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Archive for 22. Januar 2010

Biss zum Magengrauen

Da war ein neuer Pizzaservice in meinem Briefkasten. Einer, der es mal mit schonungsloser Offenheit versucht, weil er sich wohl gedacht hat: „Ja, wir verkaufen Scheiße, aber immerhin warnen wir davor!“.

Vielleicht ist es auch nur der einzige dumme unter seinen Mitkonkurrenzen. Die verzichten in ihren Flyern nämlich dezent auf die Nennung allzu verwirrender Details. Doch der neue Glasnost-Imbiss packt aus, plaudert aus dem Nähkästchen Giftschränkchen, derart umfangreich und appetitabregend, dass man schon beim Lesen Pickel bekommt und beschließt: Nein, euer Mitesser werd ich nicht!

Allein der Formfleischvorderschinken enthält 4 E´s: Stabilisator, Geliermittel, Antioxidationsmittel und Geschmacksverstärker. Damit er nicht zusammenbricht, gut pappt, nicht rostet und nach irgendwas schmeckt.

Die Rahmsoße kommt mit Monotriumglutomat und Dinatriumnosinat, diese Rahmsoße hat Chemie studiert und liebt Zungenbrecher. Das Chili con Carne schwächelt so, dass es allein drei Geschmacksverstärker braucht, E621, E627 und E631, macht zusammen E1879.

Im Salatdressing ist neben Verdickungsmittel und Carragen auch ein Säuerungsregulator, wahrscheinlich, damit das Aufstoßen angenehmer ist. Das ist eine Speisekarte mit Beipackzettel. So dass ich fast vermute, die Spaghetti a la Chef sind nur für Privatpatienten.

Zu gerne würd ich da anrufen: „Guten Tag, ich hätte gerne einmal das Guarkernmehl an Maltodextrin und modifizierter Stärke, aber mit extra Phosphat und Eisengluconat. Nein, nur die Zusatzstoffe, das Essen lassen sie bitte weg! Ich mach grad Diät. Und außerdem muss mein Sohn seinen Chemiekasten nachfüllen.“

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