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Archive for 29. September 2010

Die am beharrlichsten verbreitete Lüge zu den neuen Hartz-IV-Sätzen ist ja die, sie seien jetzt erstmals daran orientiert, was Bedürftige tatsächlich brauchten. Weil das buddhistische Standesamt (alter Scherz meiner Mutter, aber immer wieder schön) ganz wertneutral erhebt, für was die unteren 15% der Lohnbezieher, also die mit geringem Einkommen, ihr Geld ausgeben.

Das ist also nicht der Warenkorb, den man braucht, sondern der Warenkorb, den Niedriglöhne grade noch zulassen, der KiK-Warenkorb, der Ausbeuterwarenkorb, der Warenkorb des sozialen Grauens. Der hat Löcher und keinen Griff, ist quasi die Obstkiste unter den Warenkörben, nur mit weniger Obst.

Klingt zu abstrakt? Kein Problem: Das ist, wie wenn die gesetzlich vorgeschriebene Dauer des Beischlafs abgeleitet würde von den 15% der Bundesbürger, die besonders schlechten Sex haben. Bedürfnisbefriedigung sieht anders aus. Da wär der Deutsche schneller ausgestorben als das Verfassungsgericht „Moment mal!“ sagen kann.

Die Kanzlerin freut sich über ihren „Herbst der Entscheidungen“, weil sie endlich umsetzen kann, für was sie sich gewählt fühlt: „Was wir wollten, konnte jeder schon in unserem Wahlprogramm lesen.“ Erst lesen, dann wählen – würde der Ypser sagen.

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