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Archive for the ‘Bücher’ Category

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Das wurde ja auch mal höchste Zeit: Die Stiftung Warentest hat Schulbücher getestet. Sie sind alle sehr brauchbar und zuverlässig. Wenn man sie braucht, um sie unter die Beine wackeliger Tische zu legen. Auch Briefmarken und Blätter kann man prima damit pressen. Lernen kann man damit eher nicht.

Auf jeder fünften Seite der Biobücher fanden sich schwerwiegende Fehler, zum Beispiel hat der Darm des Blauwals nur die fünffache Länge seines Körpers – und eben nicht die 56-fache. Das ist ein Unterschied, frag mal den Wal! Und Uhus fressen eigentlich keine Wölfe. Das ist wichtig, frag mal den Wolf! Jetzt sagt der Pädagoge: „Ist doch egal, was du lernst, Hauptsache du lernst, wie man lernt“. Und da regen sich die Besserwisser auf, dass bei Wikipedia soviel Schwachsinn zu finden ist…

Letzten Endes geht es um Vertrauen. Es kann doch nicht sein, dass die Antwort auf die Frage: „Und wozu brauch ich das später im Leben?“ immer öfter lautet: „Damit du feststellst, dass es nicht stimmt.“. Wenn ich mir schon Zahlen in die Birne haue wie den Tag des Sturzes von Erich Honecker (18.10.1989, laut Wikipedia…) oder um ein Wievielfaches Elektronenmikroskope vergrößern (laut Schulbuch 20.000-fach, laut Tagesschau.de aber 500.00-fach…), dann will ich mich gerade als Heranwachsender drauf verlassen können, dass es stimmt. Sonst kann ich doch auch einfach Pokemon spielen, bis die Experten sich geeinigt haben.

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Sie hat es wieder getan. Auf manche Leute ist einfach Verlass. Eva Herman war in diesem Jahr schon mehrfach Gegenstand dieses Blogs (hier, oder hier), aber jetzt dreht sie die Spirale ihrer Heim-An-Den-Herd-Kampagne noch einen Tick weiter in Richtung „Eva Braun Reloaded“. In Berlin hat sie ihr neues Buch „Das Prinzip Arche Noah“ vorgestellt. Bösartig vermutet handelt es wahrscheinlich davon, dass Noahs Frau so wahnsinnig ausgeglichen war, weil sie die Arche immer ordentlich in Schuss gehalten hat.

Egal. Lesenswert ist das Buch bestimmt, wenn man mal wieder einen Sonntag zwischen Lachflashs und Wutanfällen verbringen will, oder eine Kabarettnummer drüber schreiben will. Der Hammer sind die Worte, die sie jetzt bei der Buchpräsentation so nebenbei hat fallen lassen und die das Dritte Reich betreffen: „Vieles ist da sehr schlecht gewesen, zum Beispiel Adolf Hitler, aber einiges auch sehr gut, zum Beispiel die Wertschätzung der Mutter.“ Ach nee, die Leier mal wieder! Klar, damals konnte man als deutsche Frau noch nachts alleine auf die Straße und war so hochgeschätzt, wie es eine Brutmaschine für Kanonenfutter nur sein kann.

Aber warum war der Führer schlecht? Na, weil er den Krieg verloren hat, das alte einsam baumelnde Weichei! Im Tausendjährigen Reich hätten tausendjährige Mütter tausende von Kindern großgezogen und nebenbei tausende von Archen durchgefeudelt und nachkalfattert. So gesehen, liebe Eva, war der Nationalsozialismus natürlich die reinste Frauenbewegung. Fassen wir zusammen: An Eva Herman ist vieles sehr schlecht, aber einiges auch sehr gut, zum Beispiel ihr Wert als abschreckendes Beispiel

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Beweisfoto 

Und da isses! Dreimal das Grundgesetz. Eins fürs Regal, eins zum Verschenken und eins direkt mit persönlicher Widmung an Wolfgang Schäuble. Wie besprochen. Siehe den famosen Aktionsplan von Sven:

http://www.svenscholz.de/index.php/grundgesetz-bestellen-solange-es-es-noch-gibt/

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Frage dich nicht, was die Politiker für die Bildung tun, sondern frage dich, was du für die Bildung der Politiker tun kannst. Das hat sich wohl der kanadische Schriftsteller Yann Mertel gesagt, als er mal wieder seinen Premierminister bei einer Kulturveranstaltung beobachtete. Der muss sehr gelangweilt ausgesehen haben, der Premier. So eine Mischung aus Kulturferne und Gesichtslähmung, vielleicht ist ihm sogar ein Speichelfaden aus dem Mundwinkel gelaufen. Jedenfalls hat sich der Herr Mertel erbarmt, vielleicht sind bei dem grade die Kinder ausgezogen und er hat wieder pädagogische Kapazitäten frei. Er schickt dem Politiker jetzt alle 2 Wochen ein Buch der Weltliteratur sowie eine kleine Leseanleitung, damit es nicht so wehtut. Los ging es mit Orwells „Animal Farm“ und Tolstois „Tod des Iwan Iljitsch“. Der Premier hat bisher nicht reagiert, vielleicht hat er keinen, der ihm was vorliest. Mertel bleibt eisern und will seine Kulturlieferung a la „Lesen auf Rädern“ unbedingt fortsetzen, bis zum Ende der Premier-Amtszeit.

Ich finde die Idee so großartig, dass ich gerne einen Wettbewerb draus machen würde. Es geht um die originellste Antwort auf die Frage:

Welches Buch würdest du gerne mit welcher Begründung (und/oder Lesehilfe) der Bundeskanzlerin schenken?

Der Wettbewerb läuft 10 Tage, so lange sammel ich die Vorschläge im Kommentar. Dann wird ein Sieger ausgelost und der erhält dann ein Buch, das ich ihm auswähle und begründe. Also los! Alles ist möglich, vom „Moppel-Ich“ bis hin zu „Maria Stuart“!

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Fröhlich denkt faltenlos

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Susanne Fröhlich hat mal wieder ein Buch geschrieben. Es geht um Falten. Und wie man sie weg machen lassen kann. Wenn man in diesem Text-Auszug nur ganz wenige Wörter verändert, geht es plötzlich um wesentlich grundsätzlichere Probleme.

„Heute: Mein Kampf gegen die Dummheit – die lustige Hirnzellen-Beichte! […] Der Arzt ist der Bruder einer meiner Freundinnen. Macht ihn mir sofort sympathisch. Insgeheim hatte ich die Hoffnung, er würde zu mir sagen: ´Warum wollen sie denn Hirnzellen, da ist doch gar nichts zu tun bei ihnen!´ Aber nichts da. Kein Widerspruch. Er scheint den Bedarf zu sehen. Betäubung gibt´s keine. Er kühlt die Stelle und zieht die Spritze auf. Jetzt bin ich doch etwas angespannt. […] Wirklich weh tut die Spritze nicht. Ungefähr wie ein kleiner Mückenstich. […] Danach gibt es Eisbeutel, um möglichen Blutergüssen an den Injektionsstellen vorzubeugen. Und jede Menge Verhaltensregeln. Keine Sauna, keine Sonne, kein Solarium direkt nach der Behandlung. Auch schwere, körperliche Arbeit und Sport sollte man auf die nächsten Tage verschieben. Verzicht auf Sport und schwere körperliche Arbeit – eine für mich sehr erträgliche Maßnahme. […] Ich merke nichts. Keine Lähmung, keine Schmerzen. Alles wie immer. Beim Shopping stiere ich in jede Schaufensterscheibe. Warte auf die Verwandlung. Es passiert nichts. Ich gucke und gucke, aber mein Gesicht sieht aus wie immer. […] Am sechsten Tag kann ich die Stirn nicht mehr runzeln. […] Dafür sieht es mit meiner Dummheit besser aus. Sie ist nicht verschwunden, aber auch nicht mehr so tief. […] Wer merkt es? Niemand. Weder mein Mann noch meine Mutter noch meine Tochter. Niemand in meinem direkten Umfeld. Doch immerhin, zwei Kolleginnen beäugen mich gründlich.“

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Harry Potter ist Teufelszeug. Och nö, nicht schon wieder! In einem Chemnitzer Gymnasium sollten anhand des Zauberlehrlings Fünftklässler lernen, wie Märchen und andere fiktive Geschichten aufgebaut sind. Die sollten also nicht Zaubern lernen, sondern Lesen. Daraufhin haben sich zwei Elternpaare beschwert (klar, die kommen immer zu zweit… ), die „Darstellung von Geistern stehe im Widerspruch zur religiösen Erziehung“ ihrer Kinder.

Jetzt wird im Unterricht „Rennschwein Rudi Rüssel“ gelesen. Solange, bis die heiligen Elternpaare rausfinden, dass in dem Buch die Erde gar keine Scheibe ist. Wenn die Fundamental-Christen den Lehrplan bestimmen, wird bald gar nix mehr gelesen außer Peter Hahne (haha, da war er wieder!). Goethes Faust? Hexen und vorehelicher Sex! Hamlet? Geisternde Väter und ausgegrabene Totenschädel! Die Räuber? Räuber! Und überfallene Nonnenklöster!

Wer schützt eigentlich Kinder vor Eltern, die mit der Welt nicht zurechtkommen? Das erinnert mich an die Deppen, die vor ein paar Jahren befürchtet haben, dass Harry Potter schwul macht. Begründung: Er ist nicht „normal“, ist im Schrank aufgewachsen, bis er sein Coming-Out hatte, keiner seiner Lehrer hat eine Frau und er spielt am liebsten mit diesen Zauberstäben rum, die sogar Leben erzeugen können. Das sind dieselben Leute, die Ernie und Bert ihre gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaft vorwerfen. Wenn die anfangen, Einfluss auf den Lehrplan zu nehmen, sollte das Bildungsministerium im Gegenzug die Bibel umschreiben.

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Heute ist Weltfrauentag. Zeit für Buße, Selbstkritik, Müllrausbringen. Und 1 Euro in die Kaffeekasse für jeden faulen Witz zu diesem ernsten Thema. Das heißt: Weil das mit dem Müllrausbringen vielleicht nicht nur als psychohygienische Metapher gemeint gewesen ist, war an dieser Stelle schon der erste Euro fällig. Meinen herzhaften Blogeintrag zum neuen Buch von Eva Herman hatte die österreichische Zeitung „Die Presse“ (mit meinem Einverständnis) in ihrem online-Angebot „Fangnetz“ veröffentlicht, dort gab es dazu einen spannenden Kommentar. Der bei mir Intoleranz, primitiven Sexismus und aggressive Angstreflexe gegenüber Andersdenkenden diagnostiziert.

Und mit diesem Befund soll ich jetzt wieder zurück in meinen Alltag und eine liebevolle Beziehung führen? Schwierig. Für ein paar Stunden hab ich mich wie Bruce Willis gefühlt, aber nach der dritten überfahrenen roten Ampel und der vierten Schießerei wurde es dann doch schnell langweilig.

Also leiste ich hiermit Abbitte: Ja, ich will Eva Herman tolerieren. Ich freue mich über ihre (der meinigen entgegengesetzte) Meinung, würde auch gerne auf Augenhöhe mit ihr diskutieren, aber ich schlag mich ja nicht mit Frauen. 2 Euro. War ein Witz. Mit Eva würd ich mich auch schlagen, wenn sie Lust hat. Ja, ich will fürderhin dafür sorgen, dass mein Sexismus raffinierter ausfällt. Ja, ich werde meine Angstreflexe unterdrücken und auch nicht ausweichen, wenn eine Palette Herman-Bücher auf mich herabkracht. Sollen die Frauen doch selbst entscheiden, ob sie sich durchs Eva-Prinzip beleidigt oder befreit fühlen. Mich geht’s nix an, ich bin ja nur ein Mann. Ich les dann jetzt wieder Playboy. So, 3 Euro. Prima, jetzt kann ich Kaffeetrinken gehen.

Wer das ganze gedanklich durchdringen und argumentativ überprüfen will, findet hier meinen Beitrag und den Kommentar. Und kann dann anschließen im Honigbrot-Blog seine Solidarität bekunden. Mit wem auch immer. Bitte keine Schleimerei, denn heute ist Weltfrauentag.

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