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Archive for 30. September 2007

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Er nannte sich den letzten Live-Rockn-Roller der deutschen Politik, aus der Bundespolitik hatte er sich verabschiedet mit den Worten „Ich geh jetzt nach Hause“. Joschka Fischer hat dieser Tage dem Spiegel erzählt, dass er am Schluss „einfach nur noch müde gewesen“ sei. Er hatte uns vorgeführt, wie das aussieht, wenn ein ehemaliger Straßenkämpfer auf dem langen Weg zu sich selbst in der internationalen Realpolitik ankommt – als live und laut dahingerockte Mischung aus bräsigem Elder-Statesman und grau meliertem Berufsrotzlöffel, als Person gewordener Jojo-Effekt, mal heiser im Wahlkampf über die Marktplätze schreiend, mal Madeleine Albright übers internationale Tanzparkett stemmend.

Genervt hat er mit seiner nöligen Sponti-Überlegenheit und Schröder-kompatiblen Platzhirschmentalität. Aber gerockt, gerockt hat er. Fällt mir gerade heute mal wieder auf. Im Vergleich zur aktuellen Kapelle mit Beck und Merkel und Roth und Co, dieser müden Tanzcombo, dieser Humptatata-Koalition. Joschka Fischer ist wahrscheinlich der Herbert Wehner meiner Generation, ein Charakterkopf-light zwar, aber immerhin mit hinreichenden Restbeständen an politischer Leidenschaft. Also, liebe Grüne, halten wir doch gemeinsam fest: Früher war alles irgendwie Fischer!

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