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Archive for 30. August 2007

Musterung ohne Wert

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Die Bundeswehr hat sich verändert, das Heer ist nur noch halb so groß wie vor 20 Jahren und keine klassische Verteidigungsarmee mehr, sondern eher eine internationale Eingreiftruppe. Die Profis in ihren Reihen braucht und keine Abiturienten, Deppen oder Muttersöhnchen, denen man kaum was beibringen kann, bevor sie schon wieder entlassen werden müssen. Das hat zur Folge, dass man heute anscheinend schneller ausgemustert wird, als man auf Drei zählen kann.

Was war das früher für eine creative Branche, die Untauglichkeits-Darstellerei! Man hat sich tagelang nur von Kaffeepulver ernährt, um so dehydriert und hibbelig vor den Amtsarzt zu wanken wie Michael Mittermeier in der Wüste Gobi. Man hat sein Bettzeug mitgenommen, um live vor dem Amtsarzt bettnässen zu können. Hat Stöckelschuhe getragen, Marianne Rosenberg gesungen und den Beamten demonstrativ auf den Arsch geschielt.

Manche haben auch einfach nur überzeugend geweint und sich beim berühmten „Hodengriff“ gezielt erbrochen. Kurz: Es war ein Fest! Wie CSD, Schützenfest und Tag der offenen Psychiatrie in einem. Und heute? Es langt wenn man sagt: „Ich glaube, wo sie es grade vorschlagen, meine ich, es wäre im Rahmen des Möglichen, dass ich beim Anheben des Beines, unter Umständen einen Ansatz von Schmerz zu empfinden gedenke, wenn sie nichts dagegen haben.“. Und schwupp, T5.

Wenn man sieht, was da alles an fitten Sportlern und Abenteuerurlaubern ausgmustert wird, dann ist die sogenannte Wehrgerechtigkeit mittlerweile ein größerer Witz als die Unschuldsvermutung für Jan Ullrich. Es wird Zeit, die Musterung abzuschaffen und das Losverfahren einzuführen.

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