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Archive for 29. Mai 2008

Wenn es so schwül ist, funktioniert mein Hirn nicht mehr richtig. Ich schlage die Zeitung auf, lese die Überschrift „Angst vor dem Dammbruch“ und denke: Oh nein, nicht schon wieder Charlotte Roche. Oder geht es um die Zwillingsgeburt von Sarah Connors Mutter? Ah, ich hab mich vertan, es geht nur um die Folgen des Erdbebens in China.

Gysi gestern im Bundestag: „Sie haben keine Ahnung vom Leben eines Anwalts in der DDR – ich war immer souverän.“. Nein, da hab ich mich nicht verlesen. Erstaunlich, wie unsouverän so ein Satz in der BRD des Jahres 2008 wirken kann. Bestenfalls war es doch wahrscheinlich so: Die Stasi hat gedacht, Gysi gehöre zu ihnen und Gysi hat gedacht, er habe mit der Stasi nix zu tun. Und geirrt haben sich beide. Warum macht er nicht radikal reinen Tisch? So wie er sich für prinzipell unantastbar hält, kommt er ja fast rüber wie Helmut Kohl, der seine Spendenvergangenheit auch lieber im Dunkeln lässt. Da ist er schon die letzte rhetorische Großbegabung des Bundestags, und jetzt fehlen ihm die Worte…

„Der Aufschwung hält an, aber die Zahl der Arbeitslosen sinkt weniger stark als erwartet.“. Das ist auch kompliziert. Wie wenn die Schwester den Patienten „wie geht es uns denn heute?“ fragt und er antwortet: „Es geht mir ein bischen weniger besser.“. Wenn ich mir das mal kurz tropenhirntauglich übersetzen darf: Saisonbereinigt ist die Zahl der Arbeitslosen um 4000 gestiegen. Aber heute gilt es schon als bessser, wenn es nur ein wenig schlechter ist, das heißt, der Arbeitsmarkt verschlimmbessert sich. Das konjunkturelle Klima kühlt sich ab. Klingt erfrischend. Grade an so einem Tag wie heute.

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