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Archive for the ‘Kirche’ Category

„Der Islam gehört mittlerweile zu Deutschland“, sagt der Bundespräsident. Die CSU und über 80% der Bildleser sehen das anders. Das heißt, sie wollen Menschen, die hier leben, vorschreiben, was sie zu glauben haben. Dabei gehört der Islam so zu uns wie der Buddhismus, der Atheismus, der Feminismus oder der Lenaismus.

Ich als religiös minderinteressierter Mensch bekomme so langsam Lust darauf, Moslem zu werden. So ein ganz schlampiger, der nicht in die Moschee geht und die Sache überhaupt nicht ernst nimmt. Der Islam gehört nämlich genau so zu Deutschland wie der Heuchelkatholizismus oder der Weichnachtsprotestantismus. So ein leicht siffiger Rocknroll-Islam wäre der Anfang von wahrer Integration und Aufklärung, her mit den Koranhippies!

Im Ernst: Wie krank hier der interreligiöse Kulturwettbewerb läuft, sieht man unter anderem am Bild-Kommentar von Ernst Elitz, dem langjährigen Intendanten des Deutschlandfunks: „Wer in deutschen Moscheen betet, muss sich auch für den Bau christlicher Kirchen dort einsetzen, wo bisher nur Minarette erlaubt sind. Wer in der U-Bahn Koran liest, muss dafür kämpfen, dass in islamischen Staaten der Verkauf von Bibeln erlaubt wird. Das verlangt schon die Fairness.“

Wenn das keine Einbahnfairness sein soll, müsste auch der, der in Istanbul das Vater Unser betet, dafür kämpfen, dass es beim H&M auf dem Kuhdamm Burkas zu kaufen gibt. Da hätten wir doch aber alle Besseres zu tun.

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Dieser amerikanische Bücherverbrennungs-Pastor predigt übrigens mit Pistole am Gürtel. Und weil er glaubt, dass der Islam Teufelszeug sei, will er die Moslems mit dem brennenden Völkerverständigungs-Scheiterhaufen provozieren, aus ihren Höhlen locken, für den Showdown. Wahrscheinlich wird der Mann erst selig, wenn er seinen ersten selbstgejagten Moslem-Skalp an der Wand hängen hat.

Gott kann einem manchmal leidtun. Weil er sich seine Fans einfach nicht aussuchen kann. Da geht es ihm kaum anders als Justin Bieber („Die schreien immer so laut!“) oder Thilo Sarrazin („Ich mach keine Partei auf, da würden nur komische Leute eintreten!“). Letzterer ist übrigens für den Ballerpriester ein Held. Geschieht ihnen recht. Beiden.

Während ich mich noch frage, ob man das globalspirituelle Gleichgewicht durch adäquates Bibelverbrennen ausgleichen kann (im Kurs eins zu eins natürlich, wahlweise auch 2 Sarrazin für einen Koran), formt sich in meinem Kopf die Vermutung: Wer für die Wahrheit tötet, wird am Ende sehr einsam sein.

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In Duisburg machen die Zuständigen erste Übungsversuche in Richtung Verantwortung. Das ist gut, denn Verantwortung ist ein Muskel, der trainiert werden will, und sei es von McFit.

Die große Frage lautet auch heute noch, wie es sein kann, dass auf dem Gelände offiziell Platz für 250000 Menschen war, die Veranstalter aber am Tag der Parade stolz von 1,4 Millionen Besuchern berichteten. Das klingt ja fast wie der schlechte Witz, in dem der Sicherheitsexperte verkündet, das Areal sei auslegt für eine Million und ein paar Zerquetschte. Eine zynische Pointe, aber im Sinne der Wahrheitsfindung.

Dass dann aber auch noch direkt am Tag eins nach dem Drama die Autobahnbeauftragte Eva Herman aus der Gruft ihrer neo-konservativ-urchristlichen Märtyrerinnengrotte gekrochen kommt, die Love Parade als einen von den 68ern erst möglich gemachten Sündenpfuhl bezeichnet und die Todesfälle als mögliche Strafe Gottes – das ist Zynismus ohne Pointe aber mit Hohlkreuz.

Gerne hätte sie die Friedfertigkeit und Partyhaftigkeit einer drogendurchseuchten Nackttanzsause diskutieren dürfen. Aber ein paar Tage nächstenliebenden Schweigens hätte es dafür schon gebraucht. So muss sie aufpassen, dass man sie beim nächsten Karneval nicht gemeinsam mit Bischof Mixa auf einen „die 68er sind an allem Schuld“-Motivwagen bindet und zur Steinigung freigibt.

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Die Geschichte um Walter Mixa ist so grotesk, unwürdig und schäbig, fast muss man vermuten, dass da der Teufel die Finger im Spiel hatte.

Mixa bereut sein Rücktrittsgesuch, er fühlt sich von Kollegen gedrängt und gemobbt. Der Vatikan sagt, an diesem Rücktritt sei nichts zu rütteln, weil gegen den Exbischof eh Beschwerden vorlagen. Diverse Zeitungen von Süddeutsche bis FAZ berichten über ein Geheimdossier, nach dem Mixa ein Alkoholproblem und Priesteranwärterbefummelproblem hat.

Wenn da was dran ist, dann ist er ein saufender Schweinepriester, quasi die katholische Antwort auf Garry Glitter. Wenn da nichts dran ist, ist die Vatikanstasi desinformativ durchgeknallt. Mittlerweile wäre man ja froh, Mixa wäre einfach bei Rot angeheitert über die Ampel gefahren.

So sieht es aber aus, als habe er in der Kirche fummelnd, trinkend und mauschelnd Karriere gemacht, volle Kraft voraus auf der bigotten Überholspur. Wenn der Vatikan nicht dastehen will wie eine Art BP mit längerer Vorgeschichte, dann muss er schnell erklären, warum Bischöfe schlampiger gecastet werden als Superstars bei DSDS.

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Mancher, der im letzten September noch sein Kreuz bei der FDP gemacht hat, wird sich mittlerweile denken: Da haben wir uns ja ganz schön die Pest an den Hals gewählt!

Jetzt saß die Koalition zwei Tage im Kanzleramt, herausgekommen ist ein Sparpaket nach dem Motto „Westermerkel spart die Armen ein“. Der Vizedekadenzler nennt es „ausgewogen, fair und gerecht“, was genau meinem Kommentar zu seinen unteririschen Beliebtheitswerten entspricht.

Keine Vermögenssteuer, verlängerte AKW-Laufzeiten und eine Pipibankenabgabe von 2 Milliarden, nachdem man Hunderte von Milliarden bei den Banken zum Fenster rein geworfen hat. Direkt gekürzt wird bei Eltern und Arbeitslosen. Merkel wird froh sein, dass sie nicht so nah am Wald wohnt, es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis da ein Robin Hood wohnt und wirkt.

Wer arbeitslos ist, der kriegt künftig nix mehr auf die Rente angerechnet, so generiert man Altersarmut. Was natürlich toll ist, weil mit der Angst davor die Finanzdienstleister wieder jede Menge private Altersvorsorge verkaufen können. Der Gipfel ist aber das Kanzlerinnenargument, dass es ja durch dies alles künftig weniger Arbeitslose geben werde. Da kann sich bloß heute keiner was von kaufen. Das ist, wie wenn ich bei strömendem Regen den Schirm zu Hause lasse, damit es aufhört zu regnen.

Hauptsache, die Steuern bleiben, wie sie sind. Es ist eben doch wieder nur Steuerzahlerpolitik. Wer keine zahlen kann, ist politisch vogelfrei. Und kann sich im Wald Robin Hood anschließen. Der vielleicht in diesem Jahr eine Frau ist, die wir früher unter dem Namen Margot Käßmann kannten. Unter Umständen reitet sie künftig lieber, als dass sie Auto fährt. Zum Widerstand ruft sie jedenfalls jetzt schon auf. Und wer weiß, plötzlich reicht der Wald bis ans Kanzleramt…

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Ich fass es nicht. Köhler tritt zurück. Der auch noch. Und dazu auch noch in der historisch einmaligen Rolle als beleidigte Präsidentenleberwurst.

Weil er missverständlich über deutsche Wirtschaftsinteressen und deren militärische Verteidigung gesprochen hatte und sich deshalb fragen lassen musste, ob er damit den Boden des Grundgesetzes in den Grenzen des Jahres 2010 verlassen habe.

Diese Unterstellung hat ihn verletzt, es mangele an Respekt vor dem Amt des Bundespräsidenten, sagt er mit feuchtem Blick. Ja, Herrschaftszeiten, darf man den denn nicht mal mehr scharf andiskutieren? Grade auch bei Themen von Leben und Tod, Moral und Geschäft?

Wie viel Würde braucht ein Amt, bis es zum Operetten-Popanz verkommt? Nur so als elegante Mischung aus Queen Mum und Barbapappa über den Dingen schweben, Diskussionen anstoßen wie einer, der auf die Kacke haut, aber dann weg ist, wenn es spritzt – so einen Grüßonkel braucht keine moderne Demokratie. Das kann man billiger haben, so was macht ein Stefan Raab noch nebenbei zwischen zwei WOK-WMs.

Das war also Merkels Mann. Wieder einer weniger, was für ein Verschleiß. Sie wird langsam zur weiblichen Variante von Heinrich dem Achten. Wer tritt als Nächster zurück? Westerwelle, Schäuble oder Guttenberg? Wenn das so weiter geht, rutscht die SPD bald wieder in die Regierungsverantwortung, lange bevor sie bereit dafür wäre.

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Tom Kaulitz, Bruder des bei Toko Hotel vorne rumhüpfenden Kajalfrettchens Bill Kaulitz, hatte einen schweren Viagraunfall. Nein, er ist nicht gegen einen Laster mit dem Zeug gefahren.

Er hat es sich beim Feiern eingeworfen, vermutlich, damit er trotz weiterer Drogen den Groupies zeigen kann, wo der Hammer steht. Der stand dann tagelang, bis der Arzt kam. Fast hätte es eine Abstoßungsreaktion gegeben und das Organ hätte sich vom Popstar mit den Worten „Du bist zu weich für mich!“ getrennt. Vermute ich jetzt mal wild.

Manuel Andrack, früherer Neben-Schreibtischtäter bei Harald Schmidt, mittlerweile bekannt als Neospießer mit Herz und Wanderschuh, hatte einen schweren Moralanfall. Beim Kirchentag hat er sich dafür entschuldigt, 20 Jahre keine Kirchensteuer gezahlt zu haben. Jetzt will er wieder in die katholische Kirche eintreten, weil die mit diesem Geld so viele sinnvolle Sachen anstellt. Pfarrerskinder alimentieren und Missbrauchshotlines einrichten?

Im Prinzip begrüße ich ja antizyklisches Verhalten. Trotzdem würde ich jetzt nicht extra bei BP tanken, nur weil die zurzeit so viel gegen die Ölpest tun.

Google, die sympathische Datenkrake und Suchmaschine mit fast alttestamentarischem „Ich seh alles“-Anspruch, hat zugegeben, beim Straßenfotografieren aus Versehen auch Daten. und Email-Fragmente aus privaten WLAN-Netzen eingesammelt zu haben. Ich bin schon gespannt auf die ersten Google-Earth-Satelliten-Bilder mit den eingezeichneten Hochburgen von Legasthenie. Oder Gegenden mit hoher Antwort-Quote auf Potenzmittel-SPAM. Womit sich irgendwie der Kreis schließt.

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