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Archive for 16. März 2008

Das Wörtchen „Chance“ sieht ja erst mal sehr schick aus, um nicht zu sagen chic. Aber wer einmal gehört hat, wie es zur „Schannngsse“ deformiert den Mund der Kanzlerin verlassen hat, ahnt spätestens in diesem Moment, dass es sich dabei weniger um einen Fahrstuhl zu Glück und Erfolg handelt, sondern vielmehr um ein Katapult, das die einen zu den Sternen befördert, und die anderen brutal an die Wand klatscht.

Erklärtes Ziel der Volksparteien ist die „Chancengesellschaft“. Der „Jeder-kann-es-schaffen“-Gedanke dahinter ist aber in etwa so sozial, wie wenn man eine Oma, ein Baby und einen Leistungssportler am Seitenstreifen der Autobahn absetzt und sagt: „So, mehr kann ich nicht für euch tun, schaut zu, wie ihr die andere Seite erreicht, wir reden dann drüben weiter.“

Und wenn du dann drüben eine Umfrage machst, wird die Zufriedenheit und Dankbarkeit der im Ziel Eingelaufenen bei 100% liegen. Der Rest liegt im Graben und denkt: Es gibt Chancen, die hätte man besser nicht bekommen. Chancen zu haben, ohne bei der Hand genommen zu werden, das ist Russisches Sozialroulette, so sinnvoll wie ein Wassergewinnungsanlagenbausatz in der Wüste, bei dem keine Anleitung beiliegt.

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