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Archive for 29. Mai 2010

Kann es sein, dass im chinesischen Kalender irgendwie das Jahr der Pediküre ist, oder so? Wie sonst soll ich mir erklären, dass mich seit Wochen ein Wort verfolgt, das sich bisher im allerhintersten Winkel meines passiven Wortschatzes befand? Und jetzt läuft sie mir andauernd über den Weg, in Form von Salbe, Anzeigen und TV-Spots: die „Schrunde“.

Bis vor kurzem hätte ich eine Schrunde für eine Art kreisförmige Schrebergarten-Parzelle gehalten. Dank einer dauerpräsenten Werbung, in der der ein Damenfuß in Sandale sich schorfig und fast schon semi-grindig über eine Rolltreppe schleppt, weiß ich nun, worum es sich handelt.

Also ist mir auch klar, dass die Schrunde an und für sich kein Zeitgeist-Phänomen sein kann, dass eine gewisse Grundschrundigkeit des Menschen spätestens seit der Einführung des aufrechten Ganges zum Status quo gehört. Warum dann aber diese plötzliche Omnipräsenz der Schrunde?

Wer hat sie aus der ästhetischen Schattenwelt der Fußpflege so vehement in den Fokus der medialen Öffentlichkeit gezerrt? Arbeiten die Schrunden an der Weltherrschaft? Oder handelt es sich bei der Schrundensalbe um ein Abfallprodukt aus der Schweinegrippen-Impfstoff-Produktion, das jetzt dringend auf den Markt muss?

In den letzten Jahren wurde es doch auch immer Sommer, ohne dass man uns rissige Hornhaut unter die Sehnerven gehalten hat! „Schrunde“ ist ja als Wort fast noch hässlicher als im Hautbild. Eigentlich ein ideales Schimpfwort: „Du Schrunde, du!“ Effektiv und praktisch. Auf diese Weise kann man Leute beleidigen und hat gleichzeitig auch noch ein Mittel gegen sie parat.

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