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Archive for the ‘Sport’ Category

Ball 2.0

Wegen der akuten Schiri-Geisterfahrten dieser WM denkt die Fifa jetzt über die Einführung technischer Hilfsmittel nach, was die Torlinie und deren Überschreiten angeht. Zum Beispiel den Chip im Ball. Toll. Dann ist bald das erste Tor ungültig, weil der Ball einen Virus hatte.

Oder das Spiel muss abgebrochen werden, weil der Ball abgestürzt ist. Ganz schlimm auch die Vorstellung, Hacker könnten sich Zugang zum Chip verschaffen. Dann sagt der Schiedsrichter: „Vom Sehen her hätt ich auch gedacht, der wär auf der Tribühne gelandet, aber er war wohl eindeutig drin.“

Und dann kommen die Datenschützer und warnen, dass der Ball speichern könnte, von wem er wann und wie getreten worden ist. Wie wäre es denn einfach mit zwei Torlinienrichtern? Die kosten nicht viel, brauchen keinen Strom und produzieren keine Fehlermeldungen wie „Ihr Ball konnte nicht gelesen werden, bitte kicken sie ihn noch mal ins Tor!“

Warum einfach, wenn es kompliziert geht? Man kann auch Omas einfach über die Straße helfen, oder ihnen Chips einbauen, die dann per Verkehrsleitsystem die Autos um sie herum routen…

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Dass die deutsche Nationalelf sich durch „undeutsche Tugenden wie Spielwitz und Kreativität“ auszeichnet, hab ich heute irgendwo gelesen. Das klang gut und ungefähr so erfrischend wie alkoholfreies Bier. Nach dem Spiel muss ich sagen: stimmt! Zischt, perlt und man kann danach sogar noch Auto fahren.

So wie es die diversen ländlichen Klein-Korsos tun, die jetzt wie fröhlich beschwipste Bienenschwärme luftig am Horizont umherhupen. Selbst Günther Netzer hat Spaß an der Backe. Und den Delling, aber das macht heute nix. Für einen sommerlichen Moment fühlt sich Schwarz-rot-gelb gut an, wie die Mischung aus dem schwarzen Boateng, dem türkischroten Özil und dem goldigen Rest.

Wir sind eine junge Mannschaft. Das wär auch mal ein tolles Konzept fürs ganze Land. Her mit dem Spielwitz und der Kreativität! Dafür würde ich auch in Kauf nehmen, dass Delling und Netzer live aus dem Bundestag kommentieren.

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Das Schönste an der WM ist ja, dass man zurzeit mit dem ganzen Schwarzrotgelb prima Nazis ärgern kann. Weil die deutsche Elf eine Elf mit Migrationshintergrund ist, von Podolski über Cacau bis Özil. Da reagiert der Nazi empfindlich, wenn die Falschen zur Hymne stramm stehen, von Deutschland angefeuert werden und dann auch noch Tore schießen, nichtarische.

Der Pressesprecher der NPD sagt: „Uns stößt übel auf, dass damit der Ursprungsgedanke des Wettkampfs zwischen Völkern vernichtet wird!“ Ich glaub, da verwechselt er Weltmeisterschaft mit Weltkrieg. Aber schön für ihn, dass er auch noch den Begriff „Vernichtung“ in seinem Satz untergebracht hat.

Das wär ein Fest, wenn die Nationalmannschaft nur Müller, Meier, Schmitz hieße, Trikots von Thor Steinar und Springerstiefel mit Stollen tragen würde. Dann wären die Engländer aber mal richtig motiviert und wir hätten gar keine Chance mehr am kommenden Sonntag.

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Heute Nachmittag um Drei habe ich mich durch einen unbedachten Knopfdruck in ein Paralleluniversum gebeamt. Denn auf einmal hatte ich auf dem Fernseher das ARD-Bild und den ZDF-Ton. Das heißt: Ich sah das WM-Spiel Niederlande gegen Japan und hatte dazu den Ton der königlichen Hochzeit in Schweden. Fantastisch! Muss man dabei gewesen sein!

Während sich verschwitzte Fußballer über das Grün bolzten, hörte ich ein Kommentatorenpaar mit gedämpfter Stimme freudig-ergriffen moderieren. Im Hintergrund abwechselnd ein jubilierender Kinderchor und die Stille in der Nikolaikirche. Man sieht die ersten Fouls und Freistöße, dazu die Worte: „Das Volk jubelt vor den Großleinwänden, auf deren Aufstellung Victoria bestanden hat!“

Von Bommel läuft durchs Bild: „Hier kommt Königin Beatrix!“ Van de Wiel bekommt Gelb: „Die Kronprinzessin sieht heute fantastisch aus!“ Großaufnahme des japanischen Trainers Okada: „Für einen Bürgerlichen hat Daniel Westling das höfische Winken bereits gut verinnerlicht!“ So schön kann Fußball sein. Endergebnis: 1:0 fürs schwedische Königshaus.

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Och, das ist ja putzig, wie die Blödzeitung sich die Fußball-WM als Konjunkturprogramm schönredet. Je besser die Nationalelf kickt, desto konsumfreudiger seien die Deutschen. Klar, weil wir uns alle neue Fernseher kaufen, wenn Klose seine „inneren Reichsparteitage“ feiert, wie man im ZDF zielgruppengenau Freude zu umschreiben pflegt.

Mit Sportartikeln, Sammelbildchen, Bier und Cola werden wir hier ein Wachstum generieren, das sich nur so gewaschen hat. Allein, wenn man an die Zuwachsraten im trötenproduzierenden Gewerbe denkt, muss man feststellen: Kommt, lasst den Hoteliers ihre Mehrwertsteuer, der Klose schießt uns aus dem Haushaltloch!

Wir malen uns jetzt einfach so viel schwarz-rot-goldene Farbe ins Gesicht, bis er kommt, der Aufschwung. Und dann lassen wir uns durch den Cacau ziehen, nach vorne natürlich!

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Seit der WM in Südafrika mag ich plötzlich Nationalhymnen. Weil da wenigstens mal für 1 Minute dieses Getröte nachlässt.

Ist schon lustig, wie empfindlich wir da sind und wie festgefahren, was unsere Seh- und Hörgewohnheiten angeht. Man könnte einfach den Fernseher leiser machen und gut. Aber nein, ohne Fangesänge und Gejohle ist es kein Fußball für uns. Wir haben die lauten Geräusche gerne zielgerichtet und aktionsbedingt. Wohingegen der Dauerton eher was kultisches ist, fast ein das Spiel tragendes Mantra. Gut, eine Mischung aus Mantra und Tinnitus.

Ich sag mal so: Grade wir sollten uns nicht über 90 Minuten Vuvuzela aufregen, denn bei uns regiert eine ganz bestimmte Tröte schon seit geschlagenen 5 Jahren – die Angeelameekel!

Es hat halt jeder seinen eigenen Umgang mit der WM. Meine Tante Ursel interessiert sich so wenig für Fußball, wenn da mal ein Autokorso durch die Stadt fährt, sagt sie glatt: „Oh, eine Hochzeit!“. Andere sind so mitgenommen und ergriffen, dass sie zu Hause vorm Beamer das Deutschlandlied mitsingen. Da gebe ich aber zu bedenken: Leute, die beim heimischen WM-Gucken zur Hymne aufstehen, sind wahrscheinlich die selben, die auch beim Pornogucken Viagra nehmen.

Zusammenfassend: Fußball ist immer nervig, ob mit Tröte, oder ohne, sonst wär es ja kein Fußball. Mööööööööööööööööööööööööööööööööh!

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Jetzt ist also WM. Und ich hab mir wieder die drei Sätze zusammengesucht, die ich beim Fußballgucken abwechselnd sage, um wichtig zu klingen. Und eventuell anwesende Fußballfans in den Wahnsinn zu treiben: „Hätte man geben können!“, „Mach ihn rein!“ und, besonders sportfeuilletonistisch, „Da ist aber auch KEINE Idee!“

Das ist ja mit das Schlimmste an diesem Sport, dass Deppen wie ich einfach mitfeiern und mitreden dürfen, wenn sie sich nur was schwarz-rot-gelbes ins Gesicht malen oder genug Bier mitbringen. Ich freu mich auch schon wieder auf die Bilder von Angela Merkel auf der Tribühne, wie sie die Fäustchen reckt und sich freut, mal einer Meinung mit ihrem Volk zu sein.

Bitte nicht vergessen: Die lustige Frau, die da dem Schweini die Wange tätscheln und Podolski in den Hintern kneifen wird (also nur, wenn wir das Finale erreichen, denke ich), die mit Blazern in den Nationalfarben nur so um sich wirbeln und der Mannschaft für ihre „Tatkraft auch und grade in Zeiten großer Herausforderungen“ danken wird, das ist die selbe, die jetzt die Krise den Armen aus den Rippen spart, sich in Europa zur Wurst gemacht und die Bundespräsidentenwahl zur Lachnummer gemacht hat. Bei jeder ordentlichen Party muss es auch einen geben, der doof im Eck steht. Ich schlage vor, die Kanzlerin macht das.

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