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Archive for 17. Mai 2008

Die Schlagzeile auf der heutigen Süddeutschen Zeitung ist schon eine besonders blöde: „Dalai Lama trägt Unfrieden in die SPD“. Klingt nach Häme, als würde man sich in der SPD gleich prügeln und Schuld sei der Buddhist. So ähnlich sieht es China ja auch, der Dalai Lama und seine „Verbrecherbande“ trägt Unfrieden in die Volksrepublik. So wie die Schlagzeile da steht, wirkt es, als wäre der Tenno ein alter Stänkerer und Hetzer, wegen dem gleich in der Sozialdemokratie eine Schulhofprügelei ausbricht.

Steinmeier verdient sich derweil den diplomatischen Ehrenorden am silbergrauen Bande für das „Wirken hinter den Kulissen“. „Mutig zu sein, das heißt doch heutzutage, den Dalai Lama nicht zu treffen“, soll er gesagt haben. Kommt natürlich auf die Gründe an. Ihn nicht zu treffen, weil einem das Dauerlächeln auf die Nerven geht, oder weil Roland Koch ihm andauernd die Hand schüttelt, gilt nicht. Steinmeier trifft ihn aber deswegen nicht, weil er hofft, dass China grade dabei ist, im dezent hintergründigen Gespräch mit den Leuten des Chef-Tibeters einen Neuanfang zu suchen. Aber nur, solange der Westen mit dieser Popstar-Begeisterung etwas an sich hält, zumindest auf höherer politischer Ebene.

Es wäre zu hoffen, dass er Recht hat und es nutzt. Sympathiewerte bringt das Steinmeier nicht, obwohl er die brauchen könnte, wenn die SPD noch eine Kanzlerkandidaten-Alternative aus ihm machen will. Ist er also mutig? Wobei es mit diesem Begriff in Deutschland ja kompliziert geworden ist, seit Tom Cruise einen Sonder-Bambi für Courage verliehen bekommen hat. Den darf der Steinmeier jetzt gerne auch haben…

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