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Archive for 14. Mai 2008

„Die Internationalen Finanzmärkte haben sich zu einem Monster entwickelt, das in die Schranken gewiesen werden muss“ – sagt nicht Oskar Lafontaine, sondern Horst Köhler. Der sympathische Grüßonkel und Bundespräsident mit dem Charme einer Kreuzung aus Sparkassenfilialleiter und Wackeldackel. Mit Banken und Wirtschaft kennt er sich aus. So gut, dass er sich das präsidiale „Zugehen auf die Menschen“ erst mühevoll als Fremdsprache draufschaffen musste.

Zur derzeitigen Bankenkrise meint er: „Die Finanzwelt hat sich mächtig blamiert. Und ein klar vernehmbares mea culpa vermisse ich noch immer.“. „Mea Culpa“, das ist die Stellt, an der Bildleser gedanklich aussteigen, der Bildungsbürger sich freut, dass Latein doch was nützt, und der Googler schnell rausfindet, dass es sich um ein „sorry“ handelt. Das „sorry“ des Deutsche-Bank-Chefs Ackermann bestand darin, dass er sinngemäß sagte: Wir kriegens nicht mehr gebacken, der Staat muss her!

Hottes „Monster“-Bild ist groß und fast in der Tradition von Müntes „Heuschrecken“ zu sehen. Die Banken haben das Finanzmonster vor sich her über die Felder getrieben und hinter ihm die Kollateralschäden als Gewinn eingesammelt. Und jetzt stellen die vermeintlichen Dompteure fest, dass sie keine Peitsche haben, keinen Käfig und keinen Applaus. Und rufen dann nicht „mea culpa“, sondern nach der Kavallerie.

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