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Archive for the ‘Promis’ Category

Jetzt werden seine Hausschlappen versteigert. Bernard Madoff sitzt im Knast, weil er Anleger um Milliarden betrogen hatte. Um die zu entschädigen, versteigert man jetzt Gegenstände aus seinem Privatbesitz, unter anderem die schwarzen Filzpantoffeln mit güldenem Monogramm, Größe 42. Da reinzuschlüpfen, muss sich für ein Madoff-Opfer anfühlen, wie ihn erlegt zu haben.

Soll noch einer sagen, der Kapitalismus hätte keine spirituellen Züge, das ist doch wohl eindeutig eine Reliquie. Die könnte man auch in der Glasvitrine ausstellen und die Wallstreetler drum herum pilgern lassen. Gleich daneben stünde dann Alan Greenspans Butterstulle, Josef Ackermanns Tütchen Erdnüsse und Thilo Sarrazins aus dem Schnauzbart gefischte Überreste seines Hartz-IV-Menüs. Und was dann dabei an Eintrittsgeldern hängen bleibt, das dient zur Bankenrettung. Nur das. Damit ihr mal seht, was ihr uns so wert seid.

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Wenn er Kanzler wird, wird sie die First Lady. Die Guttenbergin läuft sich warm. Erst hat sie ein Buch geschrieben, das heißt „Schaut nicht weg!“ und beschäftigt sich mit Kindesmissbrauch. Ein ehrenwertes Anliegen, das sie aber durch eine besonders blondhafte Horizontverengung untergräbt.

Etwa, wenn sie Lady Gaga und ihren „pornografischen“ Outfits die Schuld gibt für übersexualisierte Kinderseelen. Sie ist Jahrgang 1975. Die erste Hälfte der Siebziger ist an ihr vorbeigingen, da hat sie die Gnade der späten Popmusikgeburt und keinen Schimmer von den Outfits der Glamrocker.

Madonnas Outfits der 90er hätte sie aber schon mitbekommen können. Jetzt sind wir im Jahr 2010 und Madame zu Guttmensch macht sich Sorgen über die dadaistisch angehauchte Frau mit dem Schnitzelkleid. Wenn sie 2013 Kanzlergattin wird, wäre sie spießiger als es Hannelore Kohl je gewesen ist.

Aktuell übt die bessere Hälfte unseres Top-Gun-Verteidigungsministers sich ja im Schlammcatchen und robbt durch den Sündenpfuhl RTLII um dort Kinderschänder zu überführen. In der Sendung „Tatort Internet“ lockt sie zu Thriller-Klängen Pädophile in die Falle, wie es ekliger nicht mehr geht. Doppeleklig quasi.

Gegen die Mopsparade und Dauerbetittung von RTLII ist Lady Gaga ein Einpersonen-Nonnenkloster. Und Stephanie zu Guttenberg hat einen Überblick wie ein Einäugiger im 3D-Kino. Damit kann sie es noch weit bringen.

P.S.: Hab mal auf RTL in die erste Folge reingeschaut. Allein die Hollywoodmusik ist ein Verbrechen. Ansonsten liebe ich Vorstellungen wie: „Stephanie zu Guttenberg – Urenkelin von Otto von Bismarck und Mutter von 2 Kindern“.

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Bum Bum Frühstück

Was macht eigentlich Boris Becker so? Ich würde sagen: vor Überflüssigkeit verblöden. Zumindest wirkt es so, wenn er sein Privatleben in der Bildzeitung ausbreitet und sich beispielsweise beim Frühstück mit Gattin filmen lässt. Mit Dialogen wie von Loriot. Vielleicht wechselt Becker jetzt endgültig ins Komikerfach. Ich zitiere wörtlich:

Boris: „Hey der Franz hat heute Geburtstag, da müssen wir anrufen!“
Lilly: „So you send flowers?“
„Man schickt doch keine Blumen an einen Mann! Man ruft ihn an und sagt herzlichen Glückwunsch!“
„In Holland we have manners, we send flowers“
„Ist doch nicht zu glauben, was man alles in Holland macht! (Pause) Klitschko am Samstag, Vladimir, haste Lust?“
„Ja. Hast du Lust?“
„Warum gehst du eigentlich so gerne zum Boxen?“
„Because i like big sweaty bodies“
„Dann gehen wir nicht!“
„What about the U2-Concert?“
„Gefällt dir die Musik überhaupt? Ich mein, als U2 die großen Lieder gemacht haben, da warst du noch ein Baby! Kennste die Platte, most famous?“
„Well, then we don´t go!“
„Na, ich geh ja gerne hin. Lässte mich alleine hin?“
„I know them! Steets of Harlem!“
„Das ist ein Lied aus der Platte ´Rattle and Hum´.“
„Ok, so you´re better at U2 than me. What about Oktoberfest?“
„Klar. Haste dein Dirndl schon?“
„No“
„Aber du hattest doch letztes Jahr eins, du brauchst doch nicht jedes Jahr ein neues Dirndl“
„I gave it to the girl in South Africa“
„Geliehen? Geschenkt?“
„Beides!“
„Also wieder ein neues Dirndl kaufen?“
„It´s only once in a year, Schatzilein!“
„Auf jeden Fall gehen wir da hin. Oktoberfest, da machen wir doch auch unsere Charity. Machst du irgendwas für die Stiftung, du hast doch was vorgehabt?“
„Ja, i need a Kleid!“
„Nein, erst mal brauchst du einen gesunden Menschenverstand.“
„Schatzi, it´s your charity, you know…“

Da sollte man mal einen Nachspiel-Wettbewerb für Youtube draus machen. Wer fängt an?

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Wie ein Opellit

Wir sind Lena. Lena ist Opel. Wir sind Opel. So einfach ist die Rechnung der PR-Abteilung von Opel, die jetzt Lena Meyer-Landrut, das Fräuleinwunder von Oslo, als neues Werbegesicht für ihre Wackeldackelschleudern gewonnen hat.

Lena ist alles, was Opel gerne wäre: Jung, unkonventionell, sexy und leicht. Opel ist alles, was Lena nicht ist, also kurz zusammengefasst: Ralph Siegel. Gut, sie hat einen Mentor, der immer grinst wie ein Kühlergrill. Aber das war´s auch schon an Gemeinsamkeiten.

Lena ist seit einem knappen Jahr im Geschäft, Opel seit 150 Jahren. Lena trifft wenig Töne, Opel selten den Kundengeschmack. Lena bewegt sich lustig, bei Opel knirscht es im Getriebe. Also: Solange Lena nicht serienmäßig auf dem Beifahrersitz installiert ist, färbt ihre Frische vermutlich nur sehr homöopathisch auf die Marke ab. Aber ein netter Versuch ist es. Als würden wir Kunden auch Panzer kaufen, wenn man dazu tanzen kann.

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So langsam muss aber auch mal wieder Schluss sein mit dem verspäteten Sommerloch in Form von Thilo Sarrazin. Der medial dauerpräsente Schnauzer und Hobby-Genforscher verstopft mit seinen Rechenschieber-Thesen derartig die Talkshows, dass man sich fast schon nach der Zeit zurücksehnt, als noch rund um die Uhr mit Guttenberg geredet wurde.

Gestern bei Plasberg blieb Sarrazin wieder so beharrlich unklar eindeutig, dass ich mich gefragt habe, was er wohl sagt, wenn der erste Neonazi mit seinem Buch eine Moschee anfeuert. Wahrscheinlich würde er vorrechnen, dass er daran zu 50-80% unschuldig ist.

Gestern hat man dann erfahren, dass eine seiner größten Ängste ist, dass in hundert Jahren keiner mehr „Wanderers Nachtlied“ von Goethe kennt. Gottchen! Mir würde es ja schon langen, wenn in hundert Jahren keiner mehr Sarrazin kennt. So existenziell wichtig für das Zusammenleben der Menschen ist der Geheimrat ja nun auch wieder nicht. Wie ging das gleich noch mal? So, glaube ich:

„Über allen Gipfeln
Krawall,
Und von den Stammtischen
kommt überall
falscher Applaus
Der Sarrazin schweigt viel zu selten
Warte nur, balde
Stirbt auch er aus.“

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Heute ist der historische Tag, an dem die Blödzeitung in 3D erscheint. Damit einem die übliche Menschenverachtung noch mal besonders deutlich ins Gesicht springt. Vorne drauf Top-Gun-Guttenberg vor einem Kampfjet. So plastisch, als sei er berührbar. Gutti simuliert mal wieder Nähe. Und Kampfesmut. Wenn der mal Kanzler wird, bombt er persönlich Demokratie auf die Taliban.

Nächstes Thema: Sarrazin. Der Bildungsbürgerführer, dessen Horrorszenarien vom überfremdeten Volk ohne Raum so platt sind, dass nur 3D helfen kann. Ich fordere seine Zwangseinweisung in die NPD und krieg das kalte Kotzen bei diesem braun-brünftigen Blut-und-Boden-und-Bildung-und-Sperma-Geblubbere.

Dreidimensionaler Höhepunkt: Die Kanzlerin am Schreibtisch. Sie sitzt interessanterweise so sehr in der Bildmitte, dass man bei ihr in jeder Hinsicht nicht viel Perspektive sieht. Um sie herum gewinnt das Foto dann an Tiefe und zwar in Rot-Grün. Nie war die Bildzeitung subversiver.

Ach ja, das Tittenmädchen des Tages heißt Silvana und präsentiert ihre Doppel-D in Drei-D, Zwei mal Drei, das passt, das ergibt natürlich Sex. „Da will man nur noch eins: Zugreifen!“ Oder sich an den Kopf langen. 3D-Bild ist eine Art Greifspielzeug für Leser, die aus der analphabetischen Phase noch nicht ganz raus sind.

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Die Halbwertszeit wird immer kürzer. Der letzte Sieger von „Deutschland sucht den Superstar“ hieß Merhzad Marashi und muss nach grade mal 4 Monaten brüchigen Instant-Ruhms seine geplante erste Tournee mangels Zuschauerinteresse absagen. Als Tiger losgesprungen, als Eintagsfliege gelandet.

RTL betreibt eigentlich naturwissenschaftlich-philosophische Grundlagenforschung. Denn es geht hier anscheinend um die Frage, wie viel Geld es kostet oder bringt, einen jungen Menschen mit Lichtgeschwindigkeit ins Vergessen zu katapultieren, von Hundert auf Null in 4 Monaten.

Irgendwann wird der erste Superstar in einer Art künstlerischen Kernschmelze implodieren, weil er im selben Moment geboren und Ex-Promi wird. Möglicherweise setzt dieses Verheizen ungeahnte Mengen von Energie frei und taugt zur Nachfolgetechnologie für die Atomkraft. Dann hätte alles doch noch sein Gutes gehabt.

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