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Archive for Dezember 2008

1. Broker nicht mehr auf offener Straße anspucken.
2. Den Namen „Schäfer-Gümbel“ aussprechen können, ohne grinsen zu müssen.
3. Ohne Pocher wieder Schmidt gucken.
4. Den SV Kirschhausen in die Bundesliga bringen.
5. Die Weihnachts-Lichterkette wirklich ordentlich zusammenlegen.
6. Nicht immer alles mit Käse überbacken.
7. Nicht mit dem Zeigefinger auf draußen rauchende Raucher zeigen.
8. Nicht schneller Auto fahren, nur weil der Sprit grade mal wieder billig ist.
9. Den Grünschnitt-Termin im Frühjahr ausnahmsweise mal nicht vergessen.
10. Die Sache mit den Vorsätzen nicht mehr so ernst nehmen.

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In einer aktuellen Infas-Umfrage geht es um den Alkoholkonsum der (über-16-jährigen) Bundesbürger. Kurz gesagt: Alles bestens, macht den Silvesterschampus auf!

Alle lachen darüber, dass die Sachsen und die Bayern am meisten picheln, aber keiner scheint sich zu wundern, was diese offensichtlich leicht angeheiterte Umfrage sonst so behauptet: 93% trinken nicht täglich. Hallo? Habt ihr das Feierabendbier da schon rausgerechnet, oder was?

55% der Frauen trinkt angeblich keinen oder fast nie Alkohol. Und was ist mit dem Sex-in-the-City-Prosecco, den Menstrip-Abenden oder dem ganzen Eierlikör? Höhepunkt des umfragetechnischen Abstinenz-Rauschs ist dann das Statement, in Familien mit Kleinkindern gehöre nur für 1% der Befragten Alkohol zum Alltag. Wer soll so was glauben?

Mit was wurden die Befragten vorm Befragen abgefüllt? Ist das eine Studie im Auftrag des Instituts für angewandten Jägermeister? Ich finde, diese 3370 befragten Bundesbürger gehören direkt in den Knast – wegen vorsätzlicher Heuchelei im hochpromilligen Bereich.

Die behaupten bestimmt auch, dass sie zu 99% ein erfülltes Sexleben haben, regelmäßig 20% ihres Einkommens für die Entwicklungshelfe spenden und ihren Müll so sorgfältig trennen, dass man sie eigentlich „Entsorgungs-Mediator“ nennen müsste. Tss!

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Knallermann

Jetzt gibt es wieder Böller. Und ich sage voraus: An Sylvester wird geballert werden wie noch nie! Da lass ich mir durch keine Wirtschaftskrise oder keinen Nah-Ost-Konflikt den Spaß verderben. Jetzt erst recht! Übers Jahr wird der Bürger verdonnert, sich Feinstaubplaketten aufs Auto zu kleben und in der Kneipe nicht mehr zu rauchen. Aber an Neujahr wird an Atmen nicht mehr zu denken sein, haha!

Das ist die Rache des kleinen Mannes, dafür schießt man sich auch schon mal Finger weg, Augen aus und Beulen in den Lack. Wir werden feuerwerken, bis sämtliche Haustiere nervliche Wracks sind, kniehoch das Böllerpapier auf der Straße liegt und das Geld in die Luft geflogen ist, das wir grade noch beim Tanken gespart haben.

So wie unsere Jungs von der Bundeswehr gegen Piraten schießen, ballern wir den örtlichen Spaßbremsen ein Farbenspiel ins Panorama, bis sie Sternchen sehen! Wir werden es krachen lassen, als wollten wir die Kanzlerin persönlich austreiben.

Endlich wird der gewaltige Knall, den wir haben, auch zu hören sein! Wir feiern unsere kurze Lunte, wir setzen ein Zeichen, dagegen waren die Kofferbomber von Köln ein feuchter Furz.

Ach Quatsch, ich steigere mich da in was rein. Ich geb es zu: In Wirklichkeit gibt es bei uns nur ein sogenanntes „Tischfeuerwerk“. Das ist die effektiv deprimierendste Variante von „Ploff“ und „Plöpp“, die man mit Pappröhrchen, schwindsüchtigen Spurenelementen von Pyrotechnik und billigem Miniatur-Nippes aus Plastik herbeiführen kann. Und die dennoch Hoffnung gibt für das, was da kommen mag. Denn eines ist klar: Es kann nur besser werden.

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Es gibt eine Branche, die sich fast schon auf den Konjunktureinbruch 2009 freut. Die Online-Partnervermittlungen. Weil sie sich sagen: Wenn die Leute kein Geld haben, wollen sie einen Partner finden, ohne in Kneipen oder auf Konzerten Geld für Musik und Biere auszugeben. Die eh nur im allerweitesten Sinne als zielgerichtetes Balzzubehör unumgänglich nötig sind. Einfach gesagt: Ich zahl lieber eine Vermittlungsgebühr, als mir die Ü30-Disco schön zu saufen.

Außerdem berufen sich die Partneragenturen auf die Erfahrungen nach 9/11. Kaum lagen da die Twin-Towers in Schutt und Asche, hatten sie Anmeldungen wie noch nie. Wahrscheinlich aus einem unbestimmten Gefühl der Verletzbarkeit heraus. Man fühlte sich wie eine offene Wunde und sehnte sich nach Verbundenheit.

Gelegenheit macht Liebe. Und die Krise ist eine super Gelegenheit. Wenn jetzt das Geld knapp wird, dann heißt es künftig eben: Kuscheln statt Heizen, Händchenhalten statt Shareholdervalue und Poppen statt Shoppen. Schön wär´s.

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Meine heutige Frühstückslektüre

Meine heutige Frühstückslektüre

 

Genau das ist einer der Gründe, warum wir ab 1.1. endlich keine Lokalzeitung mehr abonniert haben. Ich bin es leid, in Wort und Bild darüber informiert zu werden, wenn irgendwelche muskelbepackten Schlampen sich mit den Grundtechniken der Bodenpflege vertraut machen.

Ich zitiere: „Hilfe zur Selbsthilfe. Nachdem nach Aussage von Trainer Hansjörg Holzamer jahrelang der Kraftraum nicht mehr gereinigt worden war, griffen die Leichtathleten des TV Heppenheim zur Selbsthilfe. Sie machten Weihnachtsputz, und fast alle Leistungsathleten – im Bild Hürdenläufer Jürgen Trogisch – machten mit. Holzamer: ´Wasser, das fast schwarz war, zeigte, wie notwendig die Reinigung war´“.

Das Foto stammt übrigens von, dreimal dürfen Sie raten, Herrn Holzamer persönlich. Da haben die Jungs also ihren Kraftraum mit Schweiß, Testosteron und Spuren von Anabolika konsequent zugesifft, bis in ihnen der leistungsathletisch brillante Gedanke reifte: „Da kam jetzt in all den Jahren keine Putzfrau vorbei, das ist ein Fall für Selbsthilfe!“.

Und was wäre ein besserer Zeitpunkt als Weihnachten, wo in so manchem Stall das Licht der Hoffnung Einkehr hielt? Vielleicht kamen sogar die heiligen drei Leichtathleten mit ihren Gaben – Feudel, Eimer, Kernseife.

Unsereiner hätte sich angesichts schwarzen Putzwassers still zum Schämen ins Eck gestellt. Für die Jungs vom TV Heppenheim aber war es ein spirituelles Erweckungserlebnis, das sie mit der ganzen Welt teilen wollen. Durchtrainierte Bappköpp mit hygienischer Erleuchtung. Putzig.

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Müssen jetzt auch die Lotto-Annahmestellen auf die Liste bedrohter Tierarten? Jedenfalls sinken dort die Umsätze. Spontan hätte ich gedacht, weil immer mehr Leute sich denken „Was soll ich noch Lotto spielen? Ich zahl doch schon in die gesetzliche Rentenversicherung!“.

Das ist wohl nicht das Problem, „gelottelt“ wird immer. Aber die kleinen, sofort ausgezahlten Gewinne werden nicht mehr vor Ort in Tabak oder Zeitungen re-investiert. „Das Miteinander von Tabak, Zeitung und Lotto bröckelt“, beklagt der rheinland-pfälzische Lotto-Chef. Zeitung liest keiner mehr, da langt inzwischen der kurze Blick auf die Schlagzeilen in Großbuchstaben. Rauchen darf man so wie so an immer weniger Orten, daheim tut es dann auch das Billigkraut vom Aldi.

Die Zeiten, in denen man mit 4 Richtigen seine Grundversorgung an politischer Bildung und Lungenkrebs finanziert hat, sind vorbei. Diese Mischung aus Qualm, Durchblick und Glück gibt es heute nur noch in Form von Helmut Schmidt.

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Alles Käse mit den Flamen?

Alles Käse mit den Flamen?

Fondue. Mit Beipackzettel.

Der Weihnachtsmann hat mir unter anderem ein Käsefondue geschenkt. Ich liebe Käse in jeder Form, hatter gut gemacht, der Weihnachtsmann. Spektakulär wenig vertrauenserweckend scheint mir aber der Beipackzettel zum Fondue, der da sagt: „Achtung!!!! Die schöne Keramik-Schale ausschließlich langsam erwärmen auf das Speisewärmer mit Flamverteiler. Für gleichmäßig aufwärmen auch immer den Flamverteiler brauchen. Achten sie große Temperaturwechselungen“.

Püh. Dass der Beipackzettel noch mal ausdrücklich auf die Schönheit der Keramik hinweisen muss, lass ich als besondere Form der Selbstverliebtheit einfach mal so stehen. Aber was um Himmels willen haben die Flamen mit dem Ganzen zu tun? Geht es da etwa um den Großbrand der Tuchhalle im flämischen Herental um 1512?

Oder ist „Flamverteiler“ ein anderes Wort für Flammenwerfer? Und was hat der in meinem Fondue verloren? Wenn ich es jemals wagen sollte, dieses Fondue zu befeuern, werde ich alle eventuellen Temperaturwechselungen (zu welchen Wechselkursen auch immer) achten. Und ehren. Versprochen. Ich sag´s ja immer: Käse ist Abenteuer.

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Saisonale Grüße

Aus gegebenem Anlass wünsche ich hiermit allen Lesern ein frohes Weichnachtsfest! Und dazu jede Menge Gesundheit, das entscheidende Fitzelchen Glück und liebe Menschen um Euch herum.

Für alle, die Weihnachten gerne einen Tick mehr in der Aktualität verortet sähen, hier mein Vorschlag für einen Alternativtext auf die Melodie von „Leise rieselt der Schnee“. Bitte heute abend noch unterm Baum ausprobieren, möglichst mehrstimmig (immer eine mehr als Anwesende) und polyrhythmisch:

 

Leise kriselt der Schnee
Still und starr ruht der DAX
Weihnachtlich verkündet zum Fest
die Kanzlerin den Aufbau West

An den Börsen kein Boom
still schweigt auch der Konsum
Die Ferres ist wieder allein
Freu dich, Besinnung kehrt ein

Bald ist dieses Jahr rum
Der Chor der Experten guckt dumm
Jetzt gilt es, nach vorne zu seh´n:
Freu dich auf Zweitausendzehn!

 

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Also, ne seriöse Meldung ist das ja nicht. Aber eine bedenkenswerte. Angeblich hat ein Schönheits-Chirurg aus Berverly Hills das abgesaugte Fett seiner prominenten Patienten zu Bio-Sprit weiterverarbeitet. Für seinen SUV und den seiner Freundin.

Ich stell mir vor, wie sie nach einer arbeitsreichen Woche zusammen in den Urlaub in die Berge fahren und er sagt: „Hör mal, der Motor läuft irgendwie unrund, ist da nicht ein Klopfen?“. Und sie antwortet: „Ach, das ist bestimmt Janet Jackson“.

Ärztehumor eben. Mittlerweile versteckt sich der umweltbewusste Fettvampir vor seinen Patienten in Südamerika. Mindestens drei Klienten klagen, er habe ihnen zuviel abgesaugt und sie dadurch deformiert. Ist halt ne lange Fahrt bis runter nach Sao Paulo, da langt eine Tankfüllung kaum.

Vielleicht wäre das ein Ausweg für die amerikanische Autobranche: PKWs für fettärschige Kunden, denen der Fahrersitz direkt den Treibstoff abzapft. Man gibt sein Wunschgewicht ein und kaum ist man ein paar Stunden unterwegs, sagt eine sympathische Computerstimme: „Sie haben ihr Ziel erreicht!“.

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Thorsten Schäfer-Gümbel nennt sich auch TSG und versucht derzeit, wie der TSG Hoffenheim das Feld von hinten aufzumischen. Hoffenheim ist Herbstmeister geworden. Schäfer-Gümbel wird Ende Januar wohl keine Tabelle anführen.

Seine Internet-Videos, mit denen er in den Dialog mit Wählern tritt, gefallen mir eigentlich, sie sind ungekünstelt, hemdsärmlig und engagiert. Aber die Idee, kurz vor Weihnachten eine Art befohlene Sanktmartinisierung Vermögender anzudenken, kommt für mich etwas ungeschickt aus dem Off. Allein schon das Wort „Zwangsabgabe“ klingt so unsexy wie die Fortpflanzung im Hause Thurn und Taxis.

Ich würde aber nicht wie die FDP von „Enteignung“ sprechen, nur weil der Staat sich in einer Notsituation 2% des Vermögens reicher Leute leihen will, um damit in die öffentliche Infrastruktur zu investieren. Das heißt, der Millionär würde um 20.000 Euro angepumpt, die er sogar verzinst bekäme. Kommunismus ist anders.

Natürlich könnte man das auch einfach für alle machen, bis runter zu den Kleinvermögen. Aber um dann von der Schuhfachverkäuferin mit dem Tausender auf der hohen Kante die 20 Euro zu leihen, wäre wohl allein der Verwaltungsaufwand zu groß.

Ich find schon: Der Schäfer gümbelt sozial und kreativ. Aber das ist nichts, was man in der Bildzeitung rumerzählen sollte. Die machen ihn ruckzuck zum latent debilen Reichen-Schänder mit der blöden Brille.

Das ist eben der Unterschied zwischen den TSGs: Der eine hat den Millionär an Bord, der andere will ihnen ans Geld. Rat mal, welcher davon in der Bundesliga ist und bleibt.

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