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Archive for März 2009

*** Da kommen wir heute nicht dran vorbei. Heute war so ein herrlicher Frühlingssommer-Tag, dass die Sonne sich auf der Terrasse breit gemacht hatte. Weil ich aber erst am Nachmittag dazu kam, die Hausmiezen in den Garten zu lassen, waren sie besonders heiß aufs Sonnenbaden. Was soll ich sagen: Lucy hat sich geschlagene 21 Mal gewergelt.

„Wergeln“, so nennen wir in unserem Familiensprech diesen Zwang, sich vor Glück auf den Boden zu werfen und rumzurollen, wie ein Döner auf LSD. Auch katzenlose Menschen kennen dieses Gefühl, erst gestern hab ich in den Nachrichten massenweise Leute in Autohäusern ganz ähnlich ihre Abwrackprämien feiern sehen.

Ist schon toll, wenn sich so ein Fellpüschel derartig vor Glück überschlägt. Wenn die Kanzlerin wiedergewählt wird, sieht das wahrscheinlich etwas nüchterner aus. Oder Ulrich Deppendorf stellt fest: „Frau Merkel hat sich 43 mal gewergelt“. Liebe Leser: Wie nennt Ihr das eigentlich? Also, ich mein jetzt nicht Angies Wiedereinzug ins Kanzleramt (den nennen wir hier „Armageddon“, glaube ich, aber da müsste ich nochmal genauer nachfragen), sondern diese Katzenrotationssache. Katzen-Content Ende. ***

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Time to say goodbye! Mehdorn tritt zurück und sagt: „Meine 10 Jahre bei der Bahn waren eine tolle Zeit. Manchmal ein wenig verrückt.“. Klar, vom jecken „Bedienzuschlag“ bis hin zum Ziel der „Marktführerschaft bei der Seefracht“, das war teilweise so verrückt, dass man von einem Mad-Dorn sprechen konnte. Jetzt hat er das Ende seiner Bahnhofsmission erreicht.

Der Kölner Oberbürgermeister Fritz Schramma will nicht mehr zur Wahl antreten, weil: Wer andere eine Grube graben lässt, fällt später selbst hinein. Genau wie das Stadtarchiv mit der weltweit besten U-Bahn-Anbindung fühlt er sich ausgehöhlt, unterwandert und vom Zusammenbruch bedroht. Man kennt das ja von Möbeln: Wenn was verrutscht, aber drunter war Filz, dann gibt´s am Ende keine Schrammen, auch wenn sie Fritz heißen. Püh, was für ein Wortspielkalauer, das muss am Frühlingsanfang liegen…

Und der General-Motors-Chef Rick Wagoner geht auch, weil Obama ihm nicht mehr traut und GM nur retten will, wenn Wagoner seine persönlichen Zukunftskonzepte mehr so außerhalb des Konzerns sieht. Ich schlage die klassische Rotation vor: Wagoner geht zur Bahn, Schramma macht General Motors und Mehdorn wird neuer Kölner OB. So rum passt das, denn Obama fährt eh nicht mit der Bundesbahn, GM braucht keine historischen Dokumente und in Köln kommt zuverlässig der „Zug“, das kann auch ein Mehdorn nicht verhindern.

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Wenn ich mich recht entsinne, ist der Pantheismus eine Weltanschauung, in der Gott IN allen Dingen ist. Neuerdings ist Gott aber AUF allen Dingen, vorzugsweise auf Bussen, ich nenne das Omnibus-Plakatismus. Das fing ja in London an, dass Gott verstärkt den öffentlichen Nahverkehr nutzt. Ist wahrscheinlich eine Art Downsizing in Zeiten der Krise, ein eigenes Mobil kann sich heutzutage nur noch der Papst leisten.

Jedenfalls kann man auf einem Bus in Dortmund zur Zeit lesen: „Keine Sorge: Es gibt Gott. Also: Schönen Tag!“. Das ist eine katholische PR-Aktion. Nur zum Spaß würde ich ja gerne Geld sammeln für einen Gegen-Bus, damit ein weltanschauliches Gleichgewicht herrscht. Ich schlage vor: „Kein Gott: Es gibt Tage. Also: Schöne Sorgen!“. Oder noch dadaistischer: „Schöner Gott: Also. Sorge: Es gibt keine!“. Vielleicht auch mehr so Freestyle: „Ich glaube an den lieben Bus!“.

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Wanderer, kommst du nach Göttingen, dann denk nicht dran, zu betteln. Es könnte sein, dass so eine seltsam blasse Gestalt mit Ärmelschonern um dich und deine Sammelbüchse herumschleicht. Ohne etwas hineinzuwerfen. Doch, kritische Blicke. Gerne auch über mehrere Tage.

Ansprechen wird er dich nicht, denn es ist ein sehr kultivierter Mensch. Der schreibt direkt einen Brief: „In den letzten Tagen habe ich Sie mehrfach gesehen, wie Sie vor dem Rewe-Supermarkt gebettelt haben. Zuletzt lagen am 3.1.09 circa 6 Euro und heute gegen 13 Uhr etwa 1,40 in einer Blechdose“. Das wird dann direkt hochgerechnet: „Ich beabsichtige daher, einen Betrag von 120 Euro als Einkünfte durch Betteln anzurechnen“. Und dir von deinem Hartz-IV-Satz abzuziehen.

Wahrscheinlich hat er sich sogar eine Formel ausgedacht, die je nach Witterung und Erfrierungsgrad einen Erbärmlichkeitskoeffizienten für die Gesamtanmutung ergibt, der dann in manchen Monaten vermutlich für mehr Almosen sorgt als 120 Euro. Kann sein, dass er im nächsten Brief schreibt: „Weil sie seit 4 Wochen besonders schlecht aussehen und von erhöhtem Mitleid profitieren, erlaube ich mir, diesmal 193 Euro als Nebeneinkünfte anzusetzen“.

Die allergrößte Armut herrscht eben immer noch in den Rechenschieberhirnen auf dem Amt. Die schaffen es, dass man als Passant in der Fußgängerzone irgendwann denkt: „Ui, dem armen Obdachlosen da drüben spende ich besser nix, dann steht er finanziell besser da!“.

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Es war halt eine herrlich spannende Schauergeschichte, wie gemacht für Stern-TV und Co: die transsexuelle, keksknabbernde Polizistenmörderin, die an über 40 Tatorten war. Jetzt haben die Behörden endlich den entscheidenden Tipp bekommen, und siehe, es war ein Q-Tip.

Darauf die DNA einer Frau, die unter Umständen als ägyptische Baumwollpflückerin gar nix mitbekommen hat von ihrer Spur der kriminalistischen Verwüstung, die sie durch den Boulevard und das Landeskriminalamt gezogen hat. Findet sie und ladet sie beim Jauch ein!

Nicht auszudenken, ein LKA-Ermittler hätte routinemäßig sein Wattestäbchen durch das Kanzleramt, die Deutsche Bank und die Opelzentrale gezogen. Schäuble hätte sofort die Bundeswehr im Landesinneren eingesetzt und den Notstand ausgerufen, um die deutsche Leistungselite vor der meuchelmordenden Mischung aus Lorielle London, Arnold Schwarzenegger und dem Krümelmonster zu retten.

Ich sag es ja immer schon: Leute, haltet Eure DNA beisammen! Man sollte weiterhin vorsichtshalber seine frisch geschnittenen Fußnägel lieber hinterm Haus einbetonieren, nicht dass sie noch an einem Tatort auftauchen…

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Von der Leyen und die Bundesregierung wollen Kinderporno-Seiten sperren. Also nicht die Bilder polizeilich aus dem Netz nehmen lassen und die Anbieter verfolgen, sondern lieber erst mal die Erreichbarkeit einschränken. Das ist ungefähr so effektiv, wie wenn man Sexshops loswerden will, indem man davor ein Halteverbotsschild aufstellt.

Der Staat spielt „Gute Seiten, schlechte Seiten“, weil er dem Bürger die Unterscheidung nicht zutraut. Danke für´s Kompliment. Währenddessen lachen sich die echten Pornoverbrecher ins Fäustchen und tauschen ihre Handynummern aus. Der Schritt zur Zensur ist von hier aus nicht mehr weit, ein Hopser, ein Sprung über den letzten Schatten und wir sind China light.

Erst hat man die Einschränkung von Bürgerrechten mit Terrorgefahr begründet. Weil aber inzwischen mehr Deutsche durch um sich schießende Schüler gestorben sind, als durch Islamisten, braucht man neue Argumente.

Das Ganze ist hochgradiger Aktionismus, eine Mischung aus Wahlkampf und „Ich-bremse-auch-für-Kinder“. Wer in erster Linie mit Zensur gegen Kinderpornografie vorgeht, der verbietet auch Brillen, um Spanner zu verhindern.

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Man schätzt, dass der globale Warenaustausch dieses Jahr um 9% zurückgehen wird, weltweit stehen Container leer herum. Und werden aus Langeweile gewartet, ausgebeult und gestrichen. Das ist die gute Nachricht: 2010 wird immerhin das Jahr der wunderschönen Container. Und das uns, wo wir doch Exportweltmeister sind. Mit dem Titel lebt es sich zur Zeit kaum besser, als wenn wir Mäusemelkweltmeister wären, da kannste dir nix von kaufen.

Faszinierend ist ja, wie die Finanzkrise für die Kanzlerin eine äußere Bedrohung zu sein scheint, die überraschend über uns hereinbricht, veranstaltet von einer Mischung aus amerikanischen Hausbesitzern und Außerirdischen. Die jahrelang deregulierende Politik der Koalition hat damit natürlich so wenig zu tun, wie der Papst mit Aids.

Jetzt geht sie bei jeder Gelegenheit öffentlich davon aus, dass es uns gelingt, aus dieser Krise gestärkt hervorzugehen. Als wäre das ein Stahlbad, eine bittere Medizin, eigentlich ein Segen, so wie das mühsame Hantelstemmen in der Muckibude. Wo nimmt sie diese Zuversicht her? Ist das rezeptfrei? Ja. Wirkt doch akut rezeptfrei. Das ist, wie wenn man sagt: „Wir treten jetzt zwar in die Scheiße, aber danach wird unser Profil inhaltlich gestärkt sein!“

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Scott Reuben, namhafte Koryphäe der Schmerzmedizin, ist als Betrüger aufgeflogen. Er hat seit 15 Jahren über 21 seiner Studien frei erfunden, für seine weitere Karriere gilt der Satz „Es wird jetzt vielleicht ein bisschen weh tun!“.

Unter anderem hat er Geld von Pfizer bekommen, weil deren Schmerz-Medikamente in seinen Studien sehr günstig beschrieben wurden. Da fragt man sich doch: Was hat sich Pfizer noch alles gekauft? Macht Viagra vielleicht gar nicht wirklich hart? Sein wir froh, dass Herr Reuben nicht von Danone bezahlt worden ist, sonst würden wir vor der OP mit Actimel anästhetisiert.

Insider nennen ihn jetzt nach dem bekannten und beliebten US-Finanzbetrüger den „Madoff der Medizin“. Und der deutsche Schmerzexperte Volker Wenzel sagt: „Wissenschaft basiert auf Vertrauen“. Nicht die auch noch!!! „Wenn die Daten von einem geschickten Fälscher manipuliert werden, ist eine Entdeckung sehr unwahrscheinlich“. Ui. Wenn jetzt selbst die Wissenschaft offiziell Vertrauenssache ist, dann kann ich mich ja auch wieder am Papst orientieren. Das sind Schmerzen, von denen ich wenigstens genau weiß, wo sie herkommen…

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Roland Berger ist Unternehmensberater. Und wir alle sind sein Unternehmen, ob wir wollen, oder nicht.

Seine Firma hat in der Hartz-Kommission mitgearbeitet, er selbst war in der Rürupkommission, beteiligt an der Umgestaltung der Agentur für Arbeit und an der Treuhand, außerdem war er Botschafter der „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“. Und jetzt hat ihn der Wirtschaftsminister zum Opel-Koordinator ernannt. Tusch! Obwohl er gleichzeitig für General Motors arbeitet.

Roland Berger ist die Verkörperung des Hase-und-Igel-Prinzips, immer überall schon da. Er sitzt gleichzeitig an allen Seiten aller Verhandlungstische. Und redet wahrscheinlich überwiegend mit sich selbst. Wir sind nicht Deutschland, wir sind Roland Berger. Mehr als Papst jedenfalls.

Interessenkonflikte kennt er nicht. Klar, alle Interessen laufen in ihm zusammen, wie die Nebenflüsse in den Rhein. Man muss kein Prophet sein, um zu ahnen: Wenn der Profit nicht zum Berger kommt, kommt der Berger zum Profit.

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Die Verbraucherorganisation Foodwatch hat den „goldenen Windbeutel verliehen„. Auf Platz drei ist das „Pesto Verde“ von Bertolli, weil es statt Pinienkernen und Olivenöl hauptsächlich Cashewnüsse und Sonnenblumenöl enthält. Man ist ja schon froh, dass es nicht aus Erdnussflips und Diesel gemacht wird. Mit einem Hauch Gartenabfällen, für die Farbe.

Der zweite Preis ging an den inzwischen schon wieder vom Markt genommen Kinderdrink „Biene Maja“ der Firma Bauer, der pro Liter 44 Stück Zucker enthielt. Soweit ich weiß, mögen Bienen Zuckerwasser. Somit war der Produktname eigentlich doch sehr ehrlich gewählt, es heißt ja nicht „und diese Biene, die ich meine, war Diabetiker“!

Den ersten Platz belegt Danones Unsterblichkeitsdrink „Actimel“, weil er in der Werbung immer tut, als würde er sekündlich Jörg Kachelmann vor einer wahren Killer-Influenza bewahren. Oder seinen Bartwuchs anregen, was weiß ich. Jedenfalls kann man statt des Verzehrs eines Acimel-Drinks auch einfach am offenen Fenster eine Kniebeuge machen. Hilft in etwa genau so gut. Was natürlich nicht bedeutet, dass Actimel kein Gesundbrunnen ist. Frag mal das Konto vom Wetterfrosch.

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