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Archive for April 2009

In der heutigen Nacht zum ersten Mai werden wieder Polithooligans der Meinung sein, dass das Anzünden von Autos ein Prozess der politischen Bewusstwerdung sei. Erst mal ist es die Zerstörung von Werten, letzten Endes sogar von menschlicher Arbeit. Und wenig umweltfreundlich dazu, da beim anarchistischen Verbrennen von Autos eine Ausfilterung der Schadstoffe auch gesetzlich nicht vorgesehen ist. Anarchie stinkt und geht direkt auf die Lunge.

Diese Form von Protest ist der gesellschaftlichen Veränderung so zuträglich wie Paris Hilton der Frauenbewegung. Ohne wären wir weiter. Unmut kann auch sichtbar sein, wenn er ohne offenes Feuer auskommt. Autoanzünden ist als kreativer Widerstand ungefähr so kreativ, wie eine Runde Montagsmaler in der Kunsthalle.

Macht nicht kaputt, was euch kaputt macht, sondern zeigt den Kaputtmachern, wie man etwas heil macht. In diesem Sinne: Frohe Walpurgisnacht, jeder hat seinen Brocken zu tragen!

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Die deutschen Großstädte denken darüber nach, wie sie sich auf den Klimawandel einstellen können. Der Summer in the city wird nämlich immer heißer werden. So dass die Städteplaner eine Renaissance der Parks und Alleen fordern. Danke Klima, danke CO2, danke Porsche Cayenne!

Endlich kommt wieder Grün in die Innenstadt. Und „Frischluftschneisen“. Also alles, was bisher fehlte, nicht weil es schön gewesen wäre, sondern weil es zum Überleben grade hübsch genug und zum Sterben zu wenig lebensfeindlich war.

Also läuft die Klimakatastrophe jetzt unter dem Motto „Unsere Stadt soll schöner werden“. Oder von Grönland aus gesehen: Weg mit den Gletschern, freie Sicht auf die Innenstadt!

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Vielleicht sollte man sie einfach die Scheißgrippe nennen. Nachdem die „Grippe formerly known as Schweinegrippe“ nicht mehr Schweinegrippe heißen soll, weil sie mit Schweinen weniger zu tun hat, als mit Menschen. Und weil die schweineverarbeitende Industrie sich Sorgen ums Geschäft macht.

Bevor die Pandemie wirklich ausgebrochen ist, tobt also mal wieder der Formulierungswahn. Die ersten Juden und Muslime haben sich schon über die Bezeichnung beschwert, weil das Schwein ein unreines Tier sei. Heißt das, wer an etwas stirbt, was „Schwein“ im Namen trägt, der kommt in die Hölle? Weltreligion müsste man sein. Dann hätte man mal ganz andere Probleme.

Statt dessen aber von der „Mexikanischen Grippe“ zu sprechen, klingt natürlich für Mexikaner auch nicht so wahnsinnig politisch korrekt. Ich freu mich schon, wenn der Papst gegen die Formulierung „Grippe“ protestiert, weil sie negativ abfärben könnte auf diese Brauchtumssache mit dem Ochsen und dem Esel. Ach ja, Ochsenundeselgrippe scheidet deswegen auch aus.

Gegen den Begriff „Scheißgrippe“ würden wahrscheinlich die Hersteller von Sanitärmöbeln protestieren. Also sprechen wir vorerst von „dieser Du-weißt-schon-Sache“. Ach nein, geht ja auch nicht, wegen der Arbeitsplätze in der Slipeinlagenbranche und bei ihren systemrelevanten Zulieferern. Wie sang schon Laurie Anderson einst? „Language is a virus“!

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Das ist ja mal wieder ein Montag wie zum Sektengründen. Die Schweinegrippe suhlt sich einmal quer durch die Welt, die Bayern schmeißen den netten Herrn Klinsmann raus, in Berlin geht mal wieder das Abendland unter, weil die Mehrheit kontra Pro-Reli ist und Deutschland hat phantasische Zuwachsraten beim Bau und Export von Waffen.

Wenn man da auf die Schnelle eine pfiffige Weltuntergangs-Paranoia zusammenklöppeln und eine Extraportion Charisma draufschmeißen könnte, dann hätte man als apokalyptischer Guru ausgesorgt, am besten per Lastschriftverfahren. Wie wäre es mit der Church of the Honigbrot? Nein, das kürzt sich etwas unschön als „Coth“ ab, klingt beschissen…

Außerdem liegt die Weltuntergangsbegeisterung in Deutschland zu Zeit bleischwer in den Regalen. Nichtmal ein bisschen von sozialen Unruhen darf man ungestraft phantasieren. Und der Verbraucher trotzt der Wirtschaftskrise, weil er glaubt, am Ende des Konjunkturpakets Licht zu sehen. Dabei ist es nur das Neonlicht, das nach dem Wahlkampf im Herbst zum Aufräumen eingeschaltet wird.

Und wenn ich dann noch lese, dass Brittney Spears auf offener Bühne die Tamponkordel rausgerutscht ist, dann weiß ich: Schlimmer geht immer. Rede ich wirr? Sag ich doch: Ein Montag wie zum Sektengründen.

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Juhu, heute ist der Freiessemmess-Tag. Weil T-Mobile ja neulich abgestürzt war, darf ich heute kostenlos so viele Kurznachrichten verschicken, wie ich will. Ich bin extra früher aufgestanden dafür. Und dann ist mir nix eingefallen, was ich schreiben könnte. Soll ich einmal an alle meine Handykontakte so was schicken wie „Kostenloser SMS-Gruß“? Wer heute smst, kommt doch latent knauserig daher.

Gut, ich könnte der Dame des Hauses eine Aufmerksamkeit zukommen lassen, die sitzt 4 Meter vor mir auf der Terrasse. Das ist eine Distanz, bei der man im Alltag schon mal ins Grübeln kommt, ob nicht althergebrachte Kommunikationsformen wie „Rüberrufen“ angebrachter, beziehungsweise ökonomisch sinnvoller wären.

Die Kanzlerin, als bekennende SMS-lerin, die kann heute mal aus den Vollen durchregieren, haushaltsschonend und krisengerecht hier den Koch dissen und da den Seehofer anpöbeln. Dieser Sonntag wird sie stark machen. Und ich werd meine Grüße auf morgen verschieben, damit alle wissen, dass sie mir locker 19 Cent wert sind…

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Horst Köhler ist und bleibt langweilig. Aber er ist und bleibt. Leider. Nach dem Tod von Evelyn Hamann war in meinem Herzen eine große leere Stelle, eine Sehnsucht nach patenten norddeutschen Frauen mit großen Zähnen, großem Herz und großen Haaren. Gesine Schwan hätte sie einnehmen können. Sie wäre eine dolle Präsidentin geworden, die erste Mutter der Nation mit politischem Amt. Die Merkel hat es ja irgendwie nur zur Tante der Nation gebracht.

Aber dass die Schwan bei ihrer derzeitigen PR-Offensive von der Möglichkeit sozialer Unruhen gesprochen hat, ohne in den Kalender zu gucken, das war ein Fehler. Jedes einzelne Auto, das am 1. Mai in Berlin heiß abgewrackt wird, kann ihr der politische Gegner ab dem 2. Mai direkt auf die Rechnung setzen.

Ich fände Unruhen ja angebracht. Also keine ritualisierten und maskierten, sondern offene, spontane und alltägliche. In Frankreich setzen sie Firmenbosse fest. Vielleicht könnte man mal einen der Verantwortlichen von der Hypo-Real-Estate in Göttingen vorm Supermarkt festketten, bis er so viel zusammengebettelt hat, dass ihm das Sozialamt mit Kürzungen droht.

Oder Horst Köhler mal unbetreut auf einer Maidemo aussetzen. Und die Schwan. Wer dann als Erster heil im Schloss Bellevue ankommt, wird Bundespräsident.

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Babynahrung im Gläschen boomt. Wenn schon nicht die Geburtenrate boomt. Wie kommt´s? Angeblich wird mittlerweile jedes vierte Glas des Kleinkindbreis von Menschen jenseits der 50 gekauft und verzehrt. Begründung: Das Zeug ist leicht zu essen und die Gläser sind leicht zu öffnen. Wenn der Krankenkasse das Geld für neue Dritte und einen Zivi nicht reicht, dann wird Oma halt hipp.

Künftig werden immer mehr Senioren ihre Gläschen der Sorte „Schnitzel mit Pommes und Salat“ auslutschen, während sie gleichzeitig im Fernsehen Kochshows sehen, für die Sinnenfreude. Ganz zu schweigen von den Ü50-Klassikern „Leberkäs Hawai“, „Gyrosteller mit Ouzo“ oder „Schweinshaxe Müllerinnenart“. Das ist eine kulinarische Perspektive wie ein Horrorfilm: Angriff der Breifresser!

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