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Archive for the ‘Politiker’ Category

Jetzt haben sie also in Südafrika etwas im Flugzeuggepäck gefunden, was aussah wie eine mögliche Bombe. Und die Geheimdienste gehen davon aus, dass die bestimmt auf dem Weg zum nächstbesten deutschen Weihnachtsmarkt war. So, wie sie auch wissen, dass über 100 deutsche Schläfer nur auf den Weckruf warten. Und dass vier hochgradige Gefährder frisch eingereist sind. Mir persönlich ist das eine etwas zu dubiose Mischung aus Alarm und „nichts Genaues weiß man nicht“.

Und warum jetzt die Innenminister über Vorratsdatenspeicherung reden, weiß ich auch nicht. Als könnten sie durch die Einsicht in Anruflisten Bomben entschärfen und Schläfer zum Durchschlafen bringen. Praktisch: Der Terrorist macht „Buh“ und wir schaffen unsere Freiheit selbst ab. Dafür müssten uns im Himmel eigentlich auch noch 2-3 Jungfrauen zustehen. Ich sage nicht, dass es keine Gefahr gibt. Ich finde bloß, dass sie nicht größer geworden ist, seit die Al Qaidas eine neue Waffe entdeckt haben: Die Post.

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Mutti macht Mut

„Alles unter 90% wäre ein Problem“, hieß es vorher zur Wiederwahl Angela Merkels als Parteivorsitzende. Dann hat sie heute für ihre Verhältnisse relativ energisch eine Rede gehalten, so ganz nach dem Motto „Wir Christen, die Einheit und die bösen Grünen“ und prompt gab es 10 Minuten Applaus und ein triumphales Ergebnis: 90,4%. Wenn da nur einer Pinkeln gewesen wäre, hätte das ganz anders ausgesehen.

Auch rhetorisch hat sie wieder alles gegeben, was sie hat. Also nicht allzu viel. „Dagegen zu sein ist das Gegenteil von bürgerlicher Politik“, hat sie gesagt und sich damit in ihre übliche Nebelwolke des logischen Nirwanas zurückgezogen. Weil sie gegen das Dagegensein ist. Eigentlich hätte sie in dem Moment implodieren müssen. Und ihre Parteigenossen und Wähler hat sie damit gleich noch als Ja-Sager abstempelt. Wenn einem so viel Gutes widerfährt, das ist schon 0,5 Prozent wert…

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Ich hab den Schäuble ja nie gemocht. Mir war er immer zu kalt und gnadenlos gegen sich und andere. Ein Hardliner im zwischenmenschlichen Umgang. Immer ein bisschen unheimlich, immer zu wenig Interesse daran, Wähler zu begeistern. Too much robocop. Und nicht nur beim öffentlichen Abkanzeln von Untergebenen wenig stilsicher.

Aber wie jetzt die Union mit ihm umgeht, das ist schon höchst merkwürdig. Von einem „Minister auf Abruf“ ist raunend die Rede, ein ungenannt bleibender Minister soll gar gesagt haben: „Keiner gibt ihm länger als bis Weihnachten“. Die FDP hatte sich von ihm eine gelbere Steuerpolitik erhofft. Und jetzt rächt sie sich wohl mit Munkeleien.

Ursula von der Leyen setzt an zur Ehrenrettung und greift dabei so tief in die Pathoskiste, dass es fast schon wie ein Nachruf klingt: „Er ist ein unersetzlicher Anker für Verlässlichkeit und gutes Regierungshandeln. Er versteht sein Handwerk weiß Gott. Er ist ein begnadeter Europäer und ein wichtiger Mentor, der jungen Kabinettskollegen mit klugem Rat weiterhilft“. Wenn die Ursel dich so lobt, dann weißt du: Spätestens an Neujahr bist du raus.

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Heute werden sie es beschließen, das neue, unsolidarische Gesundheitssystem. Welches darin gipfelt, dass sich auch die gesetzlich versicherten Patienten künftig „freiwillig“ auf eigene Rechnung behandeln lassen, also in Vorkasse gehen können.

Hatten die „Gesetzlichen“ bisher schon das Dreifache an Wartezeiten im Vergleich zu den Privatpatienten (in der Kneipe hieße das: Das Pils dauert 21 Minuten!), dürfen die „Gesetzlichen“ ohne Geld demnächst warten, bis sie schwarzgelb werden.

Das ist das Ende der Zweiklassenmedizin. Und die Einführung des Kastensystems: die Privaten, die Gesetzlichen und die Unberührbaren. Vielleicht können diese bald ihren Status durch Frondienste verbessern, indem sie Medizinstudenten in der Sänfte zur Uni tragen, oder sich als Leibeigene der Forschung zur Verfügung stellen.

Diese Politik strahlt genau so giftig in die Gesellschaft wie ein Castor-Transport. Passt alles zusammen. Aber wer wählt so was?

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Die neuste Castingshow heißt DSDZ – Deutschland sucht das Zwischenlager. Das ist ein Ort, an den man Atommüll stellt, für den es kein Endlager gibt. Also quasi der Teppich, unter den man den Müll kehrt, den man nicht rausbringen will.

Und dieser Teppich liegt vielleicht bald vor meiner Haustür und hört auf den Namen Biblis. Die hessische Umweltministerin sagt, hier sei keine Lagerung möglich. Der hessische Möchtegernplayboy Ministerpräsident hingegen findet, Hessen könne nicht „bei uns nicht!“ sagen. Das passt ungefähr so harmonisch zusammen wie Cindy und Bert auf Ecstasy.

Ich bin dafür. Aber nur, wenn Bouffier dann bitte auch nach Biblis zieht und dort seinen per elektronischer Fußfessel nachweisbaren Lebensmittelpunkt hat. Immer her mit den Fässern und Castoren, dann schreib ich in meine Biografie, ich sei Deutschlands verstrahltester Kabarettist und hab endlich ein todsicheres Alleinstellungsmerkmal.

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Übermüdet und hungrig schleppen sie Demonstranten von den Gleisen, weil die Regierung Fakten schafft, die keiner will. Der Chef der Gewerkschaft der Polizei nennt den Castor-Einsatz „ein Fanal politischer Irrfahrten“ und das Aufkündigen des Atomkompromisses einen großen Fehler. Wenn das so weiter geht, klappen bald die Ersten das Visier hoch und tauchen in der Anti-AKW-Suppenküche auf.

Soll die Merkel doch selbst ihre Bürger von den Gleisen knibbeln. Das wär mal wahre Volksnähe: Die Kanzlerin schleppt ihre Bevölkerung stückweise vom Schotter. Und am nächsten Morgen hat sie Muskelkater und denkt noch mal neu.

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So gesehen hat er das Zeug zum deutschen Obama. Zum Hoffnungsträger mit großem Enttäuschungspotenzial. Zur Lichtgestalt mit Funzelgefahr. Die Rede ist von Guttenberg, dem künftigen Kanzler der Herzen, der noch vor sich hat, was jetzt grade hinter Westerwelle liegt: Den Absturz.

Wenn er dann mal Kanzler ist, wird es auffallen. Dass er 2 Zentimeter über dem Boden schwebt und nur deshalb so druckreif redet, weil er auch vorgestanzt denkt. Dass er nicht nur blaublütig, sondern fast blaugelbblütig ist. Dass er besser ins goldene Blatt passt als in den grauen Berliner Alltag.

Noch gilt Gutti als der kantig in Gel gemeißelte Quereinsteiger und Politbetrieb-Newcomer. Der nicht nur aus dem Ei gepellt, sondern auch noch völlig unbestechlich ist, weil er eh den ganzen Adelskrempel mit Familienwald und Ölschinken hinter sich hat. Wer mit dem silbernen Löffel im Maul aufgewachsen ist, muss später nicht aus dem Ministeramt in die Baubranche flüchten.

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