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Archive for 12. Juli 2007

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Das BKA ist traurig. Nach vier Monaten Testlauf am Mainzer Hauptbahnhof gilt das Experiment zur automatischen Personenerkennung als gescheitert. Der Versuchsaufbau war einfach: 6 Kameras versuchten täglich unter 23.000 Reisenden die 200 Freiwilligen zu erkennen, die ihre Portraits vorher hatten speichern lassen. Im Schnitt haben sie 60 identifiziert. Jetzt könnte man sagen: „Na, das ist doch mal ein Anfang!“. Albern wird es aber, wenn man erfährt, dass das System keinen mehr erkannte, sobald er eine Sonnenbrille, einen Schal oder eine Kapuze an hatte. Und diese sagenhafte Erkenntnis hat jetzt also schlappe 210.000 Euro gekostet!

Das hätte ich denen auch vorher sagen können, aber mich fragt ja keiner. Ach, und bevor ihr weitertestet: Nein, Terroristen winken selten gut rasiert und hell ausgeleuchtet in die Kamera, der heilige Krieg ist keine Castingshow. Übrigens: Diese überwältigende Erfolgsquote kam auch nur zustande, weil das System 0,1% Fehler machen durfte, das heißt: Täglich hätte man im Ernstfall 23 Unschuldige zu Gefährdern erklärt und beim Schäuble präventiv ins Verlies geworfen.

Das Innenministerium arbeitet jetzt wahrscheinlich an zwei Strategien: Einerseits werden Terroristen angehalten, sich eine möglichst markante Physiognomie zuzulegen, Herrschaften, da wird die Hakennase zu Pflichtveranstaltung! Andererseits gilt die Herstellung von Schals, Sonnenbrillen und Kapuzen künftig als Landesverrat. Ja, so könnte es gehen.

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