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Archive for 12. Oktober 2010

Zu Recherchezwecken habe ich ein Buch gelesen, aus der Abteilung Ratgeber. „Entdecken Sie Ihr inneres Trüffelschwein“ hat es pfiffig versprochen. Und mich dann so gelangweilt, dass ich mit meinem inneren Trüffelschwein lieber ein Tartuffo-Eis essen gegangen bin.

Und dann haben wir zusammen bei Amazon geschaut, wie andere Leser das wohl so fanden. Es gab eine einzige Kundenrezension, mit vollen 5 Sternen. Da sagte das Trüffelschwein in mir: „Lass uns das relativieren, es wird dir gut tun!“.

Also habe ich 2 Sterne vergeben. Immerhin, wo mich das Buch doch wirklich bis zum Schluss genervt hat. „Auch dieses Buch erliegt leider der typischen Ratgeberkrankheit, altbekannte Binsenweisheiten (´werde aktiv´, ´sieh das Positive!´) anekdotisch auf 250 Seiten aufzublasen.“ – so mein Kommentar.

Heute hat die Autorin persönlich meinen Kommentar kommentiert und zwar mit den großen Worten: „…sagt ein Mann, der sonst nur Horror und Radiowecker beurteilt …. na ja ……“. Klingt, als wäre „Mann“ allein schon verdächtig.

Und dass die Dame sich die Mühe gemacht hat, nachzuforschen, was ich auf Amazon bisher schon beurteilt habe, ehrt mich fast. Die meisten anderen Dinge außer Radioweckern und Computerspielen beurteile ich ja gern und häufig in Artikeln, Blogs und auf Bühnen. Aber das kann sie ja nicht wissen und will sie auch nicht.

Ist das nicht wahnsinnig uncool, gleich auf die erste negative Kritik mit einer kleinen persönlichen Blutgrätsche zu antworten? Soll ich die Beurteilung des Werks jetzt auf einen Punkt herabstufen, weil ich den Sympathiebonus für Neuerscheinungen weiblicher Coaching-Experten abziehe?

Oder soll ich schnell noch was Pornographisches kaufen und beurteilen, einen Autokalender und ein Kilo Trüffel, um mein Beurteiler-Profil noch mysteriöser zu gestalten? Bin für jeden Hinweis dankbar und durchaus nicht beratungsresitent.

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