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Archive for 18. August 2010

Klar ist die Google-Street-View-Debatte auch ein prima Ablenkungsmanöver. Noch der letzte Berliner Hinterbänkler und Internet-Ausdrucker macht jetzt einen auf Datenschützer, wenn es um Blumentöpfe auf Fensterbänken, Gartenzwerge in Vorgärten und Autos in Hofeinfahrten geht. Währenddessen die Datenflut auf Pässen, Gesundheitskarten und beim Swift-Abkommen der eigentliche Skandal ist, aber eben nicht so bunt und in 3D.

Und dennoch macht es sich der Innenminister zu einfach, wenn er findet, wer Street-View verbiete, müsse auch „Bilder vom Kölner Karneval“ verbieten, die ebenfalls voller Menschen und Fassaden seien. Erstens ist da die Hälfte der Leute verkleidet und zweitens kann ich nicht nach Hausnummern suchen. Das ist ja der Punkt: Natürlich war meine Hauswand immer schon öffentlich – was ich aber nicht will, ist, dass ein privates Unternehmen sie auch noch ungefragt fotografiert und mit meiner Adresse verknüpft.

Heute muss man doch um jeden Zentimeter Privatsphäre kämpfen, der nicht in die Suchmaschine geraten soll. Nicht, dass es irgendwann beim Einstellungsgespräch heißt: „Ich kann sie nicht einstellen, weil sie so hässliche Gardinen haben!“ Das hätte der Chef früher auch schon rausfinden können, aber nicht auf einen Klick. Und das ist ein Unterschied.

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