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Archiv für die Kategorie ‘Promis’

Papaparlamentarismus

Freunde, Gurus, Religionsgründer! An dieser Stelle seid noch einmal an den einfachen und wichtigen Kniff erinnert, mit Eurem Glauben auch gleich einen eigenen Staat ins Leben zu rufen. Und sei er noch so klein und undemokratisch. Auf diese Weise könnt Ihr nämlich im Bundestag sprechen.

So wie der Kollege Benedikt, der Ende nächsten Jahres mit dem Papamobil direkt am Parlament anflanscht, um höchst feierlich und leitkultürlich der Union Segen zu spenden. Und den Grünen Pickel zu bescheren. Schöner lässt sich die heilige Durchdringung von Staat und Religion nicht feiern, als mit diesem kleinen technischen Vorsprung gegenüber dem Islam, den Buddhisten und Atheisten. Die leider wegen des historischen Formfehlers der Nichtstaatlichkeit draußen bleiben müssen. In den Fußgängerzonen und Industriegebieten.

Nein, das ist keine Wettbewerbsverzerrung, das ist Tradition und spirituelle Folklore. Immerhin spricht auf die Weise mal jemand im Bundestag, der uns nicht auf Wahlplakaten belästigt und uns mit sogenannten Reformen verschont.

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Rauchzeichen und Wunder

Kurz vor seinem 107. Geburtstag hat Johannes Heesters das Rauchen aufgegeben. Für seine “wunderbare Frau”, damit sie noch lange etwas von ihm hat. Ist das jetzt ein Zeichen von Willensstärke, oder nicht? 90 Jahre nicht aufhören können, oder mit 106 sich zusammenreißen? Vielleicht hört er nur auf, weil er die Fluppen nicht mehr richtig halten kann.

Aber hey, irgendwie gibt das auch Hoffnung: Wer weiß, vielleicht schaffen wir tatsächlich mal den Atomausstieg. Jedenfalls lautet ab heute die offizielle Antwort auf den Spruch “Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen”: Joopi hat noch mit 106 dem Nikotin abgeschworen! Das war mindestens übermorgen und hat trotzdem noch funktioniert.

Natürlich auch, weil er weiß, wie wenig Zeit ihm fürs Rückfälligwerden bleibt. Vielleicht siegt auch irgendwann einfach der Alzheimer über die Sucht. Egal. Wir werden uns ab jetzt auch nicht wundern, wenn Heesters mit 108 verkündet, er habe den Sex aufgegeben, seiner wunderbaren Frau zuliebe. Oder weil ihm die Zigarrette danach so fehlt. Wie auch immer: Glückwunsch.

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Und immer in die Kamera winken!

Heppenheim heißt jetzt Vettelheim. Bis vor kurzem sah man von der Autobahn aus als Erstes das Mc-Donalds-M, als ginge es um Meppenheim. Jetzt können sie bald ein V aufstellen! (Ein V? Psssssst! Genaaaaauuu!).

Heute noch stehen vereinzelt Übertragungswagen von Privatsendern im Städtchen. Damit man jederzeit spontan Passanten nach dem Weltmeister befragen kann. Oder jemanden, der wen kennt, der immer schon den Cousin 7. Grades vom Vettel kannte.

Erst sah ich die Autos von RTL und nt-v und dachte: “Verdammt, hat es in der Odenwaldschule einen Amoklauf gegeben?” Dann wusste ich: So sieht es aus, wenn aus einer einzigen Sport-Nachricht noch tagelang Bilder gesaugt werden müssen.

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Wir sind im Ziel!

Ich hab heute am frühen Abend auf einer Bühne gestanden und mich beklatschen lassen, weil ich Heppenheimer bin und Sebastian Vettel Formel1-Weltmeister geworden ist. Hat funktioniert. Beides.

Dabei sind mir Autorennen eigentlich egal. Aber gegen billigen Lokalpatriotismus und einen jungen Helden hab ich nix. Wenn er mich quasi zum Mitweltmeister macht. Brumm! Sogar meine Oma ist Vettel-Fan. Die sitzt im Altersheim, mit Fensterplatz. Und da ist er vor ein paar Wochen mit seinem Boliden vorbeigedüst, hat Autogramme geschrieben und fette Bremsspuren auf der Bundesstraße hinterlassen. Seit dem guckt sie Formel1.

Da fahren zwar immer noch bloß Männer stundenlang im Kreis herum, aber irgendwie gehören wir jetzt dazu. Wir sind Passivrennfahrer, meine Oma und ich. Das ist gesünder als Passivraucher – wenn man nicht grad im falschen Moment über die Rennstrecke muss und da keine Fußgängerampel ist. Lange Rede, kurzer Sinn: Glückwunsch!

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In Washington haben Komiker wie Jon Stewart bei einer Großveranstaltung vorm Weißen Haus an die politische Vernunft appelliert. Grade auch angesichts der Tea-Party-Bewegung und unsäglich bekloppter Hitler-Obama-Vergleiche der Konservativen.

Einer der Redner brachte es so auf den Punkt:  “Ich will, dass wir wieder über unsere unterschiedlichen Ansichten diskutieren können, ohne dabei den Verstand zu verlieren. Was heute in der Politik passiert, ist einfach sehr bizarr” . Was für ein Land, in dem die Komiker für Verständnis, Kommunikation und Intelligenz werben müssen! Und was für Komiker, die das auch tun!

Vielleicht übernehmen sie bald sogar politische Ämter. Schlechter würde die Politik nicht werden, aber wenigstens unterhaltsamer. Und die ehemaligen Abgeordneten müssten mit ihren erbärmlichen Witzchen durch die kleinen Comedyclubs tingeln und sich mit Obst bewerfen lassen.

Wie säh das bei uns aus? Hirschhausen macht den Gesundheitsminister, Mario Barth Familie und Frauengedöns, Vince Ebert Wissenschaft, Ausbilder Schmitt Verteidigung und Harald Schmidt den Präsidenten. Ruckzuck wär sie da, die Komikerverdrossenheit…

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Da haben wir den Salat. Laut Zeitschrift “GQ” sind die Männer des Jahres Matthias Schweighöfer und (tataaaa!) Rainer Brüderle. Steht GQ für “größter Quatsch”, oder was?

Wenigstens Schweighöfer hat erklärt, sehr verwundert zu sein. Aber Rainer Brüderle als Ikone moderner Maskulinität, als role-model 2010??? Soll ich weiter zunehmen, mir eine dickere Brille kaufen und durch die Weltwirtschaftsgeschichte stolpern wie ein weinfestgeschädigter Elefant im Porzellanladen?

Seit wann ist die FDP sexy? Seit wann sind präsenile Altpolitiker, bei denen selbst die Kanzlerin heimlich die Hände über’m Kopf zusammenschlägt, Testosteronhelden? Wenn Brüderle die deutsche Antwort auf George Clooney sein soll, dann ist die Kanzlerin wahrscheinlich the next Angelina Jolie.

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Ja, die Kanzlerin hat neuerdings einen Stalker. Nein, das hat nichts damit zu tun, dass Frank Walter Steinmeier wieder in Berlin aufgetaucht ist.

Ja, Paul, die WOK (Weltmeisterschafts Orakel Krake), ist tot. Nein, er starb nicht im WOK, sondern im hohen Alter von zweieinhalb.

Ja, die Bildzeitung hat illegalerweise ein Sexvideo mit Otti Fischer aufgekauft. Nein, Stephanie von und zu Guttenberg hat damit nicht auf RTLII versucht, Perverse in eine Falle zu locken.

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Jetzt werden seine Hausschlappen versteigert. Bernard Madoff sitzt im Knast, weil er Anleger um Milliarden betrogen hatte. Um die zu entschädigen, versteigert man jetzt Gegenstände aus seinem Privatbesitz, unter anderem die schwarzen Filzpantoffeln mit güldenem Monogramm, Größe 42. Da reinzuschlüpfen, muss sich für ein Madoff-Opfer anfühlen, wie ihn erlegt zu haben.

Soll noch einer sagen, der Kapitalismus hätte keine spirituellen Züge, das ist doch wohl eindeutig eine Reliquie. Die könnte man auch in der Glasvitrine ausstellen und die Wallstreetler drum herum pilgern lassen. Gleich daneben stünde dann Alan Greenspans Butterstulle, Josef Ackermanns Tütchen Erdnüsse und Thilo Sarrazins aus dem Schnauzbart gefischte Überreste seines Hartz-IV-Menüs. Und was dann dabei an Eintrittsgeldern hängen bleibt, das dient zur Bankenrettung. Nur das. Damit ihr mal seht, was ihr uns so wert seid.

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Lady Gutti

Wenn er Kanzler wird, wird sie die First Lady. Die Guttenbergin läuft sich warm. Erst hat sie ein Buch geschrieben, das heißt „Schaut nicht weg!“ und beschäftigt sich mit Kindesmissbrauch. Ein ehrenwertes Anliegen, das sie aber durch eine besonders blondhafte Horizontverengung untergräbt.

Etwa, wenn sie Lady Gaga und ihren „pornografischen“ Outfits die Schuld gibt für übersexualisierte Kinderseelen. Sie ist Jahrgang 1975. Die erste Hälfte der Siebziger ist an ihr vorbeigingen, da hat sie die Gnade der späten Popmusikgeburt und keinen Schimmer von den Outfits der Glamrocker.

Madonnas Outfits der 90er hätte sie aber schon mitbekommen können. Jetzt sind wir im Jahr 2010 und Madame zu Guttmensch macht sich Sorgen über die dadaistisch angehauchte Frau mit dem Schnitzelkleid. Wenn sie 2013 Kanzlergattin wird, wäre sie spießiger als es Hannelore Kohl je gewesen ist.

Aktuell übt die bessere Hälfte unseres Top-Gun-Verteidigungsministers sich ja im Schlammcatchen und robbt durch den Sündenpfuhl RTLII um dort Kinderschänder zu überführen. In der Sendung „Tatort Internet“ lockt sie zu Thriller-Klängen Pädophile in die Falle, wie es ekliger nicht mehr geht. Doppeleklig quasi.

Gegen die Mopsparade und Dauerbetittung von RTLII ist Lady Gaga ein Einpersonen-Nonnenkloster. Und Stephanie zu Guttenberg hat einen Überblick wie ein Einäugiger im 3D-Kino. Damit kann sie es noch weit bringen.

P.S.: Hab mal auf RTL in die erste Folge reingeschaut. Allein die Hollywoodmusik ist ein Verbrechen. Ansonsten liebe ich Vorstellungen wie: “Stephanie zu Guttenberg – Urenkelin von Otto von Bismarck und Mutter von 2 Kindern”.

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Bum Bum Frühstück

Was macht eigentlich Boris Becker so? Ich würde sagen: vor Überflüssigkeit verblöden. Zumindest wirkt es so, wenn er sein Privatleben in der Bildzeitung ausbreitet und sich beispielsweise beim Frühstück mit Gattin filmen lässt. Mit Dialogen wie von Loriot. Vielleicht wechselt Becker jetzt endgültig ins Komikerfach. Ich zitiere wörtlich:

Boris: „Hey der Franz hat heute Geburtstag, da müssen wir anrufen!“
Lilly: „So you send flowers?“
„Man schickt doch keine Blumen an einen Mann! Man ruft ihn an und sagt herzlichen Glückwunsch!“
„In Holland we have manners, we send flowers“
„Ist doch nicht zu glauben, was man alles in Holland macht! (Pause) Klitschko am Samstag, Vladimir, haste Lust?“
„Ja. Hast du Lust?“
„Warum gehst du eigentlich so gerne zum Boxen?“
„Because i like big sweaty bodies“
„Dann gehen wir nicht!“
„What about the U2-Concert?“
„Gefällt dir die Musik überhaupt? Ich mein, als U2 die großen Lieder gemacht haben, da warst du noch ein Baby! Kennste die Platte, most famous?“
„Well, then we don´t go!“
„Na, ich geh ja gerne hin. Lässte mich alleine hin?“
„I know them! Steets of Harlem!“
„Das ist ein Lied aus der Platte ´Rattle and Hum´.“
„Ok, so you´re better at U2 than me. What about Oktoberfest?“
„Klar. Haste dein Dirndl schon?“
„No“
„Aber du hattest doch letztes Jahr eins, du brauchst doch nicht jedes Jahr ein neues Dirndl“
„I gave it to the girl in South Africa“
„Geliehen? Geschenkt?“
„Beides!“
„Also wieder ein neues Dirndl kaufen?“
„It´s only once in a year, Schatzilein!“
„Auf jeden Fall gehen wir da hin. Oktoberfest, da machen wir doch auch unsere Charity. Machst du irgendwas für die Stiftung, du hast doch was vorgehabt?“
„Ja, i need a Kleid!“
„Nein, erst mal brauchst du einen gesunden Menschenverstand.“
„Schatzi, it´s your charity, you know…“

Da sollte man mal einen Nachspiel-Wettbewerb für Youtube draus machen. Wer fängt an?

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