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Archive for 21. März 2008

Big Brother, das ist ja die Sendung, die so trashig ist, dass man sie prima für 10 Minuten nebenher beim Verzehr einer Tiefkühlpizza laufen lassen kann, Junk-TV eben. Diese Mischung aus Eitelkeit, Dummheit, Nackttanz, Infrarotkopulation und permanentem Sich-gegenseitig-Pickel-Ausdrücken hat einen gewissen Unterhaltungswert und ein latentes Naziproblem.

Der eine oder andere Kandidat kommt nicht nur aus sozialen Brennpunkten, sondern auch erkennbar aus faschistoiden Brennpunkten, oder wie erklärt es sich sonst, dass man sich am Bein einen „Totenkopf über die Flagge hat tätowieren lassen, die da früher war“? Da ist wohl mancher im „Unterschichtenfernsehen“ gelandet, weil ihm die Naziclique zu langweilig geworden ist. Kein Wunder, dass den Kandidaten verschiedentlich mal ein „Sieg Heil!“ oder Führergruß rausrutscht, wenn das Heimweh nach dem alten Leben „draußen“ übermächtig wird.

Weil sich solche Vorfälle gehäuft haben, soll am Montag in der Live-Sendung eine Diskussion zwischen den Bewohnern und einem Geschichtsprofessor sowie einem Holocaust-Überlebenden stattfinden. Und das, wo die Kandidaten doch sicher waren, das Unangenehmste, was je zum Polit-Talk ins Haus gekommen ist, sei Guido Westerwelle gewesen. Ich werde am Montag garantiert vorm Fernsehen sitzen.

Siehste mal: Die Deutsche Geschichte holt dich immer ein, selbst wenn Du ein Pisa-Opfer bist, dass sich ruhmesgeil RTL zum Fraß vorgeworfen hat. Das wird eine Mischung aus absurdem Theater, Guido Knopp und „Tutti Frutti“. „Es ist mir ein wichtiges Anliegen, das Bewusstsein für eine Erinnerungskultur zu wecken, die auch dann noch trägt, wenn keine Holocaust-Opfer mehr leben“, hat Angela Merkel gerade in Israel gesagt. Ich kann nur hoffen, dass sie damit nicht Big Brother gemeint hat.

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