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Archive for the ‘Krieg’ Category

Bild hat die Kanzlerin zur Trauerfeier geprügelt. War gestern noch ihre Teilnahme an der Zeremonie für die in Kundus am Karfreitag gefallenen Soldaten nicht vorgesehen, ist es ihr heute „ein persönliches Anliegen“. In der Politik nennt man das „Gespür für Stimmungen“, im Hundesport „Bei Fuß“ oder vielleicht auch neudeutsch „Agility“.

Gut, dass eine Kanzlerin den Hinterbliebenen bei dieser Gelegenheit auch mal in die Augen schauen muss. Hoffentlich hat sie gebührend Albträume. Unschön, dass sie von diesem Schmodderblatt dorthin getrieben werden musste, in dem Ernst Elitz sich im Pathos-Stakkato an die Soldaten wendet: „Ich kenne eure Verzweiflung. Ich bewundere euren Mut. Ihr kämpft gegen den Terror. Vor euch verneigt sich das Land.“

Ach komm! Die kämpfen, weil man es ihnen befiehlt. Einen Krieg, der keinen Sinn macht, der nichts erreicht hat und der unter gefälschten Vorzeichen begonnen wurde. Und den dann unser Verteidigungsminister wie zum Hohn einen umgangssprachlichen Krieg nennt. Da ist es fast egal, wie gut ausgerüstet die sind, die man dort verheizt. Das war es, was Margot Käßmann meinte mit „In Afghanistan ist nichts gut“, bevor sie dann unter „An Alkohol am Steuer ist nichts gut“ abgelegt wurde.

Ruhm, Ehre, Kampf, Vaterland. Die Militarisierung der Politik geht voran. Umgangssprachlich nennt man das Scheiße. Bald wird man Mütter auffordern, dem Kampf gegen den Terror Soldaten zu gebären und neue Kriegerdenkmäler in die Ortskerne stellen. Und wir werden stolz sein, weil wir endlich Schulter an Schulter mit den USA, Frankreich, Italien und vielen anderen für die gute Sache sterben und töten dürfen. Der Tod ist ein Exportweltmeister aus Deutschland.

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Schon direkt am Morgen nach dem Kundus-Bombardement lag im Kanzleramt eine E-Mail des Bundesnachrichtendienstes vor, in der er hieß: „Das Verheerende daran ist, dass dabei zahlreiche Zivilisten ums Leben gekommen sind“. So was wird ja wohl einer Kanzlerin nicht vorenthalten. Und trotzdem hat sie sich noch ein paar Tage lang angeschaut, wie Franz Josef Jung von nix gewusst hat. Hat sie da mal wieder ihr berüchtigtes Merkel-Schach gespielt – alle Bauern sind am Springen, und am Schluss bleibt immer die Dame übrig?

Jung hat genervt, Jung war überfordert, aber er war Roland Kochs Mann. Und da hat sie sich gedacht: „Was er nicht weiß, macht mich nicht heiß!“ Und mit quasi naturwissenschaftlichem Interesse geschaut, wie lange es wohl braucht, bis der Verteidigungsminister auch mal informiert wird. In der freien Wirtschaft hieße das Mobbing, in der Politik nennt man es Führung.

Dem Vizekanzler wird sie auch nichts erzählt haben, denn Wissen ist Macht und außerdem war Wahlkampf. „Alle unfähig außer Mutti“, das ist im Zweifelsfall eine gute Strategie. Aber dass eine Kanzlerin den Bundestag und das Volk über Tage hinweg für dumm verkauft, das ist schon mehr als eine Skandal-Randnotiz. Und sie wird es ja nicht im Ernst damit begründen wollen, sie habe sich erst mal loyal hinter Jung gestellt. Wenn sie das im Untersuchungsausschuss so sagt, dann lachen aber die Hühner. Und die sind zum Ausschuss leider nicht zugelassen.

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Der Typ, der der Steuerfahndung diese Schweizer Daten-CD verhökert hat, wollte dafür 2,5 Millionen Euro. Bekommen hat er angeblich 2,75 Millionen, damit er sie pauschal und ordentlich mit 10% versteuern kann. Und dann trotzdem auf seine Zweifünf kommt. Das nenn ich korrekt! Geschäfte mit Datendieben machen wir a) wenn es sich lohnt und b) wenn sie ordentlich Steuern zahlen.

Der vom Operettenreichsmarschall Guttenberg geschasste Generalinspekteur Schneiderhahn hat vorm Untersuchungsausschuss gesagt, er habe seinerzeit die Verteidigungsminister alt (Jung) und neu (Gutti) „in den Stand der Urteilsfähigkeit versetzt“. Dieser Satz ist von einer auserlesen vernichtenden sprachlichen Akkuratesse und bedeutet: Der hat den Wald vor lauter Bäumen nicht gesehen. Oder das Recht vor lauter Bomben, was weiß ich.

Da hat der schwarze Baron sich frisch im Job etwas zu flott durchgeyuppiet. Wenn es hart auf hart kommt, wird er sagen: „Ich kann nicht mehr zurücktreten, denn ich steh ja schon mit dem Rücken an der Wand.“

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Laut geheimen Papieren plant der Verteidigungsminister mittelfristig eine Verkürzung des Wehrdienstes auf 24 Stunden. Er verspricht sich davon eine „attraktivere Dienstzeit ohne jedwede Bummelei“. Die internen Strategie-Konzepte orientieren sich dabei in groben Zügen am Modell des McDonalds-Kindergeburtstags. Nach einer fünfminütigen Begrüßung mit Anbrüllen und Fackelzug soll dann die halbstündige „Einweisung GNRFL“ erfolgen, letzteres Kürzel steht für „Gewehr nicht runter fallen lassen“.

Nach 2 Stunden Schlammcatchen folgt ein Block mehrstündiger Demütigungsrituale mit Alkohol, Fäkalien und abwegigen sexuellen Dienstleistungen. Dann werden Rekruten für die Friedensmission in Afghanistan ausgelost, die anschließend noch einen guten halben Tag Zeit haben, in Kundus in einen Hinterhalt zu geraten.

In den letzten Minuten der Dienstzeit bügeln die Soldaten ihre Uniform auf, legen sie korrekt zusammen und fegen den Spind aus. Die Dauer des Zivildienstes verkürzt sich aus Gründen der Wehrgerechtigkeit auf 36 Stunden, in denen die Dienstleisten Inkontinenzwindeln mit dem Fön trocknen.

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Es ist immer schwierig, zu entscheiden, was wichtig ist und was unwichtig. Heute zum Beispiel: die Panzer oder die Brille?

Deutschland hat in den letzten fünf Jahren seine Rüstungsexporte verdoppelt und ist jetzt drittstärkster Leutetotmachzubehörhersteller der Welt. Gäbe es zu viel Frieden auf der Welt, wären jede Menge Arbeitsplatze bei uns bedroht. Gottseidank tendiert der Mensch zum Sichdiefresseeinschlagen und wir sind wieder Exportmeister der EU.

Frank-Walter Sparbier Steinmeier hat ne neue Brille, nicht mehr randlos wie im Wahlkampf, sondern mehr so nach dem Motto: Gebt mir so viel Rand, wie ihr habt! Im letzten Herbst hatte man noch versucht, ihn möglichst ungebremst aus dem Glas herausmenscheln zu lassen. Jetzt gibt er sich kantig, mit latenter Aktenvernichteraura. Das ist keine Brille, das ist ein professionelles Sehgerät, quasi die Flex unter den Guckgestellen.

Wenn ein Mann so aufrüstet, dann will er damit etwas sagen: „Der Spaß ist vorbei, ab jetzt wird genau hingeguckt, egal, wie es ausschaut!“ Vielleicht ist es auch nur der verzweifelte Versuch, mehr Profil ins Gesicht zu bekommen. Solche Äußerlichkeiten sind bei Politikern nicht unbedeutend, grade wo ein Leichtmatrose Vizekanzler ist, gefällt sich Steinmeier darin, auch noch mal optisch zu unterstreichen: Ich bin ein Schwergewicht!

Die Frage, ob Brille oder Panzer das wichtigere Thema des Tages sind, ist aber hinfällig. Das gehört zusammen. Ist wahrscheinlich Panzerglas.

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Autofahren und Religion passen nicht immer gut zusammen, spätestens seit Jesus, der ja chronisch mit 12 Anhängern unterwegs war. Im Straßenverkehr herrscht nun mal keine Nächstenliebe, da kannst du noch so viel Autobahnkirchen danebenstellen.

Jetzt hat es die Chefin der Evangelischen Kirche Deutschlands erwischt. „Da boxt der Papst“, sagte man bisher, wenn irgendwo die Stimmung besonders wild und ausgelassen war, künftig böte sich „da brettert die Käßmann“ an. Als hätte sie gedacht „Wenn Gott lenkt, kann ich doch ruhig mehr trinken!“ hat sie in Hannover beim Ampelübersehen 1,5 Promille im Blut mitgeführt.

Jegliche Häme der katholischen Konkurrenz ist unfair, sind dort doch die hohen Würdenträger vorsichtshalber so alt, dass sie ihren Führerschein eh schon abgegeben haben. Und wenn der Papst betrunken ist, tragen sie ihn in der Sänfte heim, das ist eben noch ein ganz anderer Umgang mit Autoritäten dort.

Vielleicht ist das Ganze auch nur eine schöne Image-Kampagne der EKD unter dem Motto „Wir sind die ohne Unfehlbarkeit!“. Wirklich schade wäre es nur, wenn künftig Käßmanns pazifistische Afghanistan-Kritik weggewischt würde mit dem Argument: Bevor wir die Truppen abziehen, sollen die doch erst mal ihre Bischöfin ausnüchtern!

Schade, wenn so ein Thema dann doch nur wieder an einer Person hängt. Auch da sollte die Synode ihrer Chefin öfters mal das Wasser reichen.

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Oberst Klein hat das Kundus-Bombaredment aus einem Befehlsstand der Sondereinheit KSK (Kommando krumme Sachen) befohlen. Laut seiner jüngsten Aussage waren dort lauter Leute, die er nicht kannte. Und den Funkverkehr mit den US-Piloten konnte er auch nicht mithören. Wenn er jetzt noch sagt, dass man ihm die Augen verbunden hat, würde sich keiner wundern. Anscheinend führt da das KSK Krieg und braucht ab und zu bloß mal einen offiziellen Depp mit Dienstgrad, der die Verantwortung übernimmt.

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Röttgen: Wir können doch Atomkraft nicht gegen das Volk durchsetzen!
Westerwelle: Wir können doch das Volk nicht gegen die Wirtschaft durchsetzen!

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Boris Becker hat einen neuen Sohn: Amadeus Benedikt Edley Louis. Tennis macht wirklich doof. Warum nicht gleich: Jesus Ludwig van Dante Guido?

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