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Archive for 23. April 2008

Jetzt hat er also eine Rüge bekommen, der Wolfgang Clement. Praktisch eine gelbe Karte für sein böses Foul im Strafraum direkt vor der Hessenwahl. Das war schon eine Art verbaler Blutgrätsche – eine Woche bevor es für Ypsilanti um die Kochwurst ging, davon abzuraten, sie zu wählen. Wie wenn man aus Überzeugung ein schönes und technisch vorbildhaftes Eigentor schießt, weil man sagt „das ist mein Recht auf freie Meinungsäußerung, da ist die Mannschaft jetzt mal zweitrangig“.

Die SPD hat sich statt eines Rauswurfes für die Rüge entschieden, weil Clement sich früher sehr verdient um die Partei gemacht habe. Das gäb es wohl im Fußball nicht, da heißt es doch „was zählt, ist aufm Platz!“, oder so. Wenn du da unbedingt nochmal virtuos ins eigene Tor flanken willst, dann bitte nach dem Abpfiff.

Clement ist selbst über die Rüge empört, er findet, ihm stehe auch mit Parteibuch die volle, öffentliche und wahlkampfunabhängige Meinungsfreiheit zu. Aber was ist dann für ihn eine Partei, ein reines Machtinstrument? In dem du dich auf die Posten vorarbeiten kannst, auf denen deine Meinung dann richtig Wumms entwickelt, egal in welche Richtung? Die Partei als Karriereleiter auf dem Weg in die Wirtschaft?

Sein Verhältnis zur SPD wirkt so unsentimental wie ein Paar, das allein aus steuerlichen Gründen geheiratet hat. Und bei dem der Mann dann in freiester Meinungsäußerung sagt: „Die Ehe ist ne tolle Sache, bloß meine Alte, die nervt.“.

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