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Archive for 13. August 2008

Stell dir vor, du bist in der Stadt und hast ein dringendes Bedürfnis. Jetzt muss es sehr schnell gehen! Du zückst Dein Handy und wählst dich damit ins Internet, leicht hüpfend koordinierst du deine Unterleibsmuskulatur mit den tippenden Fingern und gehst auf die vorausschauend gebookmarkte Seite http://www.lootogo.de/. Dort gibst du, nun schon heftiger hüpfend, deinen Standort ein, bekommst auf einer Google-Karte die am nahesten gelegenen Örtchen angezeigt und kannst ihre Ausstattung und die Kundenbewertungen vergleichen, nach Hygiene, Kosten oder Kindgerechtheit. Wer weiß, vielleicht heißt es auch: „Kunden, die hier ihr Wasser abschlagen, kacken gerne auch an folgenden Orten…”.

Jetzt musst du dir nur noch vom Routenplaner den Weg beschreiben lassen und dann kannst du auch schon ganz entspannt weiter einkaufen. Weil es inzwischen zu spät ist. Ich finde das System auch deswegen bedenklich, weil der Status „besetzt” oder „frei” nicht abrufbar ist. Für eine „freie” Toilette würde sich natürlich ein kleiner Umweg lohnen, aber leider sind aktuelle Stauinformationen noch nicht integriert.

Auch das Fehlen gezielter Special-Interest-Such-Merkmale wie „besonders stille Orte” oder „Chance auf Teilnahme an einer sexuellen Beslästigung” macht aus www.lootogo.de eine leicht gestrige Net-Anwendung. Erst wer diese Idee konsequent mit dem My-Space-Konzept verbindet (vielleicht unter dem griffigen Namen „MyScheiss”), Grußeinträge in der Gästetoilette und eine Galerie befreundeter Mitnutzer der bevorzugten Örtchen bietet, wird mit dieser Art von sanitärem Networking fit sein fürs Web 3.0.

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