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Archive for 27. Oktober 2007

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Der SPD-Parteitag hat Beck bestätigt. Natürlich haben sie den Klavierspieler gewählt, sonst wäre ja auch plötzlich die Musik aus gewesen. Wie bei der „Reise nach Jerusalem“, bei der es ja auch tendenziell immer weniger Sitze gibt, und deshalb jeder versucht, möglichst beweglich zu bleiben.

Helmut Schmidt war es, der den größten Applaus bekommen hat. Und er war der Einzige, der im Saal rauchen durfte. Wenn du neben dem sitzt und einatmest, das gilt nicht als Passivrauchen, das ist eine ur-sozialdemokratische Inhalation, das zahlt wahrscheinlich sogar die Krankenkasse.

Schröder hat die Parteiflügel versöhnt mit dem herrlichen Satz „Das Bessere ist der Feind des Guten“. Den unterschreibt jeder. Auch wenn offen ist, was er bedeuten soll. Der Münte ist der Feind des Beck, oder umgekehrt? Der Satz trifft ja sogar auf die Kanzlerin zu, die ist gut, weil es nichts besseres gibt.

Beck hat fast zwei Stunden rhetorisch geglänzt wie ein Stück Kohle im Keller: „Bei der Jungen Union geht etwas hinten in den Kopf hinein und dann kommt vorne nix heraus“. Ist manchmal auch besser so. Auch schön: „Wir sollten das Gute auch gut nennen, um die Kritik dann auch wirklich empfinden zu können“. Und was ist mit dem Besseren? Nein, das war mal wieder ein Parteitag mit chronisch wenig Schwung. Nur weil einer Klavier spielt und ein anderer Rauch auf die Bühne bläst, ist es noch lange kein Jazzclub, in dem so mitreißend improvisiert wird, dass nach den Soli spontaner Applaus kommt.

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