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Archive for 8. Mai 2008

Florian Silbereisen ist der hyperaktive dauergrinsende Seniorenbeglücker, den ich beim Zappen nie auf Anhieb von seiner („switch“-)Parodie unterscheiden kann. Aber warum, in drei Schlagersängers Namen, ist nun seine rote Unterhose Bestandteil einer Ausstellung im Bonner Haus der Geschichte? Geht es um den Fetisch in der Rentnerdemokratie? Nein, das Exponat gehört zu einer Schau zum Thema „Deutscher Schlager“ und steht dort gleichberechtigt neben Udo Jürgens‘ gläsernem Flügel oder Nicoles Friedensklampfe. Damit ist eigentlich alles gesagt über den deutschen Schlager der Gegenwart, er ist praktisch vollends in die Hose gegangen.

Ich habe natürlich allen Mut zusammen genommen und recherchiert, was es mit dem volkstümlichen Eierwärmer auf sich hat. Zitat Silbereisen: „Ohne meine rote Glücksunterhose traue ich mich nicht auf die Bühne. Nur sie bescherte mir bei meiner ersten Sendung 6,79 Millionen Zuschauer“. Sympathisch der Junge – dass es an seinem Moderatorentalent gelegen haben könnte, schließt er damit ja indirekt aus. An den Schlüpfer darf übrigens nur seine Mutter Helga: „Sie wäscht meine Glücksunterhose immer nur kalt mit der Hand“. Mit Muttis kalter Hand gewaschen, das ist sie, die Erotik des volkstümlichen Schlagers.

Neulich musste er sich vor laufender Kamera von einer heißgelaufenen Seniorin mit Zunge (und ohne Zähne?) fröhlich sabbernd abknutschen lassen und dabei noch so gute Miene zum bösen Keimaustausch machen, dass ich mich fragte, womit er das eigentlich verdient hat. Jetzt vermute ich, dass der Glücksschlüpper da schon auf dem Weg ins Museum war. Pech gehabt.

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