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Archive for the ‘Datenschutz’ Category

Jetzt haben sie also in Südafrika etwas im Flugzeuggepäck gefunden, was aussah wie eine mögliche Bombe. Und die Geheimdienste gehen davon aus, dass die bestimmt auf dem Weg zum nächstbesten deutschen Weihnachtsmarkt war. So, wie sie auch wissen, dass über 100 deutsche Schläfer nur auf den Weckruf warten. Und dass vier hochgradige Gefährder frisch eingereist sind. Mir persönlich ist das eine etwas zu dubiose Mischung aus Alarm und „nichts Genaues weiß man nicht“.

Und warum jetzt die Innenminister über Vorratsdatenspeicherung reden, weiß ich auch nicht. Als könnten sie durch die Einsicht in Anruflisten Bomben entschärfen und Schläfer zum Durchschlafen bringen. Praktisch: Der Terrorist macht „Buh“ und wir schaffen unsere Freiheit selbst ab. Dafür müssten uns im Himmel eigentlich auch noch 2-3 Jungfrauen zustehen. Ich sage nicht, dass es keine Gefahr gibt. Ich finde bloß, dass sie nicht größer geworden ist, seit die Al Qaidas eine neue Waffe entdeckt haben: Die Post.

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Heute hat mir Google geschrieben. Mit herzlichen Grüßen und bezüglich meines Widerspruchs gegen Street View:

„Wir werden zunächst versuchen, das Gebäude, auf das sich Ihr Widerspruch bezieht, verlässlich zu identifizieren und entsprechend zu bearbeiten. Sollte uns dies nicht gelingen, werden wir uns erneut mit Ihnen in Verbindung setzen. Bis dahin bedanken wir uns herzlich für Ihre Geduld.“

Ich versteh das so, dass die jetzt mal gucken, wie mein Haus so aussieht. Und dann schauen, ob sie passende Pixel zum Drübermachen auf Lager haben. Eventuell müssen sie dann erst neue Pixel bestellen oder anfertigen lassen.

Wenn die dann aber nicht passgenau sind, oder sich nicht vernünftig befestigen lassen, dann melden sie sich wieder und dann müssen wir zusammen noch mal neu überlegen. Ob es nicht einfacher wäre, wenn ich umziehen würde. Oder ob ich ihnen die Pixel eventuell kurzfristig festhalten könnte, oder ob es mir was ausmacht, wenn der Schornstein noch rausguckt.

Ich werde geduldig auf einer virtuellen Pixelbaustelle leben müssen, bis die das auf die Reihe kriegen. Wer noch welche übrig hat: bitte spenden an Google Germany in der ABC-Straße in Hamburg! Danke.

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Na, das wird ja ein echter Technologiesprung: Für den kommenden Personalausweis mit Chip braucht man vermutlich bald ein kostenpflichtiges Anti-Virus-Programm als Zubehör.

Jedenfalls hat der Chaos-Computer-Club ihn angeblich schon geknackt. Das ist der Nachteil der totalen Chippisierung: Je mehr Chip, desto mehr Sicherheitslücken. Plötzlich lassen sie dich beim Flughafen nicht mehr einchecken, weil deine Staatsangehörigkeit „Trojaner“ ist.

Und wenn du nicht willst, dass irgendwelche kleinwüchsigen Hacker mal eben 30 Zentimeter von deiner Körpergröße abbuchen, dann musst du monatlich blechen für „Kaspersky Personal Security“ oder „Norton Anti Identityvirus“.

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Klar ist die Google-Street-View-Debatte auch ein prima Ablenkungsmanöver. Noch der letzte Berliner Hinterbänkler und Internet-Ausdrucker macht jetzt einen auf Datenschützer, wenn es um Blumentöpfe auf Fensterbänken, Gartenzwerge in Vorgärten und Autos in Hofeinfahrten geht. Währenddessen die Datenflut auf Pässen, Gesundheitskarten und beim Swift-Abkommen der eigentliche Skandal ist, aber eben nicht so bunt und in 3D.

Und dennoch macht es sich der Innenminister zu einfach, wenn er findet, wer Street-View verbiete, müsse auch „Bilder vom Kölner Karneval“ verbieten, die ebenfalls voller Menschen und Fassaden seien. Erstens ist da die Hälfte der Leute verkleidet und zweitens kann ich nicht nach Hausnummern suchen. Das ist ja der Punkt: Natürlich war meine Hauswand immer schon öffentlich – was ich aber nicht will, ist, dass ein privates Unternehmen sie auch noch ungefragt fotografiert und mit meiner Adresse verknüpft.

Heute muss man doch um jeden Zentimeter Privatsphäre kämpfen, der nicht in die Suchmaschine geraten soll. Nicht, dass es irgendwann beim Einstellungsgespräch heißt: „Ich kann sie nicht einstellen, weil sie so hässliche Gardinen haben!“ Das hätte der Chef früher auch schon rausfinden können, aber nicht auf einen Klick. Und das ist ein Unterschied.

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Früher hatte man als neugieriger Spanner-Nachbar ein Kissen auf der Fensterbank liegen. Heute ist das Kissen digital und heisst Google Street View. Es ist eingentlich sogar ein fliegendes Kissen, dass dich noch dieses Jahr in 20 deutsche Städte tragen kann. Um da mal Strassenzug für Strassenzug zu gucken, wer so alles am Fenster hängt, im Hofeingang Drogen verkauft, Gartenzwergfetischist ist oder ein teures Auto vor der Hütte hat.

Das ist natürlich eine grosse Arbeitserleichterung für die Einbrecherbranche, die endlich im globalen Wettbewerb und quasi vom Home Office aus ressourcenschonend recherchieren und planen kann. Als mündiger Bürger und Hausbesitzer bekommt man von der Stasi, äh von Google jetzt sogar die Möglichkeit, Einspruch zu erheben. Man kann sein Haus im digitalen Strassenbild „vernebeln“ lassen.

Auch das ist eine praktische Hilfe für das Eigentumsüberführungsgewerbe, denn der Verdacht liegt nahe, dass grade bei den unkenntlich gemachten Objekten am ehesten was zu holen ist. Wer sich unausgespäht fühlen will, müsste sich mit seinen Nachbarn verbünden, um das ganze Viertel im Nebel der Unkenntlichkeit verschwinden zu lassen. Aber die Nachbarn sind ja noch aus Zeiten des analogen Fensterkissens schlecht aufeinander zu sprechen.

Die erste Stadt, die es schafft, sich der Datenkrake zu entziehen, komplett unscharf zu werden und von der abfotografierten Landkarte zu verschwinden, dürfte sich dann zu Recht das „Atlantis des Digitalzeitalters“ nennen. Auf, wer macht’s? Vielleicht Bielefeld!

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Da hat doch glatt ein technisch hochbegabter Spanner die Webcam von zig Kindern gekapert und sie heimlich über Wochen beobachtet. Damit hat er ein gutes Werk getan.

Denn er hat den Kindern und Eltern vor Augen geführt, was da so im Kinderzimmer rumstand: eine Kamera. Ja, die kann dich sehen! Und wenn sie am Netz hängt, dann sieht dich das ganze Universum, solange es seine Internetrechung bezahlt.

Natürlich nur, wenn der Computer an ist. Das wäre also direkt die erste Anregung: Den Rechner ruhig mal wieder ausschalten. Das haben wir früher immer so gemacht und es hat uns nicht geschadet. Man muss nicht sterben, wenn das Notebook mal runtergefahren ist.

Ich würde diesem Spanner gerne den Wanderpokal des „Medienkundlichen Diskussionsbeitrags des Monats“ verleihen. Wenn ich mich nicht vor dem Gedanken ekeln würde, ihm dabei die Hand geben zu müssen. Spanner sind bestimmt klebrig und riechen.

Und für Webcams sollte die Objektivklappe Pflicht werden. Das ist ja das Fiese am Internet: Wenn du zu blöd bist, damit verantwortungsvoll umzugehen, kann die ganze Welt dich dabei beobachten.

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Und immer dran denken: Der Überwachungsstaat kommt von oben. Innenpolitiker und Polizei sind begeistert am Forschen und Basteln was den Einsatz von sogenannten „Drohnen“ angeht. Das sind unbemannte, ferngesteuerte Flugkörper mit Kamera. Auch wer im Hochhaus wohnt, sollte dann nicht erschrecken, wenn er aus dem Fenster schaut und sieht, wie ihn so ein Ding aus nächster Nähe beobachtet.

Grüßt man Drohnen eigentlich? Darf man sich gegen sie eine Fliegenlatsche zurechtlegen? Oder gar eine kleine Steinschleuder? Muss ich für einen Rest von Privatsphäre demnächst meinen Garten überwachen? Noch kann man angeblich auch als Privatmann solche Drohnendinger kaufen, da sollte man zuschlagen, damit man später die Polizeidrohnen wie beim Autoscooter anrempeln und vom Grundstück drängen kann.

Drohnenjagd könne ein neuer linker Volkssport werden, so eine Art Tontaubenschießen für Bürgerrechtler. Und spätestens wann dann die ersten Bankräuber mit Drohnen arbeiten, geht es richtig rund im innerstädtischen Luftraum…

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