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Archive for the ‘Europa’ Category

Das Schönste an Italien ist Berlusconi. Diese Mischung aus Mafiapate, Mediendiktator und geliftetem Drecksack zeigt uns Deutschen immer wieder, wie weit unser politisches Personal doch von der internationalen Spitzenklasse der Regierungsschmierlappen entfernt ist.

Gegen den Paten Silvio ist Angela eine einfache Hütchenspielern. Und da ist auch nicht mehr viel Raum nach oben: Puffparties und größere Bestechungsorgien kriegt sie nicht hin, da steckt einfach zuviel protestantische Physikerin in ihr. Und auch Guido kommt bei der Vetterleswirtschaft kaum über Hoteliers und Lebensgefährten hinaus, vom kriminellen Potential her bleibt er eine Klemmschwester.

Guttenberg? Ist ja quasi naturgeliftet und schauspielerisch hinreichend begabt. Hat aber zuwenig Mördergrube im Herzen und zuviel blaues Blut im Bewusstsein. Nein, unser Schurkenstaat bleibt eine kleine Nummer. Was für ein vorweihnachtlich-hoffnungsvoller Gedanke.

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Helmut Schmidt ist ein angesehener Mann, ein Intellektueller und Politprofi. Sein Wort sollte auch Christdemokraten nicht egal sein. Dem Handelsblatt hat er jetzt gesagt, dass die Kanzlerin in Sachen Wirtschaftskrise nicht sehr geschickt agiere, der deutschen Polit-Elite die Einsicht fehle, was permanente Leistungsbilanzüberschüsse für Deutschland bedeuten (“man verkauft Waren und erhält dafür nur Papiergeld, das später abgewertet wird”) – und dass es Europa an Führungspersönlichkeiten mangelt, die einen Überblick haben. Mit Ausnahme des Luxemburgers Jean-Claude Juncker.

Und was sagt eben der dieser Tage? Dass Deutschland ein bisschen simpel denke und Merkel seine Ideen ablehne, ohne sich richtig damit beschäftigt zu haben: “Sie hat eine sehr uneuropäische Art, europäische Geschäfte zu erledigen.” Ist doch immer schön, wenn man eine Zweitmeinung einholen kann. Merkel setzen, Sechs. Nicht auszudenken, wenn es einen Pisa-Test für Regierungschefs gäbe.

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“Lasst uns nicht allein!”, rufen die mit der Regulierung des Finanzsektors beschäftigten Abgeordneten des Europaparlaments uns zu. Es ist ein Hilferuf, wie aus dem Dschungel-Camp der Hochfinanz, fast als würden sie schreien: “Holt uns hier raus, wir sind Demokraten!”

In einem öffentlichen Aufruf outen sie sich als relativ wehrlose Opfer der Banken-Lobby, deren Deutungshoheit sie nicht entgegenzusetzen haben. Die Banker machen weiter wie immer und haben die politischen Gestaltungsräume so durchdrungen, dass die vermeintlichen Entscheider sich hilflos fühlen und von einer “Gefahr für die Demokratie” sprechen. Jetzt bitten sie die “Zivilgesellschaft” um Unterstützung, etwa durch den Aufbau schlagkräftiger Nichtregierungsorganisationen, also so was wie ein Finanz-Greenpeace.

So weit ist es schon, dass wir uns als Bürger mit Schlauchbooten zwischen die Geldhaie werfen müssen, um unsere EU-Abgeordneten vor dem Abschuss zu retten. Parlamentarier, die das Volk um Rückendeckung gegen die Wirtschaft bitten! Es reicht also nicht mal mehr, wählen zu gehen. Wir müssen unsere Politiker aus der Geiselhaft des Finanzterrors befreien. Der bewaffnete Kampf für die Demokratie gehört nicht nach Afghanistan, sondern zuerst mal nach Brüssel.

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Jetzt ist also WM. Und ich hab mir wieder die drei Sätze zusammengesucht, die ich beim Fußballgucken abwechselnd sage, um wichtig zu klingen. Und eventuell anwesende Fußballfans in den Wahnsinn zu treiben: “Hätte man geben können!”, “Mach ihn rein!” und, besonders sportfeuilletonistisch, “Da ist aber auch KEINE Idee!”

Das ist ja mit das Schlimmste an diesem Sport, dass Deppen wie ich einfach mitfeiern und mitreden dürfen, wenn sie sich nur was schwarz-rot-gelbes ins Gesicht malen oder genug Bier mitbringen. Ich freu mich auch schon wieder auf die Bilder von Angela Merkel auf der Tribühne, wie sie die Fäustchen reckt und sich freut, mal einer Meinung mit ihrem Volk zu sein.

Bitte nicht vergessen: Die lustige Frau, die da dem Schweini die Wange tätscheln und Podolski in den Hintern kneifen wird (also nur, wenn wir das Finale erreichen, denke ich), die mit Blazern in den Nationalfarben nur so um sich wirbeln und der Mannschaft für ihre “Tatkraft auch und grade in Zeiten großer Herausforderungen” danken wird, das ist die selbe, die jetzt die Krise den Armen aus den Rippen spart, sich in Europa zur Wurst gemacht und die Bundespräsidentenwahl zur Lachnummer gemacht hat. Bei jeder ordentlichen Party muss es auch einen geben, der doof im Eck steht. Ich schlage vor, die Kanzlerin macht das.

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„Nur ein Haushalt, der allen wehtut, ist ein guter Haushalt“, hat FDP-Mann Martin Lindner gestern bei Anne Will gesagt, die ja eine gute Talkshow moderiert, weil sie ebenfalls allen wehtut, die sie sehen.

Nun gilt es, in den nächsten Wochen genau hinzuhören, aus welcher Ecke keine Schmerzensschreie zu hören sind. Da sollte man dann zielgerichtet mit der Bundeswehr in den Haushalt einmarschieren. Wenn es die dann überhaupt noch gibt.

Jetzt kommt es also, das brutalstmögliche Sparpaket aller Zeiten, das deutlich die „Handschrift der schwarzgelben Koalition“ trägt, also die übliche hektische Sauklaue in Druckbuchstaben.

Hartz-IV Empfängern wird das Elterngeld gestrichen, weil ihr Elternsein ja wertlos ist und sich im Kindergeldversaufen erschöpft. Die Betreiber von Atomkraftwerken werden für die Verlängerung der Laufzeiten zur Kasse gebeten. Damit ist die Verlängerung praktisch beschlossen, weil Gold wert.

Die Kürzungen im Sozialbereich dienen natürlich in erster Linie nur dazu, die „Anreize für die Aufnahme von Arbeit zu verbessern“, sagt die Kanzlerin, während ihr Blazer beschämt zutiefst errötet. Na, das wird ne Arbeit sein. Wahrscheinlich 1-Euro-Jobs für Leute, die ihren Keller als Endlager zur Verfügung stellen und dann Strahlenschutzblockwart werden.

„Wir können uns nicht all das, was wir uns wünschen, leisten, wenn wir die Zukunft gestalten wollen”, erklärt die Kanzlerin. Und mancher denkt: Eigentlich wünschen wir uns bloß eine Zukunft, aber wir werden sie uns wohl nicht leisten können.

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Was für ein erfrischend neues Deutschlandbild: Fräuleinwunder 2.0 ! Stell dir vor, die ganze BRD wäre leicht verrückt, gut gelaunt, aufgedreht und im entscheidenden Moment arschcool. Also ungefähr das Gegenteil von Angela Merkel.

Lena ist eine große Hoffnung – für alle Eltern, die sich sagen: “Vielleicht kann aus unserem hyperaktiven Kind auch noch was werden, wenn man das Ritalin weglässt”. Möglicherweise ist sie auch ein Rollenmodel fürs ganze Land. Mit Rettungsschirm, Charme und Melodie (naja, etwas, nicht viel) durch die Krise, Hauptsache Abi und Fußwippen.

Hör mir auf mit mediterraner Leichtigkeit, ab heute kommt die Leichtigkeit aus Hannover, jawoll! Und sie hat einen herzerfrischenden “Ich bin zwar erst 19, aber hab 40 Jahre in einer Suppenküche in Soho gearbeitet”-Akzent.

1982 sah das noch ganz anders aus, da klampfte eine “Ich hab keinem was zuleide getan”-Tröte in einem Kleid aus reinster modischer Kapitulation was von “ein bisschen Frieden”. Was schon damals so zupackend sinnvoll war wie “ein bisschen Schwangerschaft”. Auch Nicole war damals eigentlich eines von Kohls “Mädchen”. Drei Engel für Helmut: Nicole, Angela und Uschi Glas.

Heute heißt der Papa Stefan Raab und ist ein bildungsferner Spaßzyniker, der langsam erwachsen wird. Auch das ist Hoffnung. Der Aufschwung kommt an beim Zuschauer.

Wie ein Satellit hat uns die gute Laune umkreist, immer fast nervig, aber eben auch immer im kleinen Schwarzen. Die ideale Mischung aus Lebensfreude und Reduktion, Sparzwang und Ohrwurm. Hätten Audrey Hepburn und Helge Schneider ein gemeinsames Kind, es wäre Lena. Und es täte uns gut. Oder, um es mit Lenas Worten zu sagen: “Ich freu mich so, so hart”. Ein Satz, den man bisher nur aus der Pornobrache kannte.

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Letzte Woche hat die Kanzlerin noch überall verkündet, eine Finanztransaktionssteuer ließe sich in Europa nicht durchsetzen. Heute ist klar: Die EU will diese Steuer und auch die Regierungskoalition ist jetzt dafür. Da fragt man sich schon: Hat Maggie Merkel, die eisernste Lady seit Bismarck, überhaupt einen Durchblick in Sachen Europa? Oder haben die Sarkozys und Berlusconis sie bloß jahrelang mit Handkuss verarscht?

Ist der finanzpolitische Horizont der Kanzlerin etwa der ihrer sprichwörtlichen schwäbischen Hausfrau, die man hat mitreden lassen, weil sie einen guten Kartoffelsalat kann und sonst nix? Im Moment glaubt ihr nicht mal mehr die Bildzeitung die europäische Leadership-Nummer.

In der Süddeutschen Zeitung vom Wochenende hat sie folgendes gesagt: “Als wir im Herbst 2008 das Bankenrettungspaket geschnürt hatten und wir es zum ersten Mal in einem solchen Zusammenhang mit dreistelligen Milliardensummen für Garantien zu tun hatten, da habe ich nach den getroffenen Entscheidungen in meinem Büro einen Teller Linsensuppe gegessen. Um in einer solchen Ausnahmesituation etwas ganz Alltägliches zu tun. So etwas ist mir immer wichtig”.

Linsensuppe. Da wird sie noch einige auslöffeln müssen. Man fragt sich: Ist das noch putzig und bodenständig, oder schon eine klassische Übersprungshandlung? Vielleicht sogar eine Art Kanzleramts-Hospitalismus.

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