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Archive for 29. Juli 2010

Aktion saubere Bank

Die US-Bank Goldman Sachs greift durch, zieht Konsequenzen und stellt ihr Geschäftsgebaren auf eine ganz neue Basis. Zumindest was die Flüche angeht. Mit dem Geld machen sie wahrscheinlich weiter wie bisher.

Aber die Mitarbeiter dürfen in den geschäftlichen Mails über schmutzige Geschäfte keine schmutzigen Wörter mehr in den Mund nehmen. Den kriegen sie jetzt digital mit Seife ausgewaschen, die Mails werden automatisch gefiltert und reklamiert. Im letzten Jahr hatten Mitarbeiter dubiose Transaktionen ihrer Firma noch schriftlich als „shitty deal“, also beschissenes Geschäft bezeichnet. Das geht jetzt so nicht mehr. Um den Schimpfwortfilter zu umgehen, müssten sie vermutlich „fäkal touchiertes Geschäft“ schreiben.

Die Chefs von Goldman Sachs dürfen dann auch nicht mehr als „Arschlöcher“ beschrieben werden, sondern höchstens noch als „wirbelsäulenabschließende Entsorgungsöffnung“. Die Kunden sind keiner „Wichser“ mehr, sondern bloß noch „Selbsthandanleger“, manchmal auch nur Selbsthandkleinanleger. Und die Geschäftspolitik ist dann auch nicht mehr zum „kotzen“, sondern höchstens noch zum „noch mal durch den Kopf gehen lassen“. So sorgt die Finanzkrise wenigstens für ein gutes Stück mehr sprachlicher Fantasie.

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