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Archive for Februar 2008

M&M

Tagesschau: „Merkel mahnt Manager zu mehr Moral“.
Muhaha, massenweise Ms! Merkel mosert:
Marktwirtschaftler müssten mit moralischen Mechanismen
Managergehälter mehr maßregeln.
Miese Marktwirtschaft macht Menschen müde.
Merkel mahnt in München: Mehr Mut machen!
Modellhaft Moral markieren! Menschen mitnehmen!
Mitunter mit Mindestlohn!
Mannomann, Merkel marschiert mächtig mittwärts.

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Ein Schalke-Fan darf keinen Grabstein mit Vereinsemblem bekommen. Die Friedhofsverwaltung in Netphen im Kreis Siegen-Wittgenstein untersagt den Angehörigen die geplante Grabgestaltung, weil vor allem auch das dazugehörende, aus Edelstahl gearbeitete, Fußballtor nicht in das „ausgeglichene Gesamtbild des Friedhofs passe“.

Wahrscheinlich findet man ein Tor in der Grabdeko problematisch, weil es dann einen Fankumpel bei der Beisetzung überkommen und er reflexartig „Jungs, macht ihn rein!“ rufen könnte. Oder man hat Angst, dass die Trauerrede mit einem Abpfiff endet. Nicht, dass dann auch noch ein Stadion-Fluter als Grablicht fungiert, die Trauergemeinde Bier trinkt und es dann andächtig in die umliegenden Rabatten uriniert. Kein Wunder, dass dabei das Gesamtbild ernsthaft Gefahr liefe, die Ausgeglichenheit zur verlieren.

Da muss man echt aufpassen, dass das nicht zur Mode wird, das mit den über-originellen individuellen Grabsteinen, sonst bekommt eines Tages Jürgen Drews einen marmornen Sangria-Eimer, Kurt Beck einen Speckstein-Mecki und Günther Grass ein massives Ausrufezeichen aus Granit. Wobei: Warum eigentlich nicht?

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Bild schaut sich genau so blöd an, wie es sich liest. Das kleine Straßeninterview-Filmchen im Onlineangebot dieses Sprachrohrs einer nicht-zeitungslesenden Mehrheit, das ich heute entdeckt habe, ist so überflüssig wie ein Stück Löschpapier in der Sahara. Es beginnt schon mal sehr schön mit einer „Moderatorin“, die so politjournalistisch ausgebufft wirkt, als würde sie die Wörter „SPD“ und „koalieren“ hier zum ersten Mal sprechen. Sie redet vom „Wortbruch der SPD, im Westen nie mit der Linkspartei zu koalieren“. Seit wann ist es denn schon ein Wortbruch, wenn sie nix von der Linken will? Wer hat da den Überblick verloren, das Moderiermädchen oder ich?

Gleich der erste Passant bringt es messerscharf auf den Punkt: „Das kann doch nicht angehen, das sind die gleichen Leute, die hier vorher den ganzen Mist verzapft haben, und jetzt sollen sie noch mal die Chance bekommen, hier groß Parteien zu gründen – das find ich absoluten Mist.“. Wovon um Himmelswillen redet er? Von der Linken? Die braucht keine Chance, eine Partei zu gründen, die ist schon eine. Schon länger. Man kann sie sogar wählen. Das ist dem Herren egal, er findet, dass die Linke rückwirkend als ungegründet zu gelten habe, vor allem, wenn der Beck mit ihr flirtet.

Das Schlussstatement kommt von einer jungen Passantin: „Ich denke nicht, dass man von vornherein Wahlversprechen machen sollte, ich denke, es sollte ne gemeinsame Kommunikation, ne Lösung gefunden werden.“. Also nix versprechen, aber dafür mehr reden. Klar. Jetzt weiß ich auch, wie Kurt Beck immer auf diese ganzen hohlen Leer-Sätze kommt, die er aus seiner rhetorischen Nebelkanone schießt: Er hat einfach das Ohr ganz nah am Volk. Mist.

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Eigentlich mag ich die Andrea Nahles ja nicht. Aber gestern in den Tagesthemen war sie angesichts einer Frage so überrascht, dass ihr direkt mal für 2-3 Takte ganz charmant die Phrasen-Maschine ausgefallen ist. Caren Miosga fragt: „Was kommt dabei raus? Rot-Rot im Bund und am Ende ein Kanzlerkandidat namens Wowereit?“ und sie antwortet: „Also ups-di-bups! Da purzeln sie aber jetzt… ich kann nur lachen, weil es ist sehr unrealistisch, was sie da an Szenario aufmalen.“. Also „upsdibups“ ist gut, ich glaube, „upsdibups“ ist der aktuelle innere Zustand der SPD.

Ansonsten hat sie gesagt: „Wir sind uns einig in der SPD: Andrea Ypsilanti ist die Wahlsiegerin und hat den Führungsanspruch… und das schließt auch eine Minderheitenregierung nicht aus.“. Will meinen: Auch wenn Roland Koch mehr Stimmen bekommen hat, will der Wähler, dass WIR regieren und hat uns deshalb ganz gezielt zur Minderheit gemacht. Upsdibups. Das ist die Ypsilantische Relativitätstheorie, da treffen sich der Wählerwille und Landesmutter irgendwo im demoskopisch gekrümmten Raum.

Zum Umgang mit der Linken befragt, offenbart die Nahles dann einen ganz besonders tagesaktuellen Realitätssinn: „Aus meiner Sicht ist es kein Wortbruch, wenn man sich mit den Realitäten auseinander setzt.“. Das heißt: Ein Versprechen gilt immer nur im Rahmen des jeweiligen Realitäts-Fensters. Oder einfach gesagt: „Spring, ich fang dich auf! Wenn nichts dazwischen kommt.“. Upsdibups.

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Nach den vergnüglichen Video-Experimenten mit „Hormuths Honigbrot Cast“ jetzt mal die Audiovariante, die vielleicht für mich etwas alltagstauglicher, weil ruckzuck produziert ist. Denn dabei ist völlig egal, was für ein Hemd ich trage, wie die Haare sitzen und wohin der Honig fließt.

In der ersten Ausgabe geht es heute um schwarzgrüne Freilandexperimente und ihre möglichen Folgen. Viel Spaß!

[Audio https://frederichormuth.files.wordpress.com/2008/02/fredcast08_02_25.mp3%5D

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Michael Naumann hat heute vorm Wahllokal gesagt: „Ich bin gespannt und ein bisschen siegesgewiss.“. So gesehen hat er auch ein bisschen gewonnen: Er muss nicht regieren. Fast hat man das Gefühl, er atme innerlich auf. Wie ein Literaturwissenschaftler, an dem der Besuch in Diesneyland vorbeigegangen ist.

Wenn das ganze Gekumuliere und Gepanaschiere dann ausgezählt ist, könnte es sein, dass Hamburg schwarzgrün wird. Und wenn der Beckekurt weiterhin so laut denkt wie ein Weinfestbesucher kurz vor Morgengrauen, dann kann das bald auch mal eine bundesweite Trendkombination werden: Müslikonservatismus rules!

Ab morgen darf die SPD in Sachen Selbstzerfleischung einen Gang rauf schalten. Ich persönlich würde ihr wünschen, dass Frau Müntefering bald wieder fit ist.

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Ludwig Stiegler hat gemeint, wenn die Ypsilanti zur Ministerpräsidentin gewählt würde, sei das ja eine geheime Wahl und keiner könne wissen, ob die Linke ihr wirklich Stimmen gegeben habe. Die könnten ja auch von (masochistischen?) CDU-lern oder sozialdemokratophilen FDP-lern gekommen sein. Ich finde: Wenn das so wäre, dann ginge diese Regierungsbildung schwer in Richtung unbefleckte Empfängnis und der 5.April, an dem der neue Landtag erstmals tagt, könnte in Hessen künftig so ähnlich gefeiert werden wie Weihnachten. Mit Roland Koch, der kopfschüttelnd an der Krippe steht und gleichzeitig Och und Esel darstellt.

Der ist lustig, der Stiegler. In Erweiterung meiner gestrigen Idee würde Frau Ypsilanti dann sagen: „Also, bei der Zeugung dieser Regierung war kein Gysi beteilig, zumindest hab ich ihn nicht gesehen, es war ja dunkel. Jetzt ist der Braten in der Röhre, das ziehen wir durch, das tragen wir aus, auch wenn wir schwer daran zu tragen haben. Und wenn wir das Kind beim Namen nennen müssen, wird es auf keinen Fall Gregor heißen oder gar Oskar. Es wird Kurt heißen, hundertprozentig, ob es ein Junge wird oder ein Mädchen“.

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War was?

Na das ist ja albern! Keiner will was gesagt haben bei der SPD. Auch kein Kurt Beck und keine Ypsilanti. Sie wollen weiterhin mit der Linken nicht regieren, sich von ihr nicht tolerieren lassen, sie nicht mal gegen ihren Willen für sich stimmen lassen (hm?) und auch nie im Entferntesten daran gedacht haben. Sie würden sie sogar auf offener Straße nicht grüßen und bewusst den Gehweg wechseln. Sie würden jederzeit schwören, diese Leute nie gekannt zu haben.

Zumindest ist das der eindeutige Stand in der Woche Eins vor der Hamburgwahl. Danach kann es natürlich immer sein, dass in Hessen eine Regierung zustande kommt wie eine ungewollte Schwangerschaft. Dann würde Frau Ypsilanti sagen: „Ich hab auch keine Ahnung, wie es dazu gekommen ist, dass der Herr Gysi behauptet, daran irgendwie beteiligt gewesen zu sein – aber jetzt ist es zu spät, die Sache noch abzubrechen.“ Lafontaine würde dann selbstverständlich auf einen Vaterschaftstest bestehen und damit drohen, um das Sorgerecht für Hessen zu kämpfen.

Natürlich gibt es nur eine Priorität: Koch muss weg. Das ist allein schon eine polit-ästhetische Notwendigkeit. Die einzige Art, wie die (nicht nur) hessische SPD jetzt Stärke beweisen könnte, wäre, enthaltsam zu bleiben und es dann auf Neuwahlen ankommen zu lassen. Und dann natürlich darauf zu hoffen, dass Koch wieder in einen Burka-Wahlkampf verfällt… Aber dazu müsste man ihm wahrscheinlich über Nacht eine Moschee, eine Dönerbude und eine Köln-Arena voller Erdogan-Fans in seinen Eschborner Vorgarten stellen.

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In meiner Tageszeitung war heute eine ganzseitige Anzeige der Firma Sixt, die günstige Miet-LKWs ab 19 Euro pro Tag anbietet, „für alle, die jetzt noch schnell Akten wegzuschaffen haben“. Flotte Werbung können die, bei Sixt. Das ist sicher die schnellste Anzeige, die aus dem Liechtenstein-Skandal hervorgegangen ist. Wenn das so weiter geht, wirbt der Saturn noch mit „100 spannenden dvds unter 5 Millionen Euro!“.

Auch andere aktuelle Themen wären natürlich werbetauglich, ich seh schon ein Banner über dem Obi-Markt: „Liebe DKPler, wenn sie eine Mauer bauen wollen, sind sie bei uns jederzeit willkommen!“. Denkbar wäre sicher auch Kondomwerbung mit dem Slogan „Für alle, die mit der Linken ins Bett steigen wollen, ohne direkten Kontakt zu haben“. Oder ganz knapp: „Egal was Ypsilanti macht, es ist immer Becks Bier!“

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Unter den Steuersündern, deren Namen sich auf der Liechtensteiner Schnäppchen-CD befinden, soll der bayerische Datenschutzbeauftragte sein. Och nö! Klar, dass der Daten schützen will. Damit hätte er dem Datenschutz aber einen Bärendienst erwiesen, fast einen Problembärendienst sogar. Muss sich künftig jeder, der Daten schützen will, die Frage gefallen lassen, wie viele Millionen er denn so zu hinterziehen gedenkt? Ist damit jeder, der gegen den gläsernen Bürger ist, automatisch verdächtig als undurchsichtiges Sparschwein?

Und als wäre das Ganze nicht schon grotesk genug, heißt es jetzt, dass die Frau dieses Beamten eine Top-Agentin des BND sein soll. Das kenn ich, das heißt „Der Feind in meinem Bett“. Also hätte es fast so sein können: Der Datenschützer verschiebt Geld nach Liechtenstein und von da kommt seine Frau mit einer halblegalen Datei wieder, als Überraschungsgeschenk, zeitlich auch noch so um den Valentinstag herum. Wären wir in Hollywood, würde ich sagen: Ich glaub, die Drehbuchautoren streiken immernoch!

So langsam ahne ich, was die Kanzlerin gemeint haben könnte, als sie zur laufenden Affäre sagte: „Das ist jenseits dessen, was ich mir habe vorstellen können, und was viele sich haben vorstellen können.“. Gas Gute daran: Sie wird künftig eine Menge Phantasie entwickeln müssen.

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