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Archive for 24. Oktober 2007

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Ist ja schon interessant, wie unsere Kanzlerin im Ausland wahrgenommen wird, zum Beispiel vom US-Magazin „Newsweek“. „Sie verkauft den kleinsten gemeinsamen Nenner als den größtmöglichen Erfolg“, heißt es da. Merkel sei eine „Mrs. Feelgood“, die ihr Volk mit Schlafliedern und Bonbons beruhigt, ohne jede politische Vision. Hauptsächlich damit beschäftigt, sich mit den Wählern wechselseitig im Reformgeist zu unterbieten, so eine Mischung aus Märchenfee und Schlaftablette.

Ja, aber das war sie doch immer. Mal abgesehen vom kleinen WM-Tribühnenjubel-Intermezzo und dem unfallfreien Beschreiten internationaler roter Teppiche. Der Wirtschaftsforscher Hans-Werner Sinn antwortet heute in der Süddeutschen auf die Frage „Was hat Frau Merkel zum Aufschwung beigetragen?“ mit den Worten „Zum Glück nichts. Genauso wenig wie Herr Steinbrück“. Da würd ich als Kanzlerin aber in jeder Hinsicht die Sinn-Krise kriegen.

Je weniger die Politiker machen, desto besser läuft der Laden, oder wie? Sind wir echt auf dem Weg in die Repräsentative Demokratie, wählen wir nur noch Leute, die für uns in Kameras winken, während die Lobbys sich das Land zurechtgestalten? Nehmt der Blazerfee den Sternenstaub weg! Keine weiteren Gähn-Experimente! Ich wäre froh, wenn so ein „Newsweek“-Artikel die Kanzlerin wütend machen würde. Wut und Mut. Könnte sie beides brauchen. 

Im Wahlkampf hatte die CDU noch „Angie“ von den Stones rauf- und runter gespielt. Heute ist der Songtext richtiger und wichtiger denn je.

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