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Archive for the ‘Gesundheit!’ Category

Erst kommt das Burn-out-Syndrom und dann die Pubertät. Jedes vierte Kind in Deutschland ist verhaltensauffällig. Und damit ist nicht gemeint, dass es auf Justin Bieber steht oder in der U-Bahn Rentner zusammenschlägt.

Nein, die Kinder haben vor lauter Freizeit- , Bildungs- und Reizüberflutungsstress vermehrt Kopfschmerzen oder einen Reizmagen. „Psychosomatiker“ entwickelt sich zum Synonym für „Grundschüler“. Wir züchten eine Generation von Zombies heran, die man zwischen Nachhilfe und Vorschule derartig durchs Hamsterrad jagt, dass ihnen bald die Sicherung durchbrennt.

Die werden niemals meine Rente erwirtschaften, die können wir dann nach der Adoleszenz als Wrack vom Straßenpflaster kratzen. Das wird eine Generation, die auf dem Zahnfleisch geht, bevor sie auf eigenen Beinen steht.

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Da hatte ich doch mal wieder Spaß im Supermarkt. Im kassennahen „Alles-muss-raus“ Ramsch-Sonderangebot-Regal gab es heute Dosensuppe. Und die hieß tatsächlich „Die magische Kohlsuppe“.

Die Art von Magie kenn ich. Die leuchtet im Dunkeln. Und man sollte dabei nicht mit offenem Feuer hantieren, ohne vorher gelüftet zu haben. Auf der einen Dose heißt es dann auch noch warnend: „fördert die Verdauung“. Und auf allen steht sarkastisch naserümpfend „no wonder“. Kein Wunder, dass sich keiner getraut hat, das Zeug zu kaufen.

Das geht schon schwer in Richtung chemische Kampfstoffe, wegen so was wäre ein George Bush jederzeit beim Netto einmarschiert. Was für ein verzweifelter Versuch, diese billige Suppenpampe als „functional food“ zu verkaufen! Demnächst bieten sie wohl auch noch den abgelaufenen Krautsalat als Entschlackungskur an…

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Nahaaain! Neieeeen! Ich hatte das nicht bestellt, dieses hirnerweichende Wetter. Vorhin hab ich einen Pizzabäcker gesehen, der sich an seinen Ofen gelehnt hat, nur um sich etwas abzukühlen.

Vor Jahren war ich bei ähnlicher Wetterlage mal im IKEA. Das war toll. Voll klimatisiert, fast leer und dazu auch noch Blaubeertörtchen. O. k., man kommt mit drei Paletten Teelichten und einen Dutzend Plüschherzen heim, aber das wär es mir im Moment fast wert. „Wo waren sie zur Sommerfrische?“ – „Ach, irgendwo zwischen Hemnes und Kullen“.

Bloß nicht den Fehler machen, mit dem Zug hinzufahren. Bahnfahren war schon immer die Hölle, aber inzwischen hat es da auch noch die selben Temperaturen. „Einzelfälle“, sagt die Bahn. 5 Züge voller Leute. Wenn das ein Einzelfall ist, dann heißt der Weltuntergang bei der Bahn wohl „Kleingruppenkatastrophe“.

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Je größer der Unterschied zwischen Arm und Reich ist, desto besser, sagt der neoliberale Wirtschaftsfetischist. Weil die Anreize größer sind, sich raus aus der Gosse und rein in den Spitzensteuersatz zu arbeiten.

Gleichheit lähmt doch nur, man muss den Leuten helfen, Ziele zu haben, indem man sie einmal richtig nach unten fallenlässt. Das ist wie bei Alkoholikern, da kommst du mit Nächtenliebe nicht weiter, da muss man loslassen. Armut ist quasi die extremste Form von Motivation, davon kann es gar nicht genug geben.

Bekannt ist ja, dass es in Gesellschaften mit großen Einkommensunterschieden nicht nur mehr Kriminalität, Übergewicht, psychische Erkrankungen, Säuglingssterblichkeit und Schulabbrecher gibt. Ich vermute mal, dass wahrscheinlich sogar das Fernsehprogramm schlechter ist, die Gebrauchtwagenhändler unseriöser und die Geistlichen heuchlerischer sind.

Interessant ist aber, dass in diesen auseinandergedrifteten Gemeinwesen möglicherweise sogar die Reichen unter all dem leiden und dadurch kaputter, kränker und gestresster sind. Spätestens dieses Besserverdienerelend sollte doch auch beim hartgesottensten FDPler Anteilnahme erwecken. Helft den Reichen, macht sie ärmer! So gesehen wäre die Vermögenssteuer ein echtes Stück Lebensqualität.

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Der Wettbewerb in der Disziplin „Kürzen, wo schon lange nix mehr ist“ läuft auf vollen Touren. Jetzt hat der Präsident des Lehrerverbandes, ein gewisser Herr Kraus, der sicher körperlich und geistig so schlank ist, dass man ihn in die Ecke stellen möchte, gefordert, den Eltern übergewichtiger Kinder zur Not das Hartz-IV-Geld zu kürzen. Auf Deutsch: „Lasst sie hungern!“

Thilo Sarrazin sitzt vermutlich in der eisigen Folterkammer seines Herzens und macht alleine La Ola. So ein bisschen Hunger ist eben auch volkswirtschaftlich sinnvoll, das rechnet sich, so gesehen besteht Afrika aus lauter „schlanken Staaten“. Da lassen wir uns doch von so kleinen Fettsäcken nicht die Schuldenbremse verderben.

Wie wäre es denn mit einer Mischung aus Weight Watchers und gemeinnützigem Arbeitslager? Kein Mitleid! Da fallen diese Gören aufgrund ihrer faulen Eltern schon als Konsumenten aus, und dann wollen sie auch noch das Straßenbild mit ihrer Unförmigkeit ruinieren. Und das in Zeiten von Google Street View! Immer drauf auf die keinen Dicken. Während die bodygecoachten Finanzcracks bei leichten Reisgerichten und importiertem Jahrgangsmineralwasser Milliarden verzocken.

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Kann es sein, dass im chinesischen Kalender irgendwie das Jahr der Pediküre ist, oder so? Wie sonst soll ich mir erklären, dass mich seit Wochen ein Wort verfolgt, das sich bisher im allerhintersten Winkel meines passiven Wortschatzes befand? Und jetzt läuft sie mir andauernd über den Weg, in Form von Salbe, Anzeigen und TV-Spots: die „Schrunde“.

Bis vor kurzem hätte ich eine Schrunde für eine Art kreisförmige Schrebergarten-Parzelle gehalten. Dank einer dauerpräsenten Werbung, in der der ein Damenfuß in Sandale sich schorfig und fast schon semi-grindig über eine Rolltreppe schleppt, weiß ich nun, worum es sich handelt.

Also ist mir auch klar, dass die Schrunde an und für sich kein Zeitgeist-Phänomen sein kann, dass eine gewisse Grundschrundigkeit des Menschen spätestens seit der Einführung des aufrechten Ganges zum Status quo gehört. Warum dann aber diese plötzliche Omnipräsenz der Schrunde?

Wer hat sie aus der ästhetischen Schattenwelt der Fußpflege so vehement in den Fokus der medialen Öffentlichkeit gezerrt? Arbeiten die Schrunden an der Weltherrschaft? Oder handelt es sich bei der Schrundensalbe um ein Abfallprodukt aus der Schweinegrippen-Impfstoff-Produktion, das jetzt dringend auf den Markt muss?

In den letzten Jahren wurde es doch auch immer Sommer, ohne dass man uns rissige Hornhaut unter die Sehnerven gehalten hat! „Schrunde“ ist ja als Wort fast noch hässlicher als im Hautbild. Eigentlich ein ideales Schimpfwort: „Du Schrunde, du!“ Effektiv und praktisch. Auf diese Weise kann man Leute beleidigen und hat gleichzeitig auch noch ein Mittel gegen sie parat.

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Wenn Sie den Babyspeck weit hinter sich gelassen haben und für das Verstehen dieses Satzes hier mehr als 5 Minuten brauchen, dann sind Sie wahrscheinlich sehr, sehr schön.

Denn Wissenschaftler haben herausgefunden: Botox in der Stirn lähmt im Nu das Hirn. Diese Wissenschaftler aus Wisconsin-Madison haben 20 Frauen die Falten weggespritzt und mit ihnen dann anschließend Sprach- und Lesetest gemacht, waren also wahrscheinlich sadistisch und homosexuell. Warum sie dann nicht Modedesigner geworden sind, weiß ich auch nicht.

Jedenfalls haben die Frauen nach der Behandlung eine Sekunde länger gebraucht, um Sätze zu verstehen wie „Sie verabschieden sich von einem guten Freund, den sie nie wieder sehen werden“. Weil es emotionale Sätze sind und das Hirn dabei die Mitwirkung der Stirnfalten braucht, um emotional empfinden zu können. Falten sind also die Gefühlskrücken des Gehirns.

Interessante Theorie. Keine Falten, kein Gefühl, siehe Heidi Klum oder Darth Vader. Der „Gute Freund, den sie nie wieder sehen werden“ wird also gewusst haben, warum er geht. Einer Botoxfassade sein Herz auszuschütten ist ungefähr so sinnvoll, wie einen Pudding an die Wand zu nageln, da bleibt nix hängen.

Künftig sagen wir also: „Nein, das sind keine Falten in meinem Gesicht, das ist eine Landschaft angewandter emotionaler Intelligenz“.

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