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Archive for 27. März 2010

Schon direkt am Morgen nach dem Kundus-Bombardement lag im Kanzleramt eine E-Mail des Bundesnachrichtendienstes vor, in der er hieß: „Das Verheerende daran ist, dass dabei zahlreiche Zivilisten ums Leben gekommen sind“. So was wird ja wohl einer Kanzlerin nicht vorenthalten. Und trotzdem hat sie sich noch ein paar Tage lang angeschaut, wie Franz Josef Jung von nix gewusst hat. Hat sie da mal wieder ihr berüchtigtes Merkel-Schach gespielt – alle Bauern sind am Springen, und am Schluss bleibt immer die Dame übrig?

Jung hat genervt, Jung war überfordert, aber er war Roland Kochs Mann. Und da hat sie sich gedacht: „Was er nicht weiß, macht mich nicht heiß!“ Und mit quasi naturwissenschaftlichem Interesse geschaut, wie lange es wohl braucht, bis der Verteidigungsminister auch mal informiert wird. In der freien Wirtschaft hieße das Mobbing, in der Politik nennt man es Führung.

Dem Vizekanzler wird sie auch nichts erzählt haben, denn Wissen ist Macht und außerdem war Wahlkampf. „Alle unfähig außer Mutti“, das ist im Zweifelsfall eine gute Strategie. Aber dass eine Kanzlerin den Bundestag und das Volk über Tage hinweg für dumm verkauft, das ist schon mehr als eine Skandal-Randnotiz. Und sie wird es ja nicht im Ernst damit begründen wollen, sie habe sich erst mal loyal hinter Jung gestellt. Wenn sie das im Untersuchungsausschuss so sagt, dann lachen aber die Hühner. Und die sind zum Ausschuss leider nicht zugelassen.

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