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Archive for Juni 2009

Wenn Michael Jacksons Vater zur Erziehung seines Sohnes wirklich gesagt hat „Ich peitschte ihn mit einem Kabel und mit einem Gürtel. Aber ich habe ihn nie geschlagen. Schlagen tut man mit einem Stock“, ist dann Jackos Karriere eigentlich nichts anderes als ein monströs ins Showbusiness entglittenes Versagen des Jugendamtes? Und könnte man jetzt reich werden, indem man vor Vater Jacksons Haus an Michael-Fans Stöcke verkauft?

Wenn die katholische Kirche nach 2000 Jahren die Knochen von Paulus entdeckt, nachdem sie seinen Sarkophag erst vor wenigen Jahren gefunden hatte, ist es dann ein Wunder, dass ich denen ungern meine Seele oder auch nur den Haustürschlüssel anvertrauen würde?

Wenn die EU jetzt endlich dafür gesorgt hat, dass Handys ab 2010 einheitliche Ladergeräte bekommen, könnte man dann nicht auch durchsetzen, dass bei jedem Chinesen die „Acht Kostbarkeiten mit scharfer Soße“ einfach immer die Nummer 124 haben müssen?

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Schmompf!

Quelle ist schon lange nicht mehr flüssig, Steinmeier ist in Umfragen mittlerweile noch unbeliebter als es Kurt Beck je war und die Kanzlerin will im Wahlkampf keine Zumutungen mehr verkünden, also keine außer sich selbst.

Und dennoch gibt es gute Nachrichten und Hoffnung! Wenn auch Opel und Märklin wackeln, einer steht laut Stiftung Warentest gut da: Der Deutsche Kartoffelsalat. Von 22 getesteten Kartoffelsalaten fielen nur zwei Drittel durch „unschönes Aussehen und Fehler im Geschmack auf“, eine Quote, von der Kanzlerkandidaten nur träumen können.

„Pestizide und Arsen wurden in keinem nachgewiesen“ und die Discounter-Produkte von Aldi und Lidl fuhren als Testsieger eine Traum-Note von 2,2 ein. Der deutsche Kartoffelsalat lebt und hat eine großartige Zukunft, er ist das Licht am Ende des Tunnels, er gibt uns eine Perspektive. Stünde er im Herbst zur Wahl, die Deutschen könnten ihm vertrauen und täten es wohl auch mehrheitlich.

Kartoffelsalat hat Substanz und ist kein Bruder Leichtfuß. Kartoffelsalat hat alles, was man am aktuellen politischen Personal vermissen muss: Tiefe und Gürkchen. Ich sage „ja“ zu deutschem Kartoffelsalat und träume davon, wie er sich mit einem feisten Schmatzen kühlend, schwer und doch auch tröstend über dieses krisengeschüttelte Land legt. Außerdem finde ich, ist es heute viel zu schwül, um einen klaren Gedanken zu fassen.

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Die Kanzlerin will keine Steuern erhöhen. Auf keinen Fall. Lieber würde sie Schulden machen, Sozialleistungen kürzen oder den Oettinger teeren und federn lassen.

Wie unsexy angekündigte Steuererhöhungen sein können, hat sie 2005 gelernt, als sie dafür fast nicht gewählt worden wäre, dass sie die Mehrwertsteuer um 2% erhöhen wollte. Und es nach der Wahl sogar drei wurden, weil die SPD auf magische Weise nicht mehr dagegen war. Seitdem gilt quasi die reformierte Steuerrechnung: 2 plus Empörung der SPD plus Zeit ist gleich 3.

Auch jetzt ist die SPD empört. Weil Merkel nichts mehr versprechen will, wozu man sie dann zwingen kann. Sie sieht es als eine Form von Verbraucherschutz, dem Wähler möglichst viel kostenloses Nichts mit Umtauschgarantie anzubieten.

Am liebsten wäre ihr ein Parteiprogramm mit lauter leeren Seiten, auf denen oben steht „Raum für Notizen“. Da kann sich dann jeder selbst reinschreiben, von welchen Versprechen er gerne verschont würde. Und dann sein Kreuz bei Muddi machen, der Luftspiegelung ihres Vertrauens. Muddi Morgana.

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Weil der amerikanische Kongress gestern eine Schweigeminute für Michael Jackson abgehalten hat, beginne ich meinen heutigen Blogeintrag mit einer Schweigeminute für die Verhältnismäßigkeit.

***

So. Da hatte sich die Kanzlerin schon richtig auf die eindrucksvollen Wahlkampfbilder gefreut, bei ihrem ersten Obama-Besuch, und dann stirbt der King of Pop einmal quer weltweit durch die Nachrichten und die Merkel säuft aufmerksamkeitsmäßig ziemlich ab. Hat Münte eigentlich ein Alibi?

Und wo es schon mal grade nicht so doll läuft, funken ihr noch die eigenen Leute ins Machtwort. Sie hatte ja zum Thema Steuersenkungen verlautbart, es sei „absurd, sich in der Wirtschaftskrise mit diesen Fragen zu beschäftigen“. Und was macht ihre Partei? Absurdes Theater! Der absurde Ministerpräsident Böhmer will den Spitzensteuersatz anheben, der noch absurdere Ministerpräsident Oettinger den ermäßigten Mehrwertsteuersatz. Die CDU als Beckett-Stück, irgendwas zwischen „Glückliche Tage“ und „Warten auf Angela“.

Mein Steuerberater hat mir übrigens erklärt, dass für meine Tätigkeit als Kabarett- und Comedy-Texter ebenfalls der ermäßigte Mehrwertsteuersatz von 7% gelte. Ich bin also in dieser Hinsicht Tierfutter gleichgestellt. Warum? Hoffentlich nicht, weil ich Perlen vor die Säue werfe.

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Nur ein Satz

Ja, er möge in Frieden ruhen und seine arme Seele möge glücklich für immer durch die Milchstraße moonwalken, aber dass der Tod eines Popsängers, der am hoch- und selbstverschuldeten Ende seiner Karriere von geldgeilen Konzertveranstaltern zurück auf die Bühne geprügelt wurde, so dass er seinen geschundenen Restkörper mit Medikamenten vollpumpen musste und dieses tragische Finale eines unerfreulich verhaltensauffällig gealterten Kinderstars, der in der Schuldenfalle hing und leider nicht auf Peter Zwegat, sondern auf dubiose Geschäftspartner gestoßen ist, jetzt derartig die Nachrichten dominiert, dass man selbst auf „tagesschau.de“ erst mal die halbe Seite runter-scrollen muss, bis man zu Merkels USA-Besuch, Oettingers Steuerplänen und Ahmadinedschads durchgeknüppeltem Wahlerfolg kommt, das, liebe Leser, die bis hierher folgen konnten und wollten, macht mich sprachlos.

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Jetzt ist es offiziell: Deutschland ist Avantgarde, vorne mit dabei, mutig und wegweisend. Das Dresdner Elbtal hat seinen Status als Weltkulturerbe verloren, weil da jetzt endlich eine vierspurige Autobahnbrücke hinkommt. So eine Aberkennung gab es bisher erst einmal, im arabischen Oman, wo man ein Naturschutzgebiet geopfert hat.

Autobahnen sind in Deutschland eben immer schon die höchste Form der Kultur und der Landschaft. Grade in Zeiten der Krise. Aus der neuen Brücke sollte man deswegen ein Nationaldenkmal machen.

„Schwerter zu Pflugscharen“ ist ein Slogan von gestern, ab heute gilt „Kulturdenkmäler zu Autobahnbrücken“. Wie sang schon Joy Flemming? Ein Lied kann eine Brücke sein. Also sind umgekehrt auch Brücken Kultur.

Für die Abwicklung weiteren Kulturerbes schlage ich vor, aus dem Aachener Dom eine Frittenbude zu machen, den Atommüll aus Asse in der Völklinger Hütte einzulagern und das Dessauer Bauhaus für einen Praktiker-Markt platt zu machen.

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Laut einer neuen Studie des Bundesinnenministeriums (!) tragen 70% der in Deutschland lebenden muslimischen Frauen kein Kopftuch. Ich schätze mal, bei den pfälzischen Kartoffelbäuerinnen wird es zu 97% getragen.

Nur 7% der muslimischen Mädchen bleiben aus religiösen Gründen dem Sport- oder Schwimmunterricht fern. Das heißt: 93% gehen hin. Von den christlichen Schülerinnen haben übrigens geschätzte 9% grade ihre Tage, wenn Sport ist.

310 Milliarden Euro Schulden wird der Bund bis 2013 aufnehmen müssen. Und weil ab 2011 die berühmte Schuldenbremse greifen soll, kann das nach der Bundestagswahl nur heißen: Sozialleistungen kürzen, Mehrwertsteuer rauf…

Aber noch konsumiert der Deutsche, weil er glaubt, die Krise sei Viertel vor rum. Dabei brechen die Exporte drastisch ein und die entscheidenden Zahlen werden quasi rhythmisch im Wochentakt runterkorrigiert. Der Bürger denkt also keinen Furz weiter als der Politiker, mit dem er um die Wette Arschbomben ins Haifischbecken springt, um zu zeigen, was er alles verdrängen kann. Und Zahlen sind Schall und Rauch.

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