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Archive for 6. August 2010

Ursula von der Leyen will Gutscheine für die Kinder von Hartz-IV-Empfängern. Das ist natürlich eine tolle Idee, denn so bleiben Arme auch wirklich arm, bloß mit dem Unterschied, dass man ihre Kinder künftig nicht nur an der Kleidung, sondern auch an den Gutscheinen prima erkennen kann.

Gäbe man den Armen Geld, wären sie ja nicht mehr bedürftig, sondern hohnlachende Besserbettler, um nicht zu sagen sozialer Sprengstoff für den Standortfaktor Lohdumping. Weil Arme kein Geld haben, können sie damit ja auch nicht mehr umgehen und würden den monatlichen Extra-20er statt für Kinderbücher und Zoobesuche direkt für Schnaps und Zigaretten ausgeben. Der Arme an sich ist ja moralisch so erfolgreich zerrüttet, dass er seine Kinder prinzipiell wie ein Vampir aussaugt und deshalb bevormundet gehört.

Er ist kein freier Bürger (für den es zum Beispiel immer freie Fahrt geben muss), er ist ein vogelfreier Bürger, der seinen Nachwuchs jederzeit für einen Schluck Mariacron vor den Bus schubsen würde. Vielleicht sollte man ihm zur Strafe die Gutscheine auf die Stirn tackern.

Allein schon die quasi terroristische Subversivität, mit der er sich dem allgemeinen Aufschwung widersetzt und die Schönheit des Kapitalismus kontraproduktiv erodiert, die penetrante Weise, mit der er den erfolgreich Geldbegabten die Freude am Materiellen vergällt, ist ein Skandal, der ihm gar nicht ausreichend in Demütigung heimgezahlt werden kann.

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