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Archive for 5. Februar 2009

Wir sind Papst. Wir denken wie er. Er ist „entsetzt über die aktuelle Diskussion“ und hat den „Eindruck, dass alle Ressentiments jetzt an die Oberfläche kommen“. Gut, er meint antikatholische, wir meinen antisemitische. Das Wort „wir“ verwende ich hier natürlich wieder im (bei großen Sportereignissen üblichen) ironischen Verallgemeinerungsmodus.

Vom Bischof Williams fordert der Vatikan „öffentlich Abstand zu nehmen von seinen Äußerungen zur Shoah“. Heißt das, er soll öffentlich zurücknehmen, was er privat weiterhin denkt? Es gilt: Ein bisschen antisemitisch ist wie ein bisschen schwanger. Es gibt Grenzen, deren Überschreiten nicht mit einem Lippenbekenntnis rückgängig zu machen ist, da muss man schon einige Jahre zwischen Canossa und Lourdes hin- und herpilgern, oder so. Frag mal Bill Clinton.

Aus dem Vatikan dringen Erklärungsversuche wie der, das Ganze sei ein Medien-Komplott unter Beteiligung einer „sehr bekannten Lesbierin“. Na, da haben wir ja alle Ressentiments an Bord! Da bricht dem Vatikan quasi das Mittelalter aus den Gedärmen, unappetitlich. So sind sie, die Weltreligionen: Der Islam ist noch nicht in der Moderne angekommen, der Papst ist schon wieder auf dem Weg zurück. Ist moderne Kirche ein Paradox? Lese ich deswegen immer aus Versehen „modernde Kirche?“.

Zur Erbauung hier der Link auf ein hübsches Suchbild, den mir ein blutsverwandter Leser zugespielt hat. Da sieht man auf der seriösen Seite der Tagesschau ein Bild vom Bischof mit der schönen Unterschrift: „Der britische Bischof Richard Williamson steht auf dem Rhein/Main-Flughafen in Frankfurt“. Nein, man kann ihn dort nicht gegen Geld von einer Aussichtsplattform aus besichtigen. Aber das Foto ist ein eindeutiges Statement. Wirklich: Flughafen Frankfurt. Das kann nicht mal mehr der Bischof leugnen.

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