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Archive for 17. April 2008

Grade hab ich in der Zeitung über einen neuen Service gelesen, den sms-Guru. Und ich dachte: Wenn ich sonst schon keinen Guru hab, probier ich den doch mal aus. Er verspricht, jede Frage, die man ihm als SMS an die Nummer 37000 schickt, für 1,99 Euro binnen 5 Minuten und ebenfalls per SMS (also mit maximal 160 Zeichen) zu beantworten. 1,99 Euro sind ne Menge Geld, dafür muss ein ostdeutscher Nachtwächter ne halbe Stunde arbeiten. Also sollte ich mir meine Testfrage gut überlegen.

Reizvolle erste Ideen wie „Wer wird Kanzlerkandidat der SPD“ verkneife ich mir, weil ich eine naheliegende Antwort erwarte wie: „Kurt Beck will im Herbst einen Kandidaten nominieren, er selbst hat das erste Zugriffsrecht“. Da fällt mir die Mindestlohndebatte ein, auch wegen dem Nachtwächter natürlich. Blogger-Kollege Roman Möller zum Beispiel ist ja entschieden dagegen, weil das Jobs kosten würde. Er hat da schon oft ausführlich und erhellend drüber geschrieben. Ich bekomme bei dem Thema immer sozialromantische Anfälle und sage Sachen wie: „Von seiner Arbeit muss man leben können, ohne dass der Staat draufzahlt. Und in England hat der Mindestlohn angeblich nicht zu weniger Beschäftigungsverhältnissen geführt“.

Also, jetzt will ich´s wissen, jetzt frage ich einfach mal den Guru, ich hab ja neuerdings einen – im Handy gespeichert. Ich schicke ihm die Frage: „Zerstört ein gesetzlicher Mindestlohn von etwa 8 Euro tatsächlich Arbeitsplätze?“. 4:30 Minuten später kommt die Antwort: „OECD-Auswertung (9 Länder): 24 Studien mit negativen Beschäftigungseffekten, widersprüchliche Ergebnisse in 7 Studien, keine oder positive Ergebnisse in 15 Studien“. Wow, das ist immerhin keine blöde Antwort, sowas wie ein 24:15 für Roman Möller.

Von einem Guru hatte ich ja schon so etwas befürchtet wie „Wenn dein Herz dich trägt, wird auch Arbeit in dein Karma dringen und dir ein gerechter Lohn sein“, oder so. Natürlich ist die Antwort extrem un-erschöpfend, jetzt möchte man wissen, welche Studien die OECD da so zu Rate zieht und welche Scheuklappen sie dabei trägt. Das weiß der Guru natürlich, er hofft auf neue Fragen, er will micht süchtig machen nach SMS-Erleuchtung.

Aber ich reiße mich zusammen und stelle fest: Das ist ein witziger Service für Momente, in denen man kein Internet zu Hand hat und irgendwas Intelligentes in die Runde werfen will. Also etwa auf Parties. Oder im Bundestag. Übrigens: Wer ebenfalls mit dem Guru spielen will, darf seine Ergebnisse gerne im untenstehenden Kommentarbereich hinterlegen…

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