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Archive for 13. Oktober 2007

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Ein fantastischer Gesetzesentwurf aus dem Familienministerium: Kinder sollen für die Kontrollbehörden Testkäufe tätigen, um verantwortungslose Einzelhändler auffliegen zu lassen, die ihnen Schnaps und Tabak verkaufen. Vermutlich weil es den bisherigen V-Männern auch unter heftigem Einsatz von Requisiten wie Schultüte und Gameboy nicht gelungen ist, minderjährig zu wirken. Eigentlich eine gute Idee, diese Testkäufe.

Komisch wird’s nur, wenn man sich vorstellt, wie das im großen Stil staatlich geregelt wird: Die Rekrutierung und Schulung von Spy-Kids. Wird „Jugendschutzkontrolltestkäufer“ das neue Traumhobby für Streber und kleine Arschlöcher? „Die Einstellung minderjähriger Ermittler“ soll an strenge Auflagen gekoppelt sein – die Zustimmung der Eltern und eine pädagogische Betreuung. Letztere besteht sicher auch aus dem gefühlvollen Wieder-Abnehmen der Beute. Allein schon, damit da keine kleinen Doppelagenten entstehen, die den Kiosk leer kaufen, ihn dann der Behörde als „sauber“ melden um sich dann mit Kippen und Bölkstoff auf dem Schulhof wieder etwas beliebter zu machen.

Für besonders talentierte Kinder könnte diese Tätigkeit auch der direkte Einstieg in eine Beamtenlaufbahn sein, Loyalität hätten sie ja bewiesen. Was es für Auswirkungen auf die kindliche Psyche hat, als Undercover-Agent professionell Unschuld zu heucheln, um damit suspekte Kiosk- oder Tankstellenbesitzer im Extremfall auch mal in den Knast zu bringen, das sollte man vielleicht erstmal in einer ausführlichen Versuchsreihe testen. Vielleicht sogar mit den Von-der-Leyen-Kids. Und dann sehen wir weiter.

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