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Archive for 1. März 2008

Heute habe ich einen Bericht über eine sehr interessante Existenzform gelesen, die des exzessiven Gewinnspielteilnehmers. Es gibt Leute, die für Preisausschreiben eine derartige Energie aufbringen, dass, würde man diese ins Stromnetz einspeisen, dafür mindestens drei Atomkraftwerke umgehend stillgelegt werden könnten.

Beeindruckend fand ich die strategischen Tricks einer Dame, die die Teilnahmekarten per Zickzackschere mit einem Glücksfee-affinen und besonders schicksalhaft griffigen Rand versieht, die Karten auf festen Karton klebt und einmal im Monat nach Polen fährt, um sie dort günstig auf die Post zu bringen. Auf die Weise hat sie über die Jahre Gewinne im Wert von knapp 90.000 Euro kassiert, über die sie akribisch Buch führt, soviel Energie ist natürlich auch noch drin.

Ich hab ja noch nie was gewonnen bei Preisausschreiben. Doch, einmal, da war ich 9, da gab es eine Schirmmütze mit dem Logo der „Drei Fagezeichen“. Auf die restlichen 89.998 Euro warte ich heut noch. Gut, ich hab meine Postkarten weder gezackt, parfümiert, noch statisch aufgeladen, atomar versucht oder unter der Achsel durchgezogen. Bin also am jammern, ohne wirklich alles versucht zu haben.

Ein kleiner Trost ist mir die Vorstellung, dass die Dame einen Großteil der Gewinnsumme wohl dafür wieder ausgeben muss, die exorbitante Flut an Werbezuschriften zu entsorgen, die ihr die Adressensammler als gerechten Fluch auf den Hals schicken. Ab einem gewissen Maß geht auch Papiermüll ins Geld. Auf diese Art sorgt die städtische Abfallgebührenverordnung für kosmische Gerechtigkeit. Und der Hauptgewinn liegt eh darin, verlieren zu können.

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