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Archive for 4. Januar 2009

Irgendwann muss ich doch mal ein Buch des zeitgenössischen Philosophen Peter Sloterdijk lesen, obwohl ich natürlich Angst habe, dass mir dabei der Kopf platzt. Der Mann denkt bildhaft und in Pointen, vielleicht ist er sogar ein Undercover-Kabarettist, die akademische Reinkarnation von Wolfgang Neuss. In einem Interview mit der Süddeutschen bringt er (also der Neuss im Solterdijk) die globale Wirtschaftskrise so auf den Punkt:

„Der eigentliche Held des Neoliberalismus ist Harry Potter. Weil die Potter-Romane die Fibel einer Welt ohne Realitätsgrenze darstellen. Sie überredeten eine ganze Generation, den Zauberer in sich zu entdecken. Das englische Wort Potter bedeutet übrigens ´Töpfer´, einen Handwerker, der Hohlkörper verfertigt. Nur Verlierer glauben heute noch an die Arbeit, die Übrigen betreiben magische Töpferei und lassen ihre Produkte fliegen.“

Alles Kinderkram auf hohem Niveau. Jungs, die mit ihrem Zauberstab rumspielen, Zauberlehrlinge wie beim alten Goethe. Sich nicht die Finger schmutzig machen, aber auf dem Besen hinter goldenen Bällchen herjagen. Sich über Muggels lustig machen, also die arbeitende Bevölkerung, der sie hohlen Plunder andrehen. Brillenträger, die in einem Schrank aufgewachsen sind. Vielleicht hat „Du-weißt-schon-wer“ wirklich gute Gründe, so verbissen hinter ihnen her zu sein.

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