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Archive for the ‘Freizeit’ Category

Heute war in meinem Briefkasten die „persönliche Einladung“ zum Besuch von „Bauer Ewald´s Prickings-Hof“ – nur original mit dem falschen Apostroph.

Für schlappe 14,90 Euro gibt es die Busfahrt, Abfahrt 5:45 Uhr, Beginn der Rückfahrt 18:00 Uhr. Das bedeutet: 10 lange Stunden Aufenthalt zwischen Freiwildgehege, Federvieh-Voliere und Landmaschinen-Museum. Besonders anziehend das Foto vom Zuchtbullen, dem das Munitionslager fast bis auf den Boden hängt („kommen, sehen, staunen“).

„Als Dankeschön für die Teilnahme an unserer kurzen Verkaufsveranstaltung“ gibt es kostenlos 7 Sorten Dosenwurst, 10 Eier, ein Brot, einen Sack Kartoffeln plus 250g Champignons. Insgesamt „8,5 kg Spezialitäten“. Wahrscheinlich kauft man dann aus purer Verzweiflung das passende Transportwägelchen für nur 120.- Euro dazu. Oder man bekommt bei der Verkaufsveranstaltung eine Heizdecke an den Hintern getackert, die man dann zu Hause natürlich bezahlen muss. „Buchungskarte bitte sofort abschicken“, heißt es abschließend und man möchte reflexartig mit einem zackigen „Jawoll!!!“ antworten. Ich hab das unbestimmte Gefühl, der Prickings-Hof würde mir beim Besuch derartig auf den Sack gehen, dass ich mir vorkäme wie dieser Bulle.

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In Duisburg machen die Zuständigen erste Übungsversuche in Richtung Verantwortung. Das ist gut, denn Verantwortung ist ein Muskel, der trainiert werden will, und sei es von McFit.

Die große Frage lautet auch heute noch, wie es sein kann, dass auf dem Gelände offiziell Platz für 250000 Menschen war, die Veranstalter aber am Tag der Parade stolz von 1,4 Millionen Besuchern berichteten. Das klingt ja fast wie der schlechte Witz, in dem der Sicherheitsexperte verkündet, das Areal sei auslegt für eine Million und ein paar Zerquetschte. Eine zynische Pointe, aber im Sinne der Wahrheitsfindung.

Dass dann aber auch noch direkt am Tag eins nach dem Drama die Autobahnbeauftragte Eva Herman aus der Gruft ihrer neo-konservativ-urchristlichen Märtyrerinnengrotte gekrochen kommt, die Love Parade als einen von den 68ern erst möglich gemachten Sündenpfuhl bezeichnet und die Todesfälle als mögliche Strafe Gottes – das ist Zynismus ohne Pointe aber mit Hohlkreuz.

Gerne hätte sie die Friedfertigkeit und Partyhaftigkeit einer drogendurchseuchten Nackttanzsause diskutieren dürfen. Aber ein paar Tage nächstenliebenden Schweigens hätte es dafür schon gebraucht. So muss sie aufpassen, dass man sie beim nächsten Karneval nicht gemeinsam mit Bischof Mixa auf einen „die 68er sind an allem Schuld“-Motivwagen bindet und zur Steinigung freigibt.

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1.) Vorhin waren im Fernsehen muskulöse Männer zu sehen, die Händchen hielten und Schampus getrunken haben. Das waren keine Bilder vom CSD, das waren die letzten hundert Kilometer der Tour de France.

2.) Zsa Zsa Gabor liegt nicht im Koma. Das ist bloß der Schock, weil der behandelnde Arzt ihr tatsächliches Alter aus der Krankenakte vorgelesen hat.

3.) Auf der DRK-Sanitätsstation des Münchner Oktoberfests hat das Gesundheitsamt unsachgemäß gepflegte Instrumente und rostige Scheren gefunden – deshalb hier noch einmal die Feststellung: Alkohol desinfiziert nicht alles, wenn man nur genug davon trinkt!

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In Holland ist ein katholischer Priester suspendiert worden, weil er vorm Finale eine WM-Messe abgehalten hat. Da wurde Fankluft getragen, im Mittelgang mit einem Ball angestoßen, Oléolé gesungen und für den Sieg der Oranje gebetet.

Ist doch kein schlechter Ansatz. Wenn im Kirchenalltag die Predigt mit der Trillerpfeife an- und abgepfiffen würde, wären die Zuhörer sicher wacher. Außerdem könnte der Pfarrer im Beichtstuhl gelbe und rote Karten verteilen. Und wer den ersten Stein wirft, obwohl er eigentlich hinter den Sündern steht, der ist im Abseits.

Der selbe Priester hatte übrigens bereits am Tierschutztag Vögel durch die Kirche fliegen lassen. Aber ist das nicht fast schon Tierquälerei? Am 21. September steht er sicher ohne Text auf der Kanzel, denn das ist der Welt-Alzheimertag. Und am Weltspartag ist dann noch mal eine extra Kollekte.

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Gunther Sachs war früher Playboy. Weil das aber als Berufsausbildung heute nicht mehr langt, hat er noch erfolgreich einen „Fotografen“ und „Astrologieexperten“ draufgesattelt. Neuerdings ist er Präsident des eingetragenen Vereins „Für das Grössere Fussballtor“.

Als solcher findet er, dass in der WM-Vorrunde zu wenig Tore gefallen sind und Fußball nur wieder spannend werden kann, wenn die Tore größer werden. 7 Zentimeter nach links und rechts, außerdem 9 in der Höhe. Zu behaupten, auf die Größe käme es an, ist natürlich echt Playboy.

Der Verein meint es ernst und schaltet Anzeigen in überregionalen Tageszeitungen. Ich schlage vor: Macht die Torwarte kleiner! Torwarte sollten die Jockeys des Ballsports werden. Ich will sehen, wie sie sich in ihren Toren verlaufen! Ich will lachen, wenn sie mit ihren kleinen Fistelstimmen vor sich hin fluchen und nach einem Sieg von der Mannschaft durch die Luft gewirbelt werden. Erst wenn die Torwarte so klein sind, dass man sie auf dem Spielplatz vergisst und ohne sie im Mannschaftsbus abreist, erst wenn sie den Weg vom einen zum anderen Pfosten in Zeiten zurücklegen, die ein Stürmer auf hundert Meter läuft – erst dann wird Fußball wieder spannend sein.

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Dass die deutsche Nationalelf sich durch „undeutsche Tugenden wie Spielwitz und Kreativität“ auszeichnet, hab ich heute irgendwo gelesen. Das klang gut und ungefähr so erfrischend wie alkoholfreies Bier. Nach dem Spiel muss ich sagen: stimmt! Zischt, perlt und man kann danach sogar noch Auto fahren.

So wie es die diversen ländlichen Klein-Korsos tun, die jetzt wie fröhlich beschwipste Bienenschwärme luftig am Horizont umherhupen. Selbst Günther Netzer hat Spaß an der Backe. Und den Delling, aber das macht heute nix. Für einen sommerlichen Moment fühlt sich Schwarz-rot-gelb gut an, wie die Mischung aus dem schwarzen Boateng, dem türkischroten Özil und dem goldigen Rest.

Wir sind eine junge Mannschaft. Das wär auch mal ein tolles Konzept fürs ganze Land. Her mit dem Spielwitz und der Kreativität! Dafür würde ich auch in Kauf nehmen, dass Delling und Netzer live aus dem Bundestag kommentieren.

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Das Schönste an der WM ist ja, dass man zurzeit mit dem ganzen Schwarzrotgelb prima Nazis ärgern kann. Weil die deutsche Elf eine Elf mit Migrationshintergrund ist, von Podolski über Cacau bis Özil. Da reagiert der Nazi empfindlich, wenn die Falschen zur Hymne stramm stehen, von Deutschland angefeuert werden und dann auch noch Tore schießen, nichtarische.

Der Pressesprecher der NPD sagt: „Uns stößt übel auf, dass damit der Ursprungsgedanke des Wettkampfs zwischen Völkern vernichtet wird!“ Ich glaub, da verwechselt er Weltmeisterschaft mit Weltkrieg. Aber schön für ihn, dass er auch noch den Begriff „Vernichtung“ in seinem Satz untergebracht hat.

Das wär ein Fest, wenn die Nationalmannschaft nur Müller, Meier, Schmitz hieße, Trikots von Thor Steinar und Springerstiefel mit Stollen tragen würde. Dann wären die Engländer aber mal richtig motiviert und wir hätten gar keine Chance mehr am kommenden Sonntag.

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