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Archive for the ‘Berlin’ Category

Angie ist die Teflon-Merkel, Oettinger eine entsorgte lahme Ente, Niebel eine schräge Wahl, Seehofer unberechenbar und Westerwelle kein Genscher. Schön, zu lesen, dass die US-Botschafter ein doch ziemlich zutreffendes Weltbild haben. Ansonsten sind diese Erkenntnisse nicht sonderlich brisant, da hätte Washington auch einfach Urban Priol fragen können.

Spannend sind zwei Details, von denen eines zur Zeit in der Berichterstattung deutscher Medien gerne unter den Tisch fallen gelassen wird. Klar ist es interessant, dass irgendein FDP-Maulwurf hochengagiert der amerikanischen Botschaft aus den Koalitionsverhandlungen berichtet hat. Das ist ja fast eine klitzekleine Spionageaffäre.

Viel doller ist doch aber die Tatsache, dass der jetzt US-behördlich ausgewiesene Amerikafreund Guttenberg dem großen Bruder erzählt, die Kanzlerin könne sich wirtschaftspolitisch schlecht durchsetzen und der Vizekanzler habe eigentlich keine Truppen aufstocken wollen. Gutti ist neTransatlantikpetze und Strebersau. Wahrscheinlich wird unser künftiger Kanzler heute schon im Pentagon als IM „Pomade“ geführt. Das ist der wirkliche Skandal, der an seinen Beliebtheitswerten so gefährlich knabbern könnte wie einst George Bush an seinen Salzbrezeln.

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Wikileaks veröffentlicht geheime US-Unterlagen über deutsche Politiker. Praktisch. Da muss ich mir gar kein neues Programm schreiben, sondern kann es einfach runterladen. Wenn der diplomatische Schleier fällt, kann das so erfrischend sein, wie eine kleine politische Eiszeit im Hochsommer. Und so peinlich wie Suff-Fotos bei Facebook.

Westerwelle soll besonders schlecht wegkommen, vermutlich als vom Amt überforderter Lobbyknecht. Und die Merkel ist eine Tröte. Besonders bitter wäre es, wenn die SPD gar nicht in den Unterlagen auftaucht, weil die Diplomaten regelmäßig alles Überflüssige von der Festplatte löschen. Nur der Guttenberg kommt angeblich gut weg beim Ami. Kein Wunder, den haben sie sich ja jahrelang zurechtgezogen, der ist quasi ein IM des Pentagons.

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In Berlin ist die Reichstagskuppel für Besucher gesperrt. Ich bin nicht ganz sicher, zu wessen Schutz. Der Besucher, der Parlamentarier oder der Kuppel. „Terror“ ist das meistgedruckte und getippte Wort dieser Tage, Experten rechnen aus, dass die Wahrscheinlichkeit, vom Blitz getroffen zu werden, größer ist als die, vom Islamisten erwischt zu werden. Es sei denn, du läufst bei Gewitter mit einer Mohammed-Karikatur durch Kreuzberg.

Bald diskutieren wir über ein Vermummungsverbot für Weihnachtsmänner und den Einsatz der Bundeswehr im Wohnzimmerinneren. Fast ist man geneigt zu denken: Wenn da demnächst kein Anschlag passiert, ist die Politik in Erklärungsnot. So gesehen wäre ein Attentat fast schon eine vertrauensbildende Maßnahme. Es gibt Zynismus, der ansteckend ist. Hässlich, grade in der Vorweihnachtszeit.

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Wenn der Dschihadist zweimal klingelt, dann ruft er wiederholt beim BKA an. Und erzählt, dass seine Kollegen vor haben, im Reichstag ein Blutbad anzurichten. Und schon herrscht höchste Sicherheitsstufe. Um Schrecken zu verbreiten, langt es also, einen Telefonhörer in die Hand zu nehmen.

Reichstagsattentate haben ja Tradition in Deutschland. Leider sind sie rein historisch vorbelastet und befeuern nur Verschwörungstheorien. Da hätte sich der Islamist vielleicht etwas mehr einlesen sollen in die Geschichte. Es ist halt doch immer wieder ein Bildungproblem.

Bald wird der erste Politiker fordern, dass die 120 namentlich bekannten „Gefährder“ sicherheitshalber, zwangsweise und präventiv im Reichstag einquartiert werden sollten.

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Die absurdesten Momente dieses heutigen friedlichen Terrortages in Deutschland, einig Schläferland, verteilten sich gerecht und nervenschonend gleichmäßig. Morgens gab es das Statement unseres Innenministers, der zugab, bei der gefundenen Flugzeugbombe gäbe es Hinweise darauf, dass es sich eventuell um einen Test gehandelt haben könnte. Und parallel dazu die Meldung der Agentur Reuters, auf der Bombe habe ein Zettel geklebt mit der Aufschrift: „Test“. Vielleicht stand da sogar: „Stiftung Bombentest vergibt ein Mangelhaft“. Die Experten sind noch am Dechiffrieren, aber man kriegt ja beim heutigen Facharbeitermangel kaum noch gute Experten, grade auch nach Pisa.

Und am Nachmittag las ich dann den gleichermaßen sachdienlichen wie volksverhetzenden Vorschlag des Berliner SPD-Innensenators Körting, die Bürger mögen doch bitte den Behörden neue Nachbarn melden, die „etwas seltsam aussehen“, sich „nie blicken lassen oder ähnlich“ und „nur Arabisch oder eine Fremdsprache sprechen, die wir nicht verstehen“. Letzteres könnte der Öttinger sein und Ersteres die Merkel, aber ich will hier keine falsche Panik schüren.

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Ich hab den Schäuble ja nie gemocht. Mir war er immer zu kalt und gnadenlos gegen sich und andere. Ein Hardliner im zwischenmenschlichen Umgang. Immer ein bisschen unheimlich, immer zu wenig Interesse daran, Wähler zu begeistern. Too much robocop. Und nicht nur beim öffentlichen Abkanzeln von Untergebenen wenig stilsicher.

Aber wie jetzt die Union mit ihm umgeht, das ist schon höchst merkwürdig. Von einem „Minister auf Abruf“ ist raunend die Rede, ein ungenannt bleibender Minister soll gar gesagt haben: „Keiner gibt ihm länger als bis Weihnachten“. Die FDP hatte sich von ihm eine gelbere Steuerpolitik erhofft. Und jetzt rächt sie sich wohl mit Munkeleien.

Ursula von der Leyen setzt an zur Ehrenrettung und greift dabei so tief in die Pathoskiste, dass es fast schon wie ein Nachruf klingt: „Er ist ein unersetzlicher Anker für Verlässlichkeit und gutes Regierungshandeln. Er versteht sein Handwerk weiß Gott. Er ist ein begnadeter Europäer und ein wichtiger Mentor, der jungen Kabinettskollegen mit klugem Rat weiterhilft“. Wenn die Ursel dich so lobt, dann weißt du: Spätestens an Neujahr bist du raus.

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„Ich möchte die Bevölkerung bitten, in ihrem Umfeld wachsam zu sein und alles, was ihr verdächtig erscheint, der Polizei zu melden. Denn es gibt ernst zu nehmende Hinweise auf Anschläge in Europa… Wir haben keine konkrete Spur.“ Sagt der Innenminister.

Und ich melde: Der Mann erscheint mir verdächtig. Das ist ja eine Terrororakelei wie aus der Glaskugel. Keine Spur, aber Hinweise. Nicht konkret, aber ernst zu nehmend. Bürger holt die Wäsche rein, es könnte was passieren, von dem wir vermuten, dass es unkonkret verdächtig ist. Holzauge sei wachsam und hüte dich vor einem ernstzunehmenden Umfeld. Sieben Bomben sind in diesem Bild.

Das ist eine Gefahrenmeldung wie für gemacht für Halloween, wenn der Innenminister jetzt vor meiner Haustür stünde und „Süßes oder Saures?“ fragte, ich würde mich nicht wundern. Aber ihn natürlich konkret der Polizei melden.

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