Feeds:
Beiträge
Kommentare

Archive for 4. April 2010

Polemik zum Sonntag

In Rom begann die Ostermesse mit den Worten eines Kardinals, der davon sprach, dass sich das „Volk Gottes“ nicht vom „unbedeutenden Geschwätz dieser Tage beeinflussen lässt“. Man will sich also die Feiertagslaune nicht von irgendwelchen popeligen Missbrauchsopfern vermiesen lassen.

Bischof Mixa sagt über die Leute, die per eidesstattlicher Versicherung erklären, als Kinder von ihm geprügelt worden zu sein: „Ich kann mich an die nicht erinnern. Und die sich an mich doch sicher auch nicht!“. Außerdem habe er ein reines Herz und das Motto „Ich bin gut zu euch, seid ihr bitte auch gut zu mir“. Das hat schon einen Touch Mielke und klingt wie das „Ich liebe doch alle Menschen!“ des Stasiministers vor der DDR-Volkskammer.

Die katholische Kirche hat also den Schuss nicht gehört, der weltweit allen noch in den Ohren klingt. Sie hat den wahren Glauben gepachtet und fühlt sich noch immer als die Kirche gewordene Teflonpfanne, an der um Gottes Willen nichts hängen bleiben kann. Das ist genau die Unfehlbarkeit, mit der man sich aus der Gegenwart in die Geschichtsbücher katapultiert.

Der Bedarf an Säulenheiligen sinkt. Wenn sich Kirche nur noch als monolithische Übermutter und Rechthabemaschine empfindet und nicht auch ein bisschen als seelsorgerisch-weltanschaulicher Dienstleister, dann gute Nacht, liebe Freunde der römisch-katholischen Oper!

Seid Euch doch nicht zu fein, den Menschen auf Augenhöhe zu begegnen. Glauben ist keine Einbahnstraße. Lasst nicht zu, dass der Vatikan sich einigelt und dabei verkündet, niemand habe die Absicht, eine Mauer zu errichten. Denn grade zu Ostern gilt: Es werde Licht!

Advertisements

Read Full Post »