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Archive for 4. September 2007

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Kurt will nicht länger den Knut machen. Bei Beck heißt es jetzt „Schluss mit putzig“, er hat ein Machtwort gesprochen und fast ein „Basta“ in die sozialdemokratische Landschaft geschrödert. Laut Berliner Zeitung hat er vor seinem Parteirat gesagt, dass er sich „so einen Scheiß“ nicht mehr bieten lassen will. Wovon ist die Rede? Davon, dass in der Partei diskutiert wird. Ob Beck das Zeug zum Kanzler hat, ob die Agenda 2010 eine Heldentat oder eine soziale Zumutung war und ob die SPD-Linke aus Heulsusen oder gewissenhaften Reformkritikern besteht. Alles wichtige Fragen, die man klären sollte, bevor es in den nächsten Bundestagswahlkampf gegen Blazer-Woman geht.

Aber Diskussionen hält die SPD zur Zeit leider nicht aus, sie rutscht wie die Kuh übers Eis, weil die Union ihr das Profil unterm Schuhwerk wegmopst. Erstmal kämpf sie um Haltung, später dann vielleicht um Gedanken. Ist ja auch eine Frechheit, dass die Schlüsselbegriffe des neuen Entwurfes zum CDU-Grundsatzprogramm  jetzt „Freiheit, Solidarität und Gerechtigkeit“ heißen, das klingt dermaßen nach Sozi, da hört man förmlich schon den Bergarbeiterchor.

Worüber Beck sich  beschwert, das ist das, was üblich ist in der Bundespolitik, in Berlin. So was regelt die Merkel mit zweidrei SMS, ein Basta wäre unter ihrer Würde. Da müsste Beck noch einiges lernen, statt die Situation so ungelenk zu beschreiben, als hätte er seine Rhetorikausbildung auf dem Weinfest geschossen,  O-Ton Beckekurt: „Es gibt einige Leute in der dritten oder vierten Reihe, die hinter Büschen sitzen und mehr oder weniger Intelligentes erzählen, auf jeden Fall Unverantwortliches. Und ich habe deutlich gemacht: Es ist jetzt gut. Wer nur von hinten, hinterm Busch vorruft, der muss sich sagen lassen: So nicht.“.

Na das nenn ich aber mal ein Basta. Beck hat es geschafft, ganz vorne in den Tagesthemen zu sitzen und dabei zu klingen wie die vierte Reihe hinterm Busch.

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