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Archive for 1. Oktober 2010

In Stuttgart stehen sich jetzt zwei Lager gegenüber, die sich gegenseitig nicht ernst genommen haben, bevor es zu spät war.

Die protestierenden Bürger hätten nie gedacht, dass sie mal vom Freund und Helfer einen Knüppel ins Gesicht bekommen könnten. Das ist doch bisher nur den Krawallanarchisten in Gorleben passiert. „Wir sind brave Leute, wenn wir unsere Kinder an der Hand haben, fällt doch keiner einen Baum“ – der Gedanke ist nicht aufgegangen.

Und der Gegenseite war nicht klar, dass die Bürger Ernst machen könnte mit dem zivilen Ungehorsam. Jetzt sind die da, die hässlichen Bilder von blutigen Gesichtern und ramponierten Rentnern. Jetzt sind sich Staat und Volk endgültig suspekt.

Das „Demo und Kehrwoche“-Kombiticket hat sich als Illusion erwiesen. Es gibt Barrikaden, die kann man nicht stürmen, um hinterher wieder sauber durchzufegen. Stuttgart ist beschmutzt durch die Spuren einer Entfremdung, die jetzt wie Popcorn aufgeplatzt ist, aber schon lange im Dampfkochtopf war.

Es geht nicht um einen Bahnhof. Es geht darum, dass Politik ihre Bürger nicht mitgenommen hat. Auf der Straße hat stehen lassen. In Stuttgart ist der Zug abgefahren, vielleicht kommt er mit Verspätung wenigstens passend zur Wahl an.

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