nicht vorgesehen, ist es ihr heute “ein persönliches Anliegen”. In der Politik nennt man das “Gespür für Stimmungen”, im Hundesport “Bei Fuß” oder vielleicht auch neudeutsch “Agility”.

Gut, dass eine Kanzlerin den Hinterbliebenen bei dieser Gelegenheit auch mal in die Augen schauen muss. Hoffentlich hat sie gebührend Albträume. Unschön, dass sie von diesem Schmodderblatt dorthin getrieben werden musste, in dem Ernst Elitz sich im Pathos-Stakkato an die Soldaten wendet: “Ich kenne eure Verzweiflung. Ich bewundere euren Mut. Ihr kämpft gegen den Terror. Vor euch verneigt sich das Land.”

Ach komm! Die kämpfen, weil man es ihnen befiehlt. Einen Krieg, der keinen Sinn macht, der nichts erreicht hat und der unter gefälschten Vorzeichen begonnen wurde. Und den dann unser Verteidigungsminister wie zum Hohn einen umgangssprachlichen Krieg nennt. Da ist es fast egal, wie gut ausgerüstet die sind, die man dort verheizt. Das war es, was Margot Käßmann meinte mit “In Afghanistan ist nichts gut”, bevor sie dann unter “An Alkohol am Steuer ist nichts gut” abgelegt wurde.

Ruhm, Ehre, Kampf, Vaterland. Die Militarisierung der Politik geht voran. Umgangssprachlich nennt man das Scheiße. Bald wird man Mütter auffordern, dem Kampf gegen den Terror Soldaten zu gebären und neue Kriegerdenkmäler in die Ortskerne stellen. Und wir werden stolz sein, weil wir endlich Schulter an Schulter mit den USA, Frankreich, Italien und vielen anderen für die gute Sache sterben und töten dürfen. Der Tod ist ein Exportweltmeister aus Deutschland.

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Ja, ich bin Karnevalsflüchter. Erst am Aschermittwoch fängt für mich der Spaß wieder an. Gestern Abend hab ich einmal aus Versehen 3 Minuten durchs TV-Programm gezappt, schon war mein Verstand von gefühlten roten Pusteln übersät, akute Pappnasenallergie.

Erst reißt ein alter Mann einen alten Witz über seine Alte, dann kommt ein Tusch, ich zappe. Dann steht da Guido Cantz, ein vermeintlich nicht ganz so alter Mann, und reißt einen noch älteren Witz über seine Alte, Tusch, der Saal bricht unkontrolliert in einen kölschen Karnevalsschlager aus, Humorinkontinenz nach Noten. Ich zappe.

Margit Sponheimer, die unkaputtbare Zsa Zsa Gabor der Määänzer Fassenacht, moderiert irgendwas, was darauf hindeutet, dass gleich ein uralter Mann einen Fossilwitz über seine mumifizierte Gattin reißen könnte. Ich zappe. Da! Eine historische Aufnahme. Heinz Schenk, immerhin in Schwarz-Weiß. Alte Witze in Schwarz-Weiß sind charmant. Mensch, der hat ja schon in den Sechzigern gesprochen, als trüge er ein tschechisches Billiggebiss. Immerhin gereimt. Der Mann hat alles gereimt, was geht. Was nie von Heinz Schenk auf den Lippen getragen wurde, kann kein echter Reim sein.

Die Bütt ist eine Zeitmaschine. Wer immer sie betritt, kippt rückwärts aus der Gegenwart und landet in der Ursuppe des ältesten gemeinsamen Witznenners. Wer hat eigentlich diese Tuschs erfunden? Diese akustische Blindenschrift für alle, die den Witz nicht kommen sehen, diese Spaßbefehlsfanfare, mit der in Guantanamo wahrscheinlich gefoltert wurde? Ach, ich sollte mich nicht aufregen, ich habe goldene Zeiten vor mir: Ab übermorgen gibt es Berliner!!!

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Die Sonne lacht, mein Herz geht auf: Es lösen sich die Scorpions auf!

Vielleicht hat das ja auch mit Westerwelles neustem Aussteigerprogramm zu tun. Viele hätten sich nicht aus fanatischer Überzeugung der Band angeschlossen, so der Außenminister zur “Bild am Sonntag”, sondern aus wirtschaftlicher Not. Ihnen könne er eine wirtschaftliche und soziale Perspektive bieten.

Er wolle diejenigen, die bereit sind, dem Hardrock abzuschwören, mit materiellen Anreizen zur Aufgabe des elektrischen Klampfens bewegen. Dabei seien allerdings “zwei rote Linien” zu beachten: Aussteiger müssten sich von jeder Zusammenarbeit mit Klaus Meine lossagen und nie wieder Gebrauch von jeglichem (gegen alle Genfer Konventionen verstoßenden) “Wind of change”-Gepfeife machen.

Es werde einen völlig neuen Ansatz zur Wiedereingliederung gealterter Hardrocker geben, so Westerwelle. Politiker aus der Union und von den Grünen warnten allerdings davor, den Musikterroristen zu viele Zugeständnisse zu machen.

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Wenn du mit klaffender Platzwunde auf der Stirn einem FDPler vor die Füße fällst und ihn um Hilfe bittest, wird er dann den Notarzt rufen, die Wunde selbst zusammentackern, oder dir eine Steuersenkung anbieten? Eben.

Manch Wüstenwanderer erinnert sich auch des Moments, als er am Rande des Nervenzusammenbruchs und inmitten der Sahara verzweifelt “Wasser!!!” rief und ihm am Horizont eine blaugelbe Fata Morgana in Form einer Westerwelle erschien, die ihm kein Glas des lebensrettenden Nasses anbot, sondern doch wieder nur mehr Brutto vom Netto.

Einmal Steuersenkungspartei, immer Steuersenkungspartei. Und wenn sie beim kommenden Dreikönigstreffen die Hosen runterlässt, dann wird sie sich auch dabei wieder stolz die Steuersätze um die Knöchel baumeln lassen.

Das mit den Bürgerrechten, stimmt, das ist auch noch ein liberales Thema. Aber eben nicht das der USA. Kannste nix machen. Ob Bankdaten oder Körperöffnungen, da ist bedingungslose Transparenz gefordert. Amerikareisende werden künftig nur noch fliegen dürfen, wenn sie vorher ihre DNA, eine Stuhlprobe und den Haustürschlüssel eingeschickt haben. Und das alles wegen radikalisierten Unterhosenträgern aus dem Jemen, dem ärmsten Land der arabischen Welt, denen ein Nacktscanner eh am Arsch vorbei geht. Vielleicht lässt Al Kaida sich ja mit Steuersenkungen beruhigen.

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