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Archive for 12. Juni 2010

Ich hab es ja nicht für möglich gehalten. Aber die schwarz-gelbe Koalition ist schwer angeschlagen. Und die Kanzlerin verhält sich so, dass Gerhard Schröder sich zu Hause ein kaltes Bier bringen lässt und sein altes Mantra wiederholt: „Die kann es nicht!“

Diese Koalition ist wie ein Sack Flöhe – der aus 1000 Familien besteht, die sich alle Blutrache geschworen haben. Das, was Merkel für die CDU hält, ist nicht FDP-kompatibel. Das, was die FDP von sich selbst hält, ist pathologisch. Und das, was die CSU von beiden hält, ist die halbe Wahrheit. Zusammen ergibt das eine Herausforderung wie Mikado bei Windstärke neun.

Da müsste jetzt eine starke Persönlichkeit an die Spitze, eine, die ihre Partei kennt und beherrscht. Aber sie ist eben doch bloß eine Tröte, eine Trutsche, eine Trine, die einfach im entscheidenden Moment da war und möglichst wenig nach Helmut Kohl aussah. Auf Plakaten haben sie sie gephotoshopped und auch in ihren Köpfen haben sie sich eingeredet, diese geschiedene protestantische Pfarrerstochter aus dem Osten sei nicht nur eine Chance, sondern auch eine Persönlichkeit, die die Union im Innersten berührt.

Im Moment fühlt man sich wie im Märchen von des Kaisers neuen Kleidern, jederzeit könnte ein Kind rufen: „Die Kanzlerin ist ja nackt!“ Und damit recht haben. Merkel ist ein schwarzes Loch, ein Vakuum, das alle Energie aufsaugt. Und das selbst auf die Merkel-Show hereingefallen ist, auf die „Angie“-Shirts und Hochglanzbilder.

Und jetzt, wo ihr alles verrutscht, Opel, Euro, Wulff, Guttenberg, Koch, da kann sie es kaum glauben. Faselt von einem „einmaligen Kraftakt“ nach dem anderen. Steht wie einst „Comical Ali“ vor den Trümmern und stellt die Scheuklappen enger.

Die Geschichte Angela Merkels ist eine Geschichte voller Missverständnisse. Und ein monumentales Mahnmal für die Schwäche des konkurrierenden Politpersonals. Unter den Blinden ist die Einäugige Kaiserin. 3-D wird sie nie sehen, da hilft auch keine Brille.

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